Agra-Europe · AgE-Ticker:
Weniger Getreide und Raps erwartet
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Dies ist eine aktuelle Meldung des Nachrichtendienstes Agra-Europe (AgE). Die Veröffentlichung über den Ticker ist ein Service des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) und gibt nicht Informationen, Meinungen oder Positionen des IVA wieder.
22.07.2024 - 18:05
Weniger Getreide und Raps erwartet

Weniger Getreide und Raps erwartet

BRÜSSEL. Die Aussichten für die diesjährige Getreide- und Rapsernte in der Europäischen Union haben sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Das Monitoring Agricultural ResourceS (MARS) der EU-Kommission hat alle seine Ertragsprognosen mit Ausnahme von Weizen und Sommergerste gegenüber dem Juni-Bericht gesenkt. Am stärksten zurückgenommen, nämlich um 4% auf unterdurchschnittliche 72,4 dt/ha, wurde die Erwartung für den Körnermais. Der mittlere Hektarertrag für Wintergerste wird jetzt auf 57,6 Dezitonnen veranschlagt; das sind 3% weniger als vor einem Monat und 2% weniger als das Fünfjahresmittel. Marginal heraufgesetzt wurde indes die Prognose für Weizen, und zwar auf 56,5 dt/ha, was dem mehrjährigen Mittel entspricht.

Hauptgründe für die insgesamt schlechteren Ernteerwartungen sind laut MARS die Hitze und Trockenheit in Südosteuropa, während große Gebiete im Westen weiterhin unter ungünstigen feuchten Bedingungen leiden. In Ostungarn, Ostrumänien, Bulgarien und Griechenland sind von den dort hohen Temperaturen bei gleichzeitigem Niederschlagsdefizit vor allem die Sonnenblumen betroffen. So haben die Brüsseler Experten die Ertragserwartung für diese Ölfrucht um 5% auf 20,9 dt/ha gesenkt; das wären 2% weniger als das Mehrjahresmittel.

Aber auch der Raps, die wichtigste europäische Ölsaat, hat gelitten. Für diesen setzte MARS die Ertragsvorhersage um 2% auf 31,0 dt/ha herunter. Das wären auch 2% weniger als der Fünfjahresdurchschnitt. Eine Ausnahme zu den insgesamt mittelmäßigen Ertragsaussichten bildet die Sommergerste, für die die Ertragsprognose deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Aufgrund anhaltend günstiger Bedingungen in Spanien und Nordeuropa setzte MARS die Ertragsvorhersage für diese Kultur weiter nach oben, und zwar um 1% auf 44,4 dt/ha; das Mittel würde um 9% übertroffen. AgE

LfL startet „Weideland Bayern“
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22.07.2024 - 18:02
LfL startet „Weideland Bayern“

LfL startet „Weideland Bayern“

FREISING-WEIHENSTEPHAN. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat am Montag (22.7.) ein auf mehrere Jahre ausgelegtes Wissenstransferprojekt „Weideland Bayern“ gestartet. Es soll vorhandenes Wissen und Erfahrung zur Weidehaltung bündeln und diese Informationen Beratern und Landwirten sowie allen Interessierten unter www.lfl.bayern.de/weideland-bayern zur Verfügung stellen. Gefördert wird das Projekt aus der Initiative BioRegio 2030 des Landwirtschaftsministeriums. Es richtet sich laut LfL sowohl an ökologische als auch an konventionelle Rinderhalter.

Mit dem neuen Projekt solle die Weidehaltung in Bayern gestärkt und gefördert werden, erklärte die Landesanstalt. Nach dem Motto „Vom erfolgreichen Beispiel lernen“ soll laut der Behörde mithilfe von acht Best-Practice-Betrieben und einer „Stable-School“ das Wissen für eine erfolgreiche Weidehaltung zusammengestellt werden. Das soll dem Einzelbetrieb vor Augen führen, was es für verschiedene Möglichkeiten gibt, die eigene Weide zu optimieren und besser in Wert zu setzen.

