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Rasante Kursrallye für EEX-Futures
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Dies ist eine aktuelle Meldung des Nachrichtendienstes Agra-Europe (AgE). Die Veröffentlichung über den Ticker ist ein Service des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) und gibt nicht Informationen, Meinungen oder Positionen des IVA wieder.
28.05.2024 - 16:57
Rasante Kursrallye für EEX-Futures

Rasante Kursrallye für EEX-Futures

LEIPZIG. Die Futures auf Verarbeitungskartoffeln an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig haben sich seit Anfang Mai bei relativ geringen Umsätzen deutlich verteuert. Die Börse notierte am Dienstag (28.5.) für den Kontrakt mit Fälligkeit im April 2025 einen Schlusskurs von 37 Euro/dt. Damit rückt das im März 2024 erreichte Rekordhoch für Aprilkontrakte von 39,50 Euro/dt wieder in Reichweite. Gestartet war die Kursrallye am 7. Mai 2024 mit 29,80 Euro/dt. Der vordere Kontrakt mit Fälligkeit im Juni 2024 kostete zuletzt sogar glatt 50 Euro/dt und lag damit nur noch 2 Euro/dt unter dem bisherigen Spitzenwert für Junikontrakte.

Als Ursache des starken Anstiegs der Kartoffelterminpreise führen Analysten mit Blick auf den Frontkontrakt die knappe Verfügbarkeit von freier Ware zurück, die gleichzeitig sehr gesucht sei. Auslöser für die Rallye des Aprilkontrakts 2025 seien vor allem die regenbedingt nassen Felder im Rheinland sowie in den Niederlanden und Belgien, wodurch die Auspflanzungen für die neue Ernte erheblich behindert würden.

Ungeachtet der regional schwierigen Witterungbdingungen beließ das Monitoring Agricultural ResourceS (MARS) der EU-Kommission am Montag (27.5.) in Brüssel seine Ertragsprognose für die diesjährige EU-Kartoffelernte bei 36,8 t/ha; demnach würde der Fünfjahresdurchschnitt um 1,4 t/ha oder 4% übertroffen. AgE

Junglandwirte mit Rechtsdrall
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28.05.2024 - 16:49
Junglandwirte mit Rechtsdrall

Junglandwirte mit Rechtsdrall

PARIS. Die französischen Landwirte wollen bei den anstehenden Europawahlen vor allem Parteien aus dem rechten Spektrum ihre Stimme geben. Das zeigt eine Umfrage, die das Centre d’Etude pour la Vie Politique Française (CEVIPOF) gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Agro Toulouse und der Verlagsgruppe Réussir am Dienstag (28.5.) veröffentlicht hat. Demnach wollen 26,1% der Bauern ihr Kreuz bei der rechtspopulistischen und europaskeptischen Rassemblement National (RN) machen.

Deutlich sparsamer fällt mit 14,2% die Unterstützung für die zentristische Renaissance von Staatspräsident Emmanuel Macron aus. Ähnlich beliebt sind mit 14,1% die konservativen Republikaner.

Den französischen Grünen (EELV) wollen laut der Umfrage 9% der Landwirte ihre Stimme geben. Für die neu gegründete „Ländliche Allianz“ hinter dem Präsidenten des nationalen Jagdverbandes (FNC), Willy Schraen, wollen sich 7,7% entscheiden. Nur etwas weniger populär ist die Liste der rechtsextremen Reconquête beziehungsweise die Kandidatin Marion Maréchal, die gemäß der Umfrage mit 7,4% der Stimmen der Landwirte rechnen kann.

Kaum eine Rolle für Frankreichs Bauern spielen die Parteien des linken Spektrums. Lediglich 6,4% wollen beispielsweise die Liste von Raphaël Glucksmann unterstützen, der derzeit noch für die Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) im Europaparlament sitzt.

