Ein Gemüsegarten auf dem Balkon

27.04.2021 Haus & Garten

Gärtnern und Ernten geht auch auf engstem Raum

Wer gerne eigenes Gemüse ernten möchte, aber keinen Garten hat, kann Tomaten, Paprika, Salat und Co. auch auf Balkonien anbauen. Je nach Größe des Balkons kommen entweder normale Pflanztöpfe, Kübel und Balkonkästen zum Einsatz oder größere Kisten und Balkon-Hochbeete. Anfänger starten am besten mit den gängigsten Gemüsesorten. Bei Fortgeschrittenen darf es dann auch ein wenig ausgefallener sein.

Balkongärtnern hat, wie das Gärtnern in der Stadt – neudeutsch Urban Gardening – allgemein, eine große Fangemeinde. In der Regel geht es dabei nicht um hohe Erträge bei der Ernte, sondern um Ausgleich zum stressigen Alltag, um Entspannung und die Freude an dem, was wächst. Wer es geschickt anstellt, kann aber auch auf kleinster Fläche jede Menge verschiedene Gemüsearten anbauen – natürlich auch Kräuter und Früchte – und sich zu einem kleinen Teil selbst versorgen.

Gemüsepflanzen für den Balkon

Um wärmeliebende Gemüsearten wie Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen oder Zucchini erfolgreich zu kultivieren, sollte der Balkon sonnig sein und geschützte Plätze bieten, zum Beispiel an einer Hauswand. Wer nicht das Glück hat, einen Südbalkon zu haben, der kann auf Mangold, Radieschen, Rote Bete und Kohlrabi ausweichen. Auch Pflücksalate wie Rucola, Feldsalat oder Lollo Biondo fühlen sich auf dem halbschattigen Balkon wohl.

Geeignete Gefäße für den Balkongarten

Damit Gemüse gut wachsen kann, sollten die Pflanzgefäße groß genug sein. Das können für die Balkonbrüstung ganz normale Balkonkästen oder -töpfe sein. Ist ein wenig Platz auf dem Boden, eignen sich größere Kübel, Kisten oder kleine Hochbeete ideal. Darüber hinaus gibt es Pflanztaschen, die auch den Vorteil haben, dass sie leicht von einer Ecke in die andere transportiert werden können. Falls der Platz für die Gemüsevielfalt nicht ausreicht, bieten sich vertikale Lösungen an: Von Hängetöpfen über vertikale Beete aus alten Regalen oder Holzpaletten bis zu ausgeklügelten Produkten aus dem Handel. Bei allen Gefäßen ist es wichtig, dass sie Abflusslöcher sowie eine Drainage bekommen, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Je großzügiger der Platz für die einzelne Pflanze ist, desto mehr Wurzelraum hat sie und desto weniger muss gegossen werden.

Erde, Dünger und Pflanzenschutz

Torffreie Gemüseerde ist perfekt auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt. Sie ist reich an Nährstoffen und kann Wasser gut speichern. Da das Nährstoffdepot jedoch nach einigen Wochen aufgebraucht ist, empfiehlt es sich, alle zwei Wochen einen flüssigen Universaldünger zum Gießwasser zu geben. Falls verfügbar, kann die Gemüseerde auch mit reifem Kompost und Hornspänen angereichert werden. Für Tomaten, Gurken und Co., die sehr viele Nährstoffe brauchen, gibt es außerdem spezielle Sortendünger. Wenn Schädlinge oder Pilze die Gemüseernte bedrohen, ist meist falsche Pflege oder ein ungeeigneter Standort die Ursache. Oft reicht es schon aus, befallene Blätter zu entfernen. Bei stärkerem Befall helfen nur noch zugelassene Pflanzenschutzmittel aus dem Fachhandel. Vorbeugend bieten Brennnesseljauche oder spezielle Schädlingsfrei-Präparate einen gewissen Schutz vor ungebetenen Gästen.

Kleiner Pflanzkalender für Balkongemüse

Möhren können ab Ende Februar an einem vollsonnigen Standort auf dem Balkon gepflanzt werden. Dabei sollten Abstände von 5 Zentimetern und eine Saattiefe von ungefähr 3 Zentimetern beachtet werden.

Pflücksalat lässt sich von März bis August ziehen. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 3 Zentimeter betragen.

Von April bis September können Radieschen im Balkonkasten gesät werden. Da sie nach nur wenigen Wochen erntereif sind, kann man sie in diesem Zeitraum immer wieder frisch aussäen.

Auch für Rote Bete ist im April der beste Aussaattermin. Anders als Radieschen brauchen die Knollen einige Monate, bis sie geerntet werden können.

Von April bis Juli kommen Zuckererbsen ins Balkonbeet. Neben einem sonnigen Standort brauchen die rankenden Hülsenfrüchte auch Stäbe, Gitter oder Fäden, an denen sie emporwachsen können.

Ab Mitte Mai können Tomaten und Gurken in Balkonkästen und Kübel einziehen. Auch sie freuen sich über Rankhilfen, an denen sie später festgebunden werden können. Gleiches gilt für Paprikapflanzen. Da eine Direktsaat für diese wärmeliebenden Gemüsearten nach den Eisheiligen schon zu spät wäre, sollten die Pflanzen vorher im Minigewächshaus oder in Töpfen auf der Fensterbank vorgezogen werden. Eine Alternative, aber teurer, ist der Kauf im Gartencenter. Von den genannten Gemüsearten gibt es speziell für den Balkon gezüchtete Sorten mit kompaktem Wuchs, zum Beispiel viele Sorten Cocktailtomaten, Mini-Gurken oder Chilipflanzen.

Der Mai ist auch eine gute Zeit, um Zucchini und Auberginen – zuvor im Haus vorgezogen oder als Jungpflanzen gekauft – in ihr neues Domizil auf Balkonien zu setzen. Von beiden Mittelmeer-Gemüsen gibt es kompakte und reich tragende Sorten im Mini-Format. Einige von ihnen fühlen sich sogar in der Blumenampel wohl.

Zwischen Mitte Mai und Ende Juni sind die Bohnen dran. Für den Balkon sind zum Beispiel Buschbohnen ideal, die nur einen halben Meter hoch werden. Trotzdem brauchen sie Stäbe oder ein Rankgitter, falls kein Balkongeländer oder eine andere feste Stützmöglichkeit vorhanden sind.

Tipps fürs Balkongärtnern – analog und digital

Wer sich beim Gärtnern auf dem Balkon noch nicht so gut auskennt oder Neues lernen möchte, findet im Buchhandel eine riesige Auswahl an Ratgebern. Neben zahlreichen Webseiten und Blogs zum Thema gibt es im Internet auch einige YouTube-Kanäle, die sich ausschließlich mit dem Gärtnern auf dem Balkon befassen. Dort finden Fortgeschrittene dann zum Beispiel auch Informationen, wie man Kartoffeln, Stangensellerie, Kohl, Mais oder Kürbisse auf kleinem Raum anbauen oder wie man ein Vertikal- oder Hochbeet selber bauen kann.