Zunächst werde dazu das bereits vorhandene Wissen aus verschiedenen Quellen sowie nationalen und internationalen Publikationen umfassend gesichtet, gebündelt und dann online veröffentlicht, kündigte die LfL an. Hauptschwerpunkte seien dabei die Milcherzeugung mit Weidehaltung und die Idee, das System Weide, je nach betrieblichen Möglichkeiten optimal für die Bedürfnisse der Kälber, Jungrinder und Milchkühe, den Betrieb und die Milcherzeugung zu nutzen.

Zum einen sollen der Landesanstalt zufolge Best-Practice-Betriebe ihr Wissen teilen und ebenfalls online veröffentlichen; zum anderen werden auf Betrieben Daten erhoben, die der Beratung dienen. Die „Stable-School“ soll eine intensive und kollegiale Beratung fördern. Außerdem sind fachliche Exkursionen geplant. Zum Schluss soll ein Fort- und Weiterbildungsangebot für „Weideberatungskräfte“ erarbeitet werden.

Das Projekt richtet sich der LfL zufolge in erster Linie an ökologisch wirtschaftende Betriebe, da die Vorschriften der EU-Ökoverordnung einen Weidezugang forderten. Aufgrund ökonomischer, ökologischer und tierwohlrelevanter Vorteile der Weidehaltung soll das Projekt aber auch Anreize für konventionelle Rinderbetriebe schaffen. AgE

Hauk: Fristüberschreitung folgenlos
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22.07.2024 - 17:45
Hauk: Fristüberschreitung folgenlos

Hauk: Fristüberschreitung folgenlos

STUTTGART. Eine möglichst schlanke und unbürokratische Umsetzung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes hat Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk den Landwirten in seinem Bundesland versprochen. Betroffene Tierhalter müssten sich keine Sorgen machen, wenn die gesetzten Fristen aufgrund der nicht zufriedenstellenden Gesetzgebung des Bundes nicht eingehalten werden könnten. „Die Folgen dieses Vorgehens des Bundes können und werden nicht an den Landwirten hängen bleiben“, so Hauk am Montag (22.7.) in Stuttgart. Er beklagte einmal mehr, dass der Bund an der „unbefriedigenden Ausgestaltung“ des Gesetzes festgehalten habe.

Den Ländern sei zu wenig Zeit für eine gute und einheitliche Lösung geblieben, monierte der CDU-Politiker. Da der Bund die Länder am Gesetzgebungsverfahren wieder einmal nicht beteiligt habe, sei eine Umsetzung in aller Eile erforderlich gewesen. Die Frist für die Mitteilungen der betroffenen Schweinehalter zum 1. August 2024 war laut Hauk „somit nicht in vernünftiger Weise umsetzbar“.

In Baden-Württemberg ist das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) für die Entgegennahme der Mitteilung der Haltungseinrichtungen und die Erteilung der Kennnummer zuständig. Innerhalb des Landesamtes übernimmt das Landeskontrollteam Lebensmittelsicherheit (LKL) die fachlichen Aufgaben. Meldungen können ab sofort schriftlich an das Amt oder per Mail an TierHKG@lgl.bwl.de oder Haltungsform@lgl.bwl.de abgegeben werden.

Bekanntlich gilt die Kennzeichnungspflicht zunächst für frisches Schweinefleisch, das von in Deutschland gehaltenen, geschlachteten und verarbeiteten Tieren stammt. Die Tierhaltungskennzeichnung unterscheidet fünf Haltungsformen: Stall, Stall+Platz, Frischluftstall, Auslauf/Weide und Bio. Jeder Betrieb muss sich dabei einer Haltungsform zuordnen. AgE

105 Millionen Euro zur N-Reduktion
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22.07.2024 - 17:40
105 Millionen Euro zur N-Reduktion

105 Millionen Euro zur N-Reduktion

BRÜSSEL. Landwirte in den Niederlanden dürfen mit bis zu 105 Mio. Euro entschädigt werden, wenn sie ihre Tierhaltung aus Naturschutzgebieten verbannen. Entsprechende Beihilfen der niederländischen Regierung hat die Europäische Kommission am Montag (22.7.) über die EU-Beihilferegeln genehmigt. Kompensiert wird dabei eine freiwillige Verlagerung an einen anderen Standort in den Niederlanden oder in einem der anderen EU-Mitgliedsländer.