FNSEA-Mitglieder wählen konservativ

Besonders für die französischen Junglandwirte sind rechte Parteien laut der Erhebung die erste Wahl. In der Altersgruppe bis 40 Jahre gaben 37% an, für die RN stimmen zu wollen. Weitere 9% wollen Maréchal oder andere rechtsradikale Parteien unterstützen.

Nochmals ausgeprägter ist die Unterstützung für die politische Rechte unter den Mitgliedern des kleineren Landwirtschaftsverbandes Coordination Rurale (CR). Von ihnen wollen laut der Umfrage 47% die RN wählen. Zählt man weitere Parteien ähnlicher Ausrichtung dazu, so beträgt die Unterstützung innerhalb der CR 62%.

Die Mitglieder des französischen Bauernverbandes (FNSEA) und der Organisation der Junglandwirte (JA) setzen hingegen in erster Linie auf Macrons Renaissance und die Republikaner. Diese Parteien können mit jeweils einem Viertel der Stimmen aus den beiden größten Verbänden des Landes rechnen. AgE

Weltproduktion auf Rekordkurs
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28.05.2024 - 14:59
Weltproduktion auf Rekordkurs

Weltproduktion auf Rekordkurs

LONDON. Weltweit insgesamt hält der Aufschwung von Biodiesel und hydriertem Pflanzenöl (HVO) an, dürfte aber nicht so dynamisch wie 2023 ausfallen. Der Internationale Getreiderat (IGC) geht davon aus, dass die betreffende Herstellungsmenge in diesem Jahr 67,1 Mrd. Liter und damit einen neuen Rekord erreichen wird; das wären 4,2 Mrd. Liter oder 6,7% mehr als 2023. Im vergangenen Kalenderjahr hatte sich der Zuwachs allerdings noch auf 11% belaufen.

Nach Angaben der Londoner Fachleute waren die Zuwächse in den vergangenen zehn Jahren vor allem den USA, Brasilien und Indonesien zuzurechnen, die zusammen fast 60% der Weltproduktion auf sich vereinen. Größter Erzeuger von Biodiesel und HVO blieb 2023 allerdings mit knappem Vorsprung die EU, deren Erzeugung sich in den vergangenen Jahren fünf Jahren auf dem Niveau von gut 16 Mrd. Litern bewegte und sich damit kaum veränderte.

USA exportieren mehr Sojaschrot

Zweitgrößter Produzent von Biodiesel und HVO sind laut dem IGC-Bericht die USA mit zusammen rund 16 Mrd. Litern im vergangenen Jahr. Das war etwa doppelt so viel wie fünf Jahre zuvor, wobei der überwiegende Teil des Wachstums auf HVO entfiel. Für 2024 rechnet der Getreiderat mit einer Steigerung auf mehr als 17 Mrd. Liter Biodiesel und HVO. Der kräftige Aufwärtstrend in den USA führte zu einem deutlichen Anstieg der industriellen Nachfrage nach Sojaöl, die 2024/25 voraussichtlich den Höchststand von 6,4 Mio. Tonnen erreichen wird, nach 5,9 Mio. Tonnen im Vorjahr.

Parallel dazu ging die Verfügbarkeit von US-Sojaöl für den Export in den vergangenen Jahren zurück, während die Rekordverarbeitung von Sojabohnen zu einem hohen Aufkommen an Sojamehl für die Vermarktung im Ausland führte. Für 2024/25 rechnet das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) mit einer Rekordausfuhr von 15,7 Mio. Tonnen Sojaschrot, nach 14,3 Mio. Tonnen im Vorjahr. Dagegen dürfte sich der US-Inlandsverbrauch von Sojaöl für die menschliche Ernährung laut IGC kaum verändern.

