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Umwelt & Verbraucher
03.05.2022

Traditionsgemüse Mairüben

Mairüben sind eine besondere Form der Speiserübe. Foto: iStock

Die etwas schärfere Rübenvariante hat im Mai und Juni Saison

Ein in Vergessenheit geratenes Traditionsgemüse – so könnte man die Mairüben nennen. Das Wurzelgemüse ist eine auffallende Form der Speiserübe mit dickem weißem bis rötlichem Bauch. In der Küche können Mairüben unseren Speiseplan auf vielfältige Art und Weise als Rohkost, Salat, Suppe oder Gemüse verfeinern. Sie eignen sich auch für den Anbau im eigenen Garten, wenn einige Regeln des Gartenbaus beachtet werden.

Die Mairübe, in der rosa Form auch Navette genannt, macht ihrem Namen alle Ehre: Sie ist nämlich ein Saisongemüse, das hauptsächlich im Mai/Juni geerntet wird. In früheren Jahrhunderten erfüllte die weiße Rübenwurzelknolle eine ähnliche Funktion wie Kartoffeln als sattmachendes Grundnahrungsmittel. Mairüben stammen ursprünglich aus Indien. Heute sind sie sowohl in tropischen Ländern als auch in Europa weit verbreitet. Nachdem sie lange von unserem Speiseplan verschwunden waren, kommen sie jetzt vermehrt wieder in unsere Küche und auf den Teller. Geschmacklich erinnern sie ein wenig an das Teltower Rübchen, an die Steckrübe oder auch an die Herbstrübe.

Mairüben schmecken durch ihre Senföle etwas schärfer als zum Beispiel die eher süßlichen Mohrrüben oder Karotten. Sie enthalten Pro-Vitamin A beziehungsweise Beta-Carotin, viele B-Vitamine und auch reichlich Folsäure sowie Mineralstoffe wie Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor, Eisen, Zink und Natrium. Zu einem großen Teil aus Wasser bestehend enthalten Mairüben dagegen so gut wie kein Fett.

Verwendbar im Salat, als Suppe, als Rösti oder als Koch- und Pfannengemüse

Mairüben sollten geschält werden, wenn man sie roh zum Beispiel als Salat essen möchte, da sie eine relativ feste Schale haben. Zum Kochen werden sie wie Karotten auch in dünne Scheiben geschnitten, gehobelt oder geraspelt und finden dann in einer Suppe Verwendung oder sie werden als leckere Gemüsebeilage gereicht. Mairüben lassen sich auch zu Rösti verarbeiten und sie schmecken lecker in einem Gemüse-Curry. Da die Rüben eine kurze Garzeit von etwa zwölf Minuten haben, eignen sie sich wunderbar für die schnelle Küche. Es können auch die Rübenblätter verwendet werden, sie sind eine gute Vitamin C-Quelle, besonders wenn sie nur kurz gedünstet und nicht gekocht werden. In dieser Form erinnern sie dann an Spinat. Im Rheinland und in Westfalen wird auch „Rübstiel“ aus den Stielen von Mairüben und Herbstrüben gemacht: Die Stiele werden gehackt, gedünstet und entweder pur zu einem Fleischgericht serviert oder mit Kartoffelpüree oder Stampfkartoffeln gemischt als Beilage zu Fleisch gereicht.

Für Gemüsegarten-Anfänger geeignet

Wer Mairüben im eigenen Garten anbauen möchte, der sät sie im Frühjahr in einer Saattiefe von 1-2 Zentimeter und einem Reihenabstand von gut 20 Zentimetern alle 10-15 Zentimeter in die Erde. Sie sind sogenannte „Schwachzehrer“, sind also sehr genügsam, was ihren Nährstoffbedarf betrifft und gedeihen auch auf leichten, sandigen Böden. Doch Achtung: Mairüben schmecken nicht nur dem Menschen, sondern auch Erdflöhen, Kohlfliegen und der gefräßigen Raupe des Kohlweißlings. Sie sollten wie alle Kreuzblütler nicht zwei Jahre hintereinander auf derselben Fläche stehen, damit Wurzel-Krankheiten wie die Kohlhernie sich nicht ausbreiten können. Als direkte Nachbarn eignen sich Salat, Mangold, Spinat, Erbsen und Bohnen sowie Dill.

Sechs bis acht Wochen nach der Aussaat sind die Mairüben schon erntereif. Die runde Wurzelknolle sollte maximal 10 Zentimeter Durchmesser haben, damit sie zart schmeckt. Einmal geerntet, sollten Mairüben im Gemüsefach des Kühlschranks nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen gelagert werden, da sie sonst schnell ihr Aroma verlieren und schrumpelig werden. Die Lagerdauer wird verlängert, wenn das Laub abgeschnitten wird und die Rüben nicht gewaschen werden. In geeigneten Kellern können Mairüben auch in feuchtem Sand gelagert und somit die Lagerungsdauer verlängert werden. Auch hier gilt: die langen Blätter entfernen und die Herzblätter an der Rübe belassen. Werden all diese Regeln beachtet, steht dem leckeren Genuss der knackigen Rüben sowohl als traditionelle Gerichte als auch in neuen Veggi-Gerichten nichts mehr im Weg.

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