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Schule & Wissen
15.10.2019

Welche Weizensorte ist die richtige?

Mit der Saat wird der Grundstein für die nächste Ernte gelegt. Die entscheidende Frage lautet: Welche Sorte passt zum Standort? Foto: Matthias Wiedenau

Serie: Das Jahr im Leben eines Landwirts – Teil 4: Aussaat

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Kaum ist der Mähdrescher eingemottet, richtet sich der Blick des Ackerbauern aus der Köln-Aachener Bucht, den wir in unserer Serie begleiten (siehe Teil 1, Teil 2, Teil 3), nach vorne. Denn im Oktober steht die neue Aussaat an. Bis dahin sind Entscheidungen zu treffen. Die Zulassungspraxis für Pflanzenschutzmittel beeinflusst sie immer stärker.

Aktuell 146 Sorten zugelassen

Ein beliebtes Thema in Gesprächen mit seinen Berufskollegen ist die Frage: „Welche Sorte hatte bei Dir den höchsten Ertrag?“ Schließlich will er Informationen für die anstehende Aussaat sammeln. Denn die Auswahl der zugelassenen Winterweizensorten ist riesengroß. Im Juli 2019 umfasste sie 146 Sorten. In einer Liste des Bundessortenamts sind sie ausführlich beschrieben. Denn Weizen ist nicht gleich Weizen. Die Sorten unterscheiden sich beispielsweise bei Ertrag, Backqualität, Reifezeitpunkt oder der Anfälligkeit für Krankheiten.

Es geht also darum, die Sorte herauszufinden, die unter den Bedingungen der Köln-Aachener Bucht höchste Erträge und die gewünschten Qualitäten liefert. Mit den Angaben aus der Sortenliste geht das nur bedingt. Aussagekräftiger sind die regionalen Praxiserfahrungen. Die Erkenntnisse der Berufskollegen bringen bereits erste Anhaltspunkte. Ganz wichtig sind außerdem die Ergebnisse amtlicher Landessortenversuche und der Versuche von Vermarktungseinrichtungen.

Nicht alles auf ein Pferd setzen

Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß der Landwirt, dass heiß gehandelte Sorten in einem Jahr top sind, aber im Folgejahr auch floppen können. Und er weiß auch, dass es keine eierlegenden Wollmilchsau-Sorten gibt. Deshalb baut er drei verschiedene Sorten an, wodurch er das Risiko von negativen Überraschungen verringert. Er wählt grundsätzlich immer eine früher und eine später abreifende Sorte aus. Die frühere Sorte kommt auf leichtere Böden, die die Winterfeuchte nicht so lange halten können. Die im Normalfall ertragreichere spätere Sorte gehört auf die besseren Böden mit einer dicken Lösslehmschicht.

Gesunde Sorten immer wichtiger

Zunehmend achtet der Weizenanbauer auf gesunde Sorten, die weniger anfällig gegenüber Krankheiten wie Gelbrost, Braunrost oder Mehltau sind. Denn die Auswahl an zugelassenen Fungiziden und damit die Möglichkeiten der chemischen Bekämpfung wird geringer. Leider büßen die ursprünglich robusten Weizensorten ihre Fähigkeiten irgendwann ein. So bilden Gelbrost-Erreger neue Stämme, die die eingezüchteten Eigenschaften unterlaufen.

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