Beimischungsquote in Brasilien steigt

Drittgrößter Erzeuger von Biodiesel und HVO ist nach den IGC-Daten Indonesien mit insgesamt rund 11,8 Mrd. Litern im vorigen Jahr. Für 2024 rechnen die Londoner Marktexperten für das südostasiatische Land mit einem Produktionszuwachs auf etwa 12,9 Mrd. Litern, nennen aber keinen Grund. Auf dem vierten Platz rangiert Brasilien, das 2023 laut Getreiderat rund 7,6 Mrd. Liter Biodiesel und HVO herstellte. Dagegen taxierte der Verband der brasilianischen Pflanzenölindustrie (ABIOVE) die betreffende Menge Ende Dezember auf lediglich 7 Mrd. Liter. 

Wie der IGC feststellt, reichten die großen Sojaernten in Brasilien bislang aus, um die Inlandsnachfrage nach Sojaöl zu decken und gleichzeitig den Weltmarkt weiter zu beliefern - im Gegensatz zu den USA, wo der Export von Sojaöl durch den steigenden Biodieselverbrauch eingeschränkt wurde. Der Getreiderat hebt aber hervor, dass sich die brasilianische Beimischungspflicht für Biodiesel im März dieses Jahres um 2 Prozentpunkte auf 14% (B14) erhöht hat. Im kommenden Jahr steigt der Beimischungsanteil um einen weiteren Prozentpunkt. In der Folge dürfte der Eigenverbrauch Brasiliens an Sojaöl ebenfalls zulegen, denn rund 70% des Rohstoffbedarfs für die Biodieselerzeugung werden dort mit Sojaöl gedeckt. Entsprechend wird das für den Export verfügbare Sojaölvolumen kleiner ausfallen.

USDA: Weniger Sojaschrot aus Brasilien

Auch in Brasilien haben die Sojaschrotexporte im Zuge der Ausweitung der Biodiesel- und Sojaölherstellung zugenommen, und zwar auf 21,3 Mio. Tonnen in der vergangenen Vermarktungssaison. Jedoch wird das südamerikanische Land 2023/24 nach der aktuellen USDA-Schätzung 2023/24 wohl wieder etwas weniger, nämlich „nur“ 21,1 Mio. Tonnen Sojaschrot im Ausland vermarkten. Und für 2024/25 ist - zumindest nach der ersten Prognose der Washingtoner Beamten - mit einer weiteren Einschränkung der brasilianischen Ausfuhren auf 20,5 Mio. Tonnen Sojaschrot zu rechnen. AgE

DBV will Vorrang für Kooperationen
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28.05.2024 - 14:23
DBV will Vorrang für Kooperationen

DBV will Vorrang für Kooperationen

BERLIN. Das Drängen von SPD-Fraktionsvize Dr. Matthias Miersch, die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) möge früher als bislang vorgesehen ihre Vorschläge für das angekündigte Maßnahmenpaket der Koalition vorlegen, sorgt beim Deutschen Bauernverband (DBV) für Befremden. „Wir sehen mit Sorge, dass die Empfehlungen der Zukunftskommission bisher eher als Rechtfertigung für ordnungsrechtliche Verschärfungen zweckentfremdet worden sind“, sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken am Dienstag (28.5.) gegenüber AGRA Europe. Ohne einen klaren Fokus auf den kooperativen Ansatz werde es jedoch mit einem Konsens schwierig, so Krüsken zur derzeitigen Stimmungslage innerhalb der ZKL.

Die Koalition stehe im Wort, noch vor der Sommerpause ein Entlastungspaket für die Landwirtschaft vorzulegen. Die ZKL dürfe dabei nicht als „Vorwand oder Ausflucht für die offensichtliche Ratlosigkeit oder für fehlendes Handeln der Politik“ herangezogen werden, ebenso wenig als „Reparaturbetrieb für handwerkliche Defizite in der Gesetzgebung“, warnte der DBV-Generalsekretär.