Ziel ist die Verringerung der durch landwirtschaftliche Tätigkeiten verursachten Stickstoffeinträge in überlasteten Natura-2000-Gebieten. Berücksichtigt werden sollen die Schutzziele und Anforderungen der EU-Habitat-Richtlinie. Die Regelung soll bis Juli 2029 laufen. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Tierhalter des Landes, die ihre Produktion freiwillig verlagern. Voraussetzung ist, dass die Stickstoffauswaschung auf den Standorten ein gewisses Maß überschreitet.

Die Beihilfen werden in Form von Direktzuschüssen gewährt und decken bis zu 100% der zuschussfähigen Kosten ab. Als Beispiele werden Kosten der Bewertung der Durchführbarkeit der Verlagerung sowie die Aufwendungen für den Abbau, die Beseitigung, den Wiederaufbau oder die Übernahme anderer, bestehender Anlagen genannt. Enthalten sein sollen auch die Ausgaben für den Rückbau des verlassenen Standorts in einen ökologisch zufriedenstellenden Zustand.

Mehr Geld für Tomaten- und Knoblaucherzeuger

Unterdessen hat die Brüsseler Administration der Aufstockung einer rumänischen Beihilferegelung an Tomaten- und Knoblaucherzeuger um 54,4 Mio. Euro zugestimmt. Das Programm wurde als Reaktion auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine aufgelegt. Die ursprüngliche Regelung wurde im Februar 2024 genehmigt, um negative wirtschaftliche Folgen zu kompensieren. Ausgezahlt werden dürfen die Gelder über Direktzuschüsse. Die Maßnahme steht Erzeugern von Tomaten in Gewächshäusern und Erzeugern von Knoblauch offen. AgE

Grünes Licht für digitale Etiketten
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22.07.2024 - 17:23
Grünes Licht für digitale Etiketten

Grünes Licht für digitale Etiketten

BRÜSSEL. Grünes Licht aus den EU-Mitgliedsstaaten für die digitale Kennzeichnung von Düngemitteln: Gemäß einer am Montag (22.7.) vom Rat der Europäischen Union verabschiedeten Verordnung können auf Düngerverpackungen in Zukunft QR- oder Strichcodes abgedruckt werden, über die die Verwender zu einer Website gelangen, auf der dann die Etikettinformationen hinterlegt sind.

Physische Etiketten sollen erhalten bleiben, sofern diese erforderlich sind. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Menschen mit begrenzten digitalen Kompetenzen nicht ausgeschlossen werden. Außerdem ist vorgesehen, dass Hersteller frei entscheiden können, ob sie ein digitales Etikett bereitstellen. So sollen insbesondere für kleine Unternehmen unnötige Kosten vermieden werden.

Von der Einführung der digitalen Etiketten verspricht sich die EU auf der Herstellerseite geringere Kosten, weniger Bürokratie sowie einen kleineren CO2-Fußabdruck. Für den Anwender wird eine bessere Lesbarkeit der Anwendungsinformationen erwartet. Ab dem Inverkehrbringen eines Produkts müssen die digitalen Etiketten für mindestens zehn Jahre verfügbar sein. AgE

EU-Strafzölle geplant
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22.07.2024 - 16:55
EU-Strafzölle geplant

EU-Strafzölle geplant

BRÜSSEL. Die Europäische Kommission macht Ernst im Streit um mutmaßlich falsch deklarierten Biodiesel aus China: Laut einem am Freitag (19.7.) veröffentlichten Dokument der Generaldirektion für Handel (DG Trade) sollen ab dem 16. August vorläufige Anti-Dumping-Zölle zwischen 12,8% und 36,4% auf Biodiesellieferungen aus China erhoben werden.

Hintergrund sind chinesische Lieferungen von als fortschrittlich und nachhaltig deklariertem Biodiesel in die EU, die im Verdacht stehen, nicht wie gekennzeichnet aus Abfallstoffen, sondern tatsächlich aus Palmöl hergestellt worden zu sein. 

Dem Dokument zufolge sollen für unterschiedliche Hersteller jeweils eigene Zollsätze erhoben werden. Für die chinesische EcoCeres Group sollen demnach 12,8% gelten, für die Zhuoyue Group 25,4% und für die Jiaao Group 36,4%. Vorgesehen ist, dass die EU-Kommission ihre Anti-Dumping-Untersuchung bis zum 14. Februar 2025 fortsetzt. Sofern die Mitgliedsstaaten nicht mit einer qualifizierten Mehrheit dagegen stimmen, kann die Behörde anschließend permanente Zölle für einen Zeitraum von fünf Jahren festlegen.

Ausdrücklich begrüßt wurden die von der EU-Kommission eingeleiteten Anti-Dumping-Maßnahmen vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). „Die Entscheidung ist ein wichtiges industriepolitisches Zeichen, das Bedeutung über den Biokraftstoffsektor hinaus entfaltet“, sagte VDB-Geschäftsführer Elmar Baumann. Sie zeige, dass die EU bei unlauteren Handelspraktiken nicht tatenlos zusieht.

Baumann zufolge leidet die deutsche und europäische Industrie seit Anfang 2023 unter den chinesischen Importen. Deshalb begrüße man ausdrücklich die vorläufigen Zölle.  Aus unserer Sicht hätte deren untere Grenze allerdings höher liegen müssen, weil auf diesem niedrigen Niveau die gestiegenen Kosten eingepreist werden können“, stellte der VDB-Geschäftsführer klar. Der unfaire Wettbewerbsvorteil werde so nicht ausgeglichen.

Kritisch sieht man beim VDB außerdem Pläne der EU-Kommission, Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) zunächst von den Regelungen auszunehmen. HVO wird bekanntlich unter anderem als sogenannter Sustainable Aviation Fuel (SAF) im Luftverkehr eingesetzt. „Ein solches Schlupfloch kann dazu führen, dass die Zölle ins Leere laufen“, warnte Baumann. Daher müsse auch SAF von den jetzt angekündigten Maßnahmen erfasst werden. AgE

Absatz in Frankreich rückläufig
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22.07.2024 - 15:44
Absatz in Frankreich rückläufig

Absatz in Frankreich rückläufig

PARIS. In Frankreich sind im vorvergangenen Jahr etwas weniger Pflanzenschutzmittel verkauft worden. Das geht aus den endgültigen Absatzzahlen für 2022 hervor, die das Umweltministerium am Montag (22.7.) vorgelegt hat. Demnach wechselten im Berichtsjahr insgesamt 68.539 Tonnen Wirkstoff den Besitzer; das waren 1.776 Tonnen beziehungsweise 2,5% weniger als 2021.

Maßgeblich für den leichten Rückgang waren die konventionellen Substanzen, die nicht im Ökolandbau eingesetzt werden dürfen und auch nicht zu den biologischen Mitteln gezählt werden. Aus dieser Kategorie wurden 2022 insgesamt 43.898 Tonnen Wirkstoff verkauft; gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang um 3,9%.

Nahezu konstant blieben hingegen die Verkäufe von biologischen Pflanzenschutzmitteln und Wirkstoffen für die Biobauern. Abgesetzt wurden im Berichtsjahr 24.641 Tonnen und damit lediglich 21 Tonnen mehr als 2021.

Spürbar zurück ging den Ministeriumsangaben zufolge der Absatz von Glyphosat. 2022 wurden insgesamt 5.864 Tonnen des umstrittenen Herbizids veräußert, im Jahr zuvor waren es noch 7.948 Tonnen gewesen. Den offiziellen Zahlen zufolge waren zwischen 2009 und 2021 jedes Jahr mehr als 6.000 Tonnen verkauft worden.