Ampel in guten Gesprächen

Das Miersch-Schreiben sei nicht mit ihr abgestimmt, heißt es in der FDP. Dort sieht man die Verzögerung bei der Konsensfindung innerhalb der ZKL gelassen, auch wenn deren Vorschläge damit zunächst nicht im geplanten Maßnahmenpaket der Koalition berücksichtigt werden könnten. Selbst wenn die Vorschläge erst nach einer Beschlussfassung der Koalition eingingen, könne man sie noch zu einem späteren Zeitpunkt in die politische Entscheidungsfindung einfließen lassen, wird in FDP-Kreisen betont. Dort verweist man auf einen regen Austausch, den man mit Mitgliedern der ZKL sowie mit einzelnen Verbänden habe. Zuversichtlich ist man bei den Liberalen, dass sich die Ampelfraktionen auf ein Paket zugunsten der Landwirtschaft verständigen werden. Man sei dazu „in guten Gesprächen“. AgE

Schlachtschweinepreis im Aufwind
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28.05.2024 - 13:24
Schlachtschweinepreis im Aufwind

Schlachtschweinepreis im Aufwind

PEKING. Der seit Anfang 2023 anhaltende Abbau der Sauenbestände in China zeigt langsam Wirkung; die Schlachtschweinepreise steigen wieder. Am Dienstag (28.5.) lag laut nationaler Erhebung der durchschnittliche Schlachtschweinepreis bei rund 17 CNY (2,16 Euro) pro Kilogramm Lebendgewicht (LG). Innerhalb eines Monats hat er um 13% zugelegt und liegt nun um 16% über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Laut Analysten ist damit eine profitable Schweineproduktion wieder möglich, nachdem 2023 hohe Verluste eingefahren wurden.

Die jüngste Preishausse ist den Experten zufolge eher durch das abnehmende und knappere Lebendangebot als durch eine starke Nachfrage nach Schweinefleisch bedingt. Ende April fiel der Sauenbestand mit 39,86 Mio. Tieren gegenüber dem Vormonat zwar nur noch um 0,1% kleiner aus, im Vergleich zum Vorjahresmonat jedoch um fast 3 Mio. Sauen oder 6,9%.

Geringere Schweinefleischimporte

Auch auf der Verbraucherstufe wird die Teuerung langsam spürbar. Im April sanken die Nahrungsmittelpreise in der Volksrepublik gegenüber dem Vorjahresmonat im Schnitt um 1,4%. Schweinefleisch war indes eines der wenigen Produkte, für das mehr gezahlt werden musste, nämlich 1,4%. Im Mai stiegen die Verbraucherpreise laut vorläufigen Daten weiter, weshalb erste Stimmen bereits vor einer dämpfenden Nachfragewirkung warnen.

Das im bisherigen Jahresverlauf den Bedarf besser als in früheren Jahren abdeckende heimische Schweinefleischangebot führte zu rückläufigen Importen. Diese sind laut Außenhandelsstatistik im ersten Jahresdrittel gegenüber Januar bis April 2023 um 310.000 Tonnen oder 29,5% auf 740.000 Tonnen gesunken. Bei den Teilstücken ohne Schlachtnebenerzeugnisse war sogar ein Einbruch um fast die Hälfte auf 340.000 Tonnen zu verzeichnen.

Dumpingfleisch aus der EU?

Möglicherweise politisch motivierten Presseberichten in China zufolge will die dortige Schweineindustrie die Behörden trotz des zuletzt erfolgten Einfuhrrückgangs dazu auffordern, eine Antidumping-Untersuchung zu den  Importen einiger Schweinefleischprodukte aus der Europäischen Union einzuleiten. Die Nachrichtenagentur Bloomberg mutmaßt, dass der Dumpingverdacht Teil von Chinas möglichen Vergeltungsmaßnahmen gegen die EU im Zuge der Handelsspannungen ist. Die EU erwägt ebenfalls wegen Dumpingvorwürfen, verschiedene Importe aus China mit einem Zoll zu belasten, um einheimische Hersteller, beispielsweise von Elektroautos, zu schützen.

Bereits im Januar leitete Peking eine Antidumpinguntersuchung gegen europäische Importe von Brandy ein. Im Jahr 2020 erhob China wegen politischer Spannungen Dumpingvorwürfe gegen australische Gerste und Wein und setzte hohe Strafzölle in Kraft, die den betreffenden Handel praktisch zum Erliegen brachten. Nach Einschaltung der Welthandelsorganisation (WTO) wurden diese erst Mitte 2023 für Gerste und kürzlich für Wein wieder aufgehoben. AgE

Mehr Tote bei weniger Unfällen
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28.05.2024 - 13:08
Mehr Tote bei weniger Unfällen

Mehr Tote bei weniger Unfällen

KASSEL. Die Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau wird offenbar weniger unfallträchtig, bietet aber weiter tödliche Risiken. Zum zweiten Mal in Folge ist im Jahr 2023 die Zahl der meldepflichtigen Unfälle unter der Marke von 60.000 geblieben. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der tödlichen Unfälle. Wie die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) am Dienstag (28.5.) mitteilte, ereigneten sich im vorigen Jahr 57.608 meldepflichtige Unfälle; 2022 waren es 59.024 gewesen.

Auf die Landwirtschaft entfielen 32.217 Unfälle, den Gartenbau 17.911 und 5.351 auf Forstwirtschaft und Jagd. Unfallschwerpunkt blieb die Nutztierhaltung mit 13.017 Unfällen. Hier will die SVLFG mit weiteren Präventionsmaßnahmen ansetzen und auf die strikte Umsetzung der geänderten Vorgaben für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Nutztierhaltung achten. 

Ältere Personen stärker gefährdet

Nach SVLFG-Angaben verloren im vergangenen Jahr 125 Personen bei Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau ihr Leben. 2022 waren es 117 gewesen. Bei Unfällen in der Landwirtschaft verstarben im Berichtsjahr 73 Menschen, davon 19 bei Feld- und Kulturarbeiten sowie zwölf in der Nutztierhaltung. In der Forstwirtschaft verunglückten 36 Personen tödlich, im Gartenbau elf und bei der Jagd drei. Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, bei Arbeiten tödlich zu verunglücken; 45 der betroffenen Personen waren 66 Jahre oder älter. AgE

Mitgliedstaaten sind am Zug
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28.05.2024 - 13:03
Mitgliedstaaten sind am Zug

Mitgliedstaaten sind am Zug

BRÜSSEL. Bei den Bemühungen um die Absenkung des Schutzstatus der europäischen Wölfe liegt der Ball im Feld der Mitgliedstaaten. Darauf hat EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski am Montag (27.5.) beim Agrarrat in Brüssel hingewiesen. Er erinnerte die Minister an die von der EU-Kommission im vergangenen Dezember präsentierte Beschlussvorlage. Mit dieser soll der Rat die notwendige Grundlage für einen Antrag zur Änderung der Berner Konvention schaffen. Bekanntlich muss der Status des Wolfes zunächst im Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere geändert werden, bevor das EU-Recht angepasst werden kann.

Laut Wojciechowski wird die Kommission bis Ende 2026 eine umfassende Bewertung des Erhaltungszustands von allen großen Raubtieren und anderen geschützten Arten erstellen. Die Grundlage dafür bilden werden die Fortschrittsberichte der Mitgliedstaaten, die im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie bis Sommer nächsten Jahres vorliegen müssen.

Österreich macht Druck

Das Thema auf die Tagesordnung des Ministertreffens gebracht hatte Österreich. Auch in Wien ist man sich offenbar bewusst, dass die Mitgliedstaaten nun am Zug sind. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig drängte die belgische Ratspräsidentschaft, den Beschluss zur Änderung der Berner Konvention unverzüglich zur Abstimmung zu bringen. Umfassend eingebunden sehen will Österreich dabei den Agrarrat sowie dessen vorbereitende Gremien.