Zurückgeführt wird der Rückgang auf neue gesetzliche Rahmenbedingungen und finanzielle Anreize. Unter anderem können Ackerbauern und Bewirtschafter von Dauerkulturen von einer Steuergutschrift profitieren, wenn sie sich verpflichten, auf Glyphosat zu verzichten. Zudem darf das Herbizid laut Ministerium nicht mehr mit Bodenbearbeitung kombiniert werden. Außerdem gilt beim Einsatz von Direktsaatverfahren sowie unter bestimmten Bedingungen im Weinbau eine Dosisbegrenzung. AgE

Mehr Produktion und weniger Export
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22.07.2024 - 15:18
Mehr Produktion und weniger Export

Mehr Produktion und weniger Export

BRÜSSEL/WARSCHAU. Die Schweinehalter in der Europäischen Union haben im Zeitraum Januar bis April 2024 mehr Tiere und diese mit einem höheren Gewicht als in der Vorjahresperiode an die Schlachtunternehmen geliefert. Laut aktuellen Angaben des Statistikamtes der Europäischen Union (Eurostat) nahmen die Schweineschlachtungen bezogen auf die Tierzahl um 2,0% und mit Blick auf das Schlachtgewicht (SG) um 3,7% zu.

Gerechnet in SG wuchs das Aufkommen in Polen Eurostat zufolge besonders kräftig, nämlich um fast 11%. Höher fiel das relative Plus nur in Ungarn und Bulgarien mit jeweils rund 13% aus. Auch in den großen Produktionsländern wuchs die Schweinefleischerzeugung spürbar, so in Deutschland um 2,9% und in Spanien um 2,8%. Dänemark und die Niederlande meldeten ebenfalls eine Zunahme von annähernd 3%. In Frankreich und Italien erhöhte sich das Aufkommen um jeweils gut 3%, in Belgien sogar um  mehr als 5%.

Rückläufig, allerdings zum Teil äußerst stark, war die Produktion im ersten Jahresdrittel nur in kleineren EU-Mitgliedsländern, so in Litauen, Lettland, der Slowakei und Slowenien, sowie außerdem in Griechenland. Das Minus reichte dabei gemäß den Eurostat-Zahlen von knapp 2% in Lettland bis zu gut 18% in Griechenland und sogar mehr als einem Fünftel in Litauen.

China noch größter Abnehmer

Wie Eurostat zudem berichtete, ging es mit dem Schweinefleischexport der EU weiter nach unten. In den Monaten Januar bis April 2024 wurden 1,43 Mio. Tonnen ausgeführt; das waren 5,0% weniger als im ersten Jahresdrittel 2023. Wichtigster Abnehmer war weiterhin China, obgleich die Volksrepublik ihre Bezüge um 17,5% auf rund 358.600 Tonnen drosselte. Seit Jahren ist der chinesische Import von EU-Schweinefleisch rückläufig: Erreichte dieser 2020 die Rekordmenge von 3,34 Mio. Tonnen, waren es im vorigen Jahr „nur“ noch 1,16 Mio. Tonnen.

Und nun droht der EU eine Importbeschränkung, denn Peking hat ein Anti-Dumping-Verfahren gegen europäische Schweinefleischlieferanten eröffnet. Die chinesischen Behörden begründen dieses mit Beschwerden aus der eigenen Schweinefleischbranche. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass der Schritt eine Reaktion auf die von der EU-Kommission angedrohten Ausgleichzölle auf chinesischen Elektro-Autos ist. 

Auch die Schweinefleischlieferungen der EU in das Vereinigte Königreich nahmen zuletzt ab, jedoch lediglich um 1,1% auf 285.500 Tonnen. Japan als drittgrößter Auslandsmarkt für EU-Schweinefleisch schränkte die Importmenge ebenfalls ein, und zwar gleich um 11,9% auf gut 130.500 Tonnen.

Dagegen kauften andere asiatische Länder deutlich mehr Schweinefleisch in der EU. Die Lieferungen auf die Philippinen erhöhten sich um 16,3% auf 121.500 Tonnen, die nach Südkorea um 16,9% auf 103.800 Tonnen und die nach Vietnam sogar um 70,8% auf fast 51.100 Tonnen. Auch die USA steigerten ihre Bezüge kräftig, nämlich um 35,9% auf etwa 42.400 Tonnen. Australien schränkte den Import von EU-Schweinefleisch indes um 14,9% auf 32.700 Tonnen ein.