Laut den Informationen der Österreicher wurden Wölfe im vergangenen Jahr in allen EU-Staaten gesichtet, eine Ausnahme bildeten lediglich Irland, Malta und Zypern. Der nachgewiesene Bestand wird auf etwa 20.300 Individuen veranschlagt. Jährlich sollen in der Gemeinschaft mindestens 65.500 Weidetiere von Wölfen getötet werden. Den größten Anteil sollen mit 73% Schafe und Ziegen ausmachen; immerhin 19% sollen Rinder sein. Auf 6% wird der Anteil an Pferden und Eseln beziffert. AgE

EU-Etat fit für die Zukunft machen
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28.05.2024 - 12:37
EU-Etat fit für die Zukunft machen

EU-Etat fit für die Zukunft machen

BERLIN. Mehr Innovation, mehr Binnenmarkt, mehr Investitionen, mehr gleiche Wettbewerbsbedingungen und weniger Bürokratie - das fordern Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz im Hinblick auf die kommende Legislatur des Europaparlaments und die zukünftige EU-Kommission. In einem gemeinsamen Gastbeitrag, der am Dienstag (28.5.) in der „Financial Times“ erschienen ist, kündigen die beiden Regierungschef an, den EU-Haushalt „fit für die Zukunft“ machen zu wollen. Es gehe darum, Investitionen in transformative Ausgaben und europäische öffentliche Güter weiter zu priorisieren und gleichzeitig an der Einführung neuer „Eigenmittel“ zu arbeiten, wie sie für 2020 vereinbart worden seien. Ob das auch mehr Geld für die EU bedeutet und welche Folgen das für den Agraretat hätte, lassen Macron und Scholz offen.

Europa erlebe eine Zeitenwende, stellen beide in ihrem Beitrag fest. Darin bekennen sich Macron und Scholz zum Green Deal und zur Vorreiterrolle der EU beim Klimaschutz. Betont wird das Ziel, „die EU zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen“. Angemahnt wird eine „ehrgeizige Industriepolitik“, mit der die Entwicklung und Einführung von Schlüsseltechnologien von morgen, wie KI, Quantentechnologien, Raumfahrt, 5G/6G, Biotechnologien, Netto-Null-Technologien, Mobilität und Chemikalien, ermöglicht werden sollen.

„Wir müssen die bestehenden EU-Instrumente in vollem Umfang nutzen und deutlich beschleunigen, von wichtigen Projekten von gemeinsamem europäischem Interesse bis hin zur Rolle des öffentlichen Auftragswesens, wobei wir einen strategischeren Ansatz in den relevanten Sektoren in Betracht ziehen und unsere Wettbewerbsregeln im Hinblick auf die globale Wettbewerbsfähigkeit modernisieren müssen“, so Macron und Scholz.

Binnenmarkt eine große Stärke der EU

Der französische Präsident und der Bundeskanzler sind sich darin einig, dass eine der größten Wettbewerbsstärken Europas der Binnenmarkt ist. „Mit einem modernisierten Binnenmarkt müssen wir seine Vorteile voll ausschöpfen, indem wir die Fragmentierung und die Hindernisse abbauen, die Konnektivität fördern, die Kompetenzen verbessern und die Mobilität und Konvergenz vorantreiben“, betonen Macron und Scholz. Beide sprechen sich außerdem für eine „ehrgeizige, robuste, offene und nachhaltige europäische Handelspolitik“ aus. Die EU solle ein Verfechter des regelbasierten multilateralen Handelssystems bleiben und sich für einen fairen Wettbewerb einsetzen. AgE

Mit Genschere zur Vitamin-D-Tomate
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28.05.2024 - 11:50
Mit Genschere zur Vitamin-D-Tomate

Mit Genschere zur Vitamin-D-Tomate

MONHEIM/ROTTERDAM. Während in der Europäischen Union noch um eine Änderung des Gentechnikrechtes gerungen wird, schlägt die Bayer AG in anderen Teilen der Welt in Sachen Genomeditierung Pflöcke ein. Wie der Konzern am Dienstag (28.5.) mitteilte, treibt er zwei Initiativen mit externen Partnern im Bereich der Genomeditierung von Gemüse voran. So arbeitet Bayer nun gemeinsam mit der südkoreanischen Biotech-Firma G+FLAS zusammen, um durch Genomeditierung Tomatensorten zu entwickeln, die mit Vitamin D3 angereichert sind.