Die Europäische Union importierte im Berichtszeitraum ihrerseits rund 53.700 Tonnen Schweinefleisch; das waren 1,1% mehr als von Januar bis April 2023. Die größte Menge kam aus dem Vereinigten Königreich, nämlich 34.500 Tonnen. Aus Chile wurden gut 7.800 Tonen bezogen, aus der Schweiz knapp 6.400 Tonnen. AgE

Fördert Bio-Regio-Modellregionen
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22.07.2024 - 15:14
Fördert Bio-Regio-Modellregionen

Fördert Bio-Regio-Modellregionen

DRESDEN. Um die Vermarktung von Lebensmitteln vor der eigenen Haustür anzukurbeln, fördert Sachsen neuerdings ausgewählte „Bio-Regio-Modellregionen“. Noch bis zum 1. September können sich Unternehmen aus der dortigen Agrar- und Ernährungswirtschaft mit ihren Konzepten bewerben.  

„Regionale und bio-regionale Wertschöpfungsketten bauen auf guten Partnerschaften auf, auf guten regionalen Konzepten und Kreativität. All das haben wir in Sachsen“, erklärte Landwirtschaftsminister Wolfram Günther am Montag (22.7) anlässlich des Förderstarts. Mit den neuen Bio-Regio-Modellregionen wolle sein Haus vorhandene Ansätze systematisch vor Ort unterstützen. Mehr regionale Vermarktung stärke die Unternehmen und deren Krisenfestigkeit. Und es erfülle einen steigenden Verbraucherwunsch nach mehr regionalen und bioregionalen Erzeugnissen. „Für all das sind die Bio-Regio-Modellregionen ganz wichtige Treiber“, betonte Günther. 

Wie ein Ministeriumssprecher ergänzend mitteilte, wird über das neue Programm explizit ein Regionalmanagement - beispielsweise auf Landkreisebene - gefördert, das den Aufbau regionaler und bioregionaler Wertschöpfungsketten in der Land- und Ernährungswirtschaft zum Ziel hat. Konventionell wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe könnten explizit auch Teil einer Bio-Regio-Modellregion sein.

Unterstützt werden die Projekte durch einen Zuschuss in Höhe von 90 % der förderfähigen Gesamtausgaben. Für die Bio-Regio-Modellregionen werden bis zum Jahr 2027 insgesamt 5,4 Mio. Euro aus EU- und Landesmitteln bereitgestellt. AgE

Getreiderat erwartet mehr Importe
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22.07.2024 - 12:02
Getreiderat erwartet mehr Importe

Getreiderat erwartet mehr Importe

LONDON. Mit Blick auf die weitere Entwicklung des globalen Handels mit Gerstenmalz zeigt sich der Internationale Getreiderat (IGC) jetzt etwas optimistischer als noch im April. Unter der Annahme eines ausreichenden Angebots zu wettbewerbsfähigen Preisen geht der IGC aktuell davon aus, dass die betreffende Handelsmenge im Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 gegenüber dem Vorjahr um 235.0000 Tonnen oder 3% auf 8,67 Mio. Tonnen zunimmt. Verglichen mit der April-Prognose sind das 120.000 Tonnen mehr.

Im Einzelnen rechnen die Fachleute in London mit einer „soliden“ Nachfrage in Fernostasien. Die regionalen Einfuhren sollen um 4% auf 2,64 Mio. Tonnen steigen. Begründet wird das unter anderem damit, dass die Touristenströme dort bis zum Jahreswechsel wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreichen dürften. Hinzu kommt laut IGC ein Trend zu Premiumprodukten. Dies gelte insbesondere für das Whiskysegment mit einer anhaltend starken Nachfrage in China und Indien.