Außerdem vereinbarte der Konzern eine neue Lizenzvereinbarung mit dem US-amerikanischen Lebensmittel- und Agrartechnologie-Start-up Pairwise. Erworben wurde dabei eine Lizenz, die es erlaubt, den von Pairwise genomeditierten braunen Senf, eine Kohlpflanze, zu vermarkten und mit der dahinterstehenden Technologie zu arbeiten. Es ist laut Bayer das erste genomeditierte Lebensmittel, das auf dem nordamerikanischen Markt eingeführt wurde.

Gegen den Vitamin-D-Mangel

Zur Entwicklung der Vitamin-D-Tomate erläuterte Bayer, dass Vitamin-D-Mangel ein weltweit verbreitetes Problem sei, insbesondere in Ländern mit wenig Sonnenlicht im Winter. Das Problem betreffe schätzungsweise eine Milliarde Menschen und könne zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen wie zum Beispiel Rachitis führen. Die Genomeditierung ermögliche es, Änderungen am Genom einer Pflanze vorzunehmen, die auch in der Natur vorkommen oder durch konventionelle Züchtung erreicht werden könnten, allerdings präziser und schneller, betont der Konzern. Gemeint ist die Nutzung der Genschere wie zum Beispiel das CRISPR/Cas-System.

„In unserer Zusammenarbeit mit G+FLAS nutzen wir ihre Genomeditierungstechnologie und kombinieren dies mit dem Genmaterial und der Expertise von Bayer“, erklärte Johannes D. Rossouw, Leiter der Obst- und Gemüseforschung bei der Bayer-Division Crop Science. Er betonte, dass moderne Züchtungsmethoden wie die Genomeditierung zur Gesundheit und einer besseren Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen den Klimawandel beitragen könnten. „Sie ist eine wichtige neue Technologie im Werkzeugkasten von Züchtern und wird in Zukunft auch Teil unserer Pipeline sein“, so Rossouw. Laut Ruth Mathieson, Leiterin Strategisches Marketing bei Bayer Vegetable Seeds, ist das Problem von Nährstoffdefiziten und diese zu schließen, eine treibende Kraft hinter der Wachstums- und Innovationsstrategie von Bayer.

Zur aktuellen Vereinbarung mit Pairwise stellte Rossouw fest, dass diese über den bloßen Verkauf eines Produkts hinausgehe. Denn sie beinhalte auch Rechte zur künftigen Nutzung des Wissens, des geistigen Eigentums und der Technologie. Die Lizenz umfasse Vermarktungsrechte für die von Pairwise entwickelten Sorten sowie das Recht, neue Sorten zu entwickeln. AgE

Nicht alle Mitgliedstaaten an Bord
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27.05.2024 - 19:43
Nicht alle Mitgliedstaaten an Bord

Nicht alle Mitgliedstaaten an Bord

BRÜSSEL. Nicht alle Mitgliedstaaten halten eine Ausweitung der europäischen Vorschriften für die Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln gleichermaßen für notwendig. Das ist am Montag (27.5.) beim Agrarrat in Brüssel deutlich geworden. Deutschland hatte das Thema gemeinsam mit Österreich auf die Agenda setzen lassen. Beide Länder fordern, dem Vorhaben nach den Europawahlen in Brüssel Priorität einzuräumen.

Wir sind der Auffassung, dass die Herkunftskennzeichnung nicht nur die Transparenz erhöht, sondern Verbraucher bei der potenziell nachhaltigeren Kaufentscheidung mit Blick auf Transportwege unterstützen kann“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Zudem könne die Position der Landwirte in der Lebensmittelkette gestärkt werden. Die neue EU-Kommission müsse das Thema weiterverfolgen und rasch einen Vorschlag für die Ausweitung der EU-weiten Herkunftskennzeichnung vorlegen.

„Unbedingt notwendig“ ist eine Ausweitung der bestehenden Bestimmungen auch aus Sicht Österreichs. Ziel müsse es sein, mehr Transparenz am Teller zu schaffen und bewusste Entscheidungen für die Stärkung der lokalen und regionalen Landwirtschaft zu ermöglichen, so der Wiener Ressortchef Norbert Totschnig.

Folgenabschätzung gefordert

An die Seite von Berlin und Wien stellten sich unter anderem die Regierungen von Estland, Finnland, Frankreich und Portugal. Unterstützung kam auch von Spanien und Griechenland.

In Tschechien wird die aktuelle Regelung für ausreichend gehalten. Skeptisch zeigte sich die polnische Delegation. Polen drängt auf eine Folgenabschätzung mit detaillierter Kosten-Nutzen-Rechnung; nahezu gleichlautende Forderungen erhob Bulgarien.

Aus Sicht der dänischen Regierung ist es fraglich, inwieweit eine Ausweitung der Kennzeichnungspflicht einen gesellschaftlichen Mehrwert bringen würde. Für lohnenswerter hält man in Kopenhagen eine Kennzeichnung der Klimawirkung von Lebensmitteln.

Kommission sammelt immer noch Daten

Zurückhaltend äußerte sich Italien. Die Delegation betonte, dass vor allem die Landwirte einen Nutzen von neuen Regelungen haben müssten. Probleme erwartet Luxemburg, beispielsweise durch steigende Kosten innerhalb der Lebensmittelkette. Die Regierung kann sich allenfalls mit einer freiwilligen Regelung anfreunden und würde regionale Angaben bevorzugen.

Die EU-Kommission ist nach eigenem Bekunden allerdings noch damit befasst, die Basis für einen Gesetzesvorschlag zusammenzutragen. Vertreten wurde die Brüsseler Behörde durch die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Mairead McGuinness. Nach ihren Angaben werden derzeit noch Daten und Informationen gesammelt, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen einer erweiterten Kennzeichnungspflicht auf Unternehmen, Verbraucherpreise, Kaufverhalten sowie den Binnenmarkt. AgE

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Über den Industrieverband Agrar

Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) vertritt die Interessen der Hersteller von Betriebsmitteln für einen nachhaltigen Pflanzenbau in Deutschland. Die 51 Mitgliedsunternehmen engagieren sich in den Bereichen Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Pflanzenzüchtung, Biostimulanzien und Schädlingsbekämpfung. Die vom IVA vertretene Branche bietet innovative Produkte für eine moderne Landwirtschaft, professionellen Gartenbau und verantwortungsvolle Privatanwendung.

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Der Verband

Die Mitgliedsfirmen des IVA entwickeln und vertreiben Pflanzenschutz- und Düngemittel für Landwirtschaft und Gartenbau, Biostimulanzien, Schädlingsbekämpfungsmittel für den Hygiene-, Haus- und Gartenbereich und sind im Bereich Pflanzenzüchtung aktiv.

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Im IVA gibt es die Fachbereiche Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Biostimulanzien und Pflanzenzüchtung.

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Landwirtschaft und Umwelt sind eng verbunden. Welche Auswirkungen haben Pflanzenschutz - und Düngemittel sowie ihre Abbauprodukte auf Böden und Gewässer? 

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Die moderne Landwirtschaft sichert die Versorgung mit hochwertigen und gesunden Lebensmitteln.

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Landwirtschaft in der Praxis

Die Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert wächst stetig und mit ihr der Bedarf an Nahrungsmitteln. Die Landwirtschaft wird also mehr produzieren müssen, ohne dabei die Umwelt übermäßig zu belasten. Um diese Herausforderung zu meistern, werden Pflanzenschutz - und Düngemittel noch lange unverzichtbar bleiben.

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Veranstaltungsübersicht

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