Auch für die Gerstenmalzeinfuhren des amerikanischen Kontinents wird ein Anstieg prognostiziert, und zwar um 3% auf 3,69 Mio. Tonnen. Dabei wird für den weltweit größten Malzimporteur Brasilien eine Zunahme der Einfuhren um denselben Prozentsatz auf 1,65 Mio. Tonnen vorausgesagt. Mexikos Importe sollen im 1% auf 0,8 Mio. Tonnen steigen. Für die USA wird weiterhin ein Zuwachs der Bezüge um fast 6% auf 475.000 Tonnen prognostiziert.

Auch für Afrika wird jetzt von einer größeren Importmenge als 2023/24 ausgegangen, nachdem im April noch ein Rückgang vorausgesagt worden war. Aktuell wird mit einer Steigerung der afrikanischen Malzimporte um 5% auf 1,47 Mio. Tonnen gerechnet. Dabei machen die Käufe von Angola, Kamerun, Nigeria und Südafrika, den vier größten Abnehmern, zusammen mehr als die Hälfte der Gesamteinfuhren Afrikas aus.

Anstieg der EU-Exporte vorausgesagt

Während die Handelsaussichten für Gerstenmalz im Allgemeinen günstig seien, könne das zunehmende Gesundheitsbewusstsein das Wachstum der Nachfrage nach alkoholischen Getränken in einigen Regionen bremsen, schränkt der Getreiderat etwas ein. Diesem Trend wirke jedoch teilweise die anhaltende Diversifizierung und Expansion des Marktes für alkoholfreie und alkoholische Getränke entgegen.

Mit Abstand größter Exporteur von Gerstenmalz ist die Europäische Union. Den Zahlen des IGC zufolge hat die EU in der vergangenen Kampagne 3,40 Mio. Tonnen Malz ausgeführt und wird die Exporte 2024/25 auf 3,50 Mio. Tonnen steigern. Der Brüsseler Lizenzstatistik zufolge lieferte die EU 2023/24 aber „nur“ 3,21 Mio. Tonnen Malz in Drittstaaten.

Für Australien, dem zweitwichtigsten Malzanbieter auf dem Weltmarkt, sagt der Getreiderat eine Zunahme der Ausfuhren um fast 7% auf 1,18 Mio. Tonnen voraus. Auch Argentinien dürfte mehr Malz ins Ausland verkaufen, dem IGC zufolge werden es 825.000 Tonnen und damit gut 3% mehr als von Juli 2023 bis Juni 2024 sein. AgE

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Politik- und Positionspapiere des IVA

Offenheit und Transparenz bestimmen den Dialog des Verbands mit der Öffentlichkeit.

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IVA-Zukunftsforum 2023

17. Oktober 2023 | Berlin und per Livestream

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Veranstaltungsübersicht

Eine Übersicht über kommende Veranstaltungen des Industrieverbandes Agrar finden Sie hier!

Über den Industrieverband Agrar

Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) vertritt die Interessen der Hersteller von Betriebsmitteln für einen nachhaltigen Pflanzenbau in Deutschland.

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Fachgebiete

Die 48 Mitgliedsunternehmen des IVA engagieren sich in den Bereichen Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Pflanzenzüchtung, Biostimulanzien und Schädlingsbekämpfung.

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Der Verband

Die vom IVA vertretene Branche bietet innovative Produkte für eine moderne Landwirtschaft, professionellen Gartenbau und verantwortungsvolle Privatanwendung.

Themen

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Umwelt

Landwirtschaft und Umwelt sind eng verbunden. Welche Auswirkungen haben Pflanzenschutz - und Düngemittel sowie ihre Abbauprodukte auf Böden und Gewässer? 

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Ernährung

Die moderne Landwirtschaft sichert die Versorgung mit hochwertigen und gesunden Lebensmitteln.

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Landwirtschaft in der Praxis

Die Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert wächst stetig und mit ihr der Bedarf an Nahrungsmitteln. Die Landwirtschaft wird also mehr produzieren müssen, ohne dabei die Umwelt übermäßig zu belasten. Um diese Herausforderung zu meistern, werden Pflanzenschutz - und Düngemittel noch lange unverzichtbar bleiben.