So bleiben grüne Bohnen im Garten gesund

26.07.2018 Haus & Garten

Über Krankheiten und wie man sie verhindert

Für Bohnen findet sich in jedem Garten Platz. Entweder können Buschbohnen auf dem Beet angebaut werden oder wenn der Platz nicht reicht, geht man in die Höhe. Stangenbohnen können gestalterisch sehr attraktiv an einem Tipi als grünes Indianerzelt herangezogen werden. Mit beiden Anbauformen erzielt man aber nur dann Erfolge im heimischen Garten, wenn außer auf optimale Kulturbedingungen auch ein Augenmerk auf mögliche Krankheiten gelegt wird.

Keimlings- und Auflaufkrankheiten – mehrere pilzliche Erreger

Bereits vor oder nach dem Auflaufen sterben Keimlinge ab. Später faulen die Wurzeln und unteren Stängelteile, die sich rötlich bis braun verfärben und absterben. Keimlingskrankheiten treten vor allem bei hoher Boden- und Luftfeuchte sowie niedrigen Bodentemperaturen auf.

Ein Wurzel- und Stängelbasis-Befall kommt unter anderem durch eine auf die Bohne spezialisierte Fusarium-Art (Fusarium solani f. sp. phaseoli) vor. Weitere Erreger sind zum Beispiel Rhizoctonia solani, Sclerotinia sclerotiorum, Thielaviopsis basicola und Pythium-Arten.

Da diese Erreger vor allem geschwächte Pflanzen befallen, ist es wichtig für gute Keimbedingungen zu sorgen. Hierzu gehören  ein nicht zu tiefes Legen der Bohnen und die Saat möglichst nicht während nasskalter Perioden. Bei einer Vorkultur im Blumentopf ist auf das Verwenden von desinfizierter, zum Beispiel gedämpfter Anzuchterde zu achten.

Brennfleckenkrankheit - Colletotrichum lindemuthianum

Vornehmlich an Buschbohnen treten auf den Blättern und Stängeln graubraune Flecken auf. Die Blätter können schließlich vertrocknen und absterben. Sehr auffällig sind die braunen, dunkel umrandeten, auch eingesunkenen bis 1 Zentimeter großen Flecken auf den Hülsen. Bei Wachsbohnen sind sie rötlich umrandet. Der pilzliche Erreger wird mit dem Saatgut übertragen. Er wächst durch die Hülsen auch bis zu den Samen vor und infiziert diese. Dringt er tief in die Samen ein, kann bereits der Keimling im Samenkorn befallen werden. Solche Samen keimen schlechter oder laufen nicht auf.

Auf den Flecken bildet er seine Fruchtkörper, die die Sporen in rötlich-grauen Schleimtropfen entlassen. Sie werden vor allem bei Regenwetter verbreitet. Zur Infektion benötigt der Pilz eine hohe Luftfeuchte und im Optimum eine Temperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius. So begünstigen feuchte Sommer und Anbaulagen mit häufiger Taubildung besonders die Krankheit. Die bedeutendste Verbreitungsart der Krankheit ist mit infiziertem Saatgut gegeben. Eine Infektionsgefahr geht aber auch von befallenen, nicht verrotteten, auf dem Erdboden liegenden Ernterückständen aus.

Die einzelnen Sorten sind unterschiedlich anfällig gegenüber der Krankheit. Deshalb sollte man bei der Sortenwahl resistente oder tolerante Sorten, wie  zum Beispiel bei Buschbohnen die Sorten Scuba, Sigma, Sixta, Valdor oder Montano, nutzen. Vorbeugend sind alle Ernterückstände der Bohnen sorgfältig zu entfernen und zu vernichten. Von erkrankten Pflanzen darf kein Saatgut gewonnen werden. Anbaupausen und eine nicht zu dichte Aussaat sind zu empfehlen.

BohnenrostUromyces phaseoli (U. appendiculatus)

Die Blattoberseite zeigt sich mit etwas aufgewölbten, gelblichen Flecken. Hier befinden sich unterseits anfangs weißliche Pusteln, die sich später braun bis schwärzlich verfärben. Bei starkem Befall sterben die Blätter ab. Es kommt auch zu Infektionen der Hülsen. An Stangenbohnen tritt die Krankheit meist ab Spätsommer auf. Der pilzliche Erreger überwintert an Pflanzenresten und Bohnenstangen. Er ist auf die Bohne spezialisiert und wechselt nicht den Wirt. Das heißt, alle Sporenformen kommen auf den Bohnenpflanzen vor.

Die einzelnen Sorten sind unterschiedlich anfällig gegenüber der Krankheit. Deshalb sollte man auch hier bei der Sortenwahl resistente oder tolerante Sorten verwenden. Bei der Stangenbohne Tamara ist eine Toleranz gegenüber Bohnenrost ausgewiesen. Nicht immer wird der Rost bei den Sortenbeschreibungen direkt angezeigt. Oft gibt es nur den Hinweis „resistent gegen alle wichtigen Bohnenkrankheiten“, „widerstandsfähig gegen Bohnenkrankheiten“ oder „unempfindlich gegen viele Krankheiten“. Vorbeugend sollte man alle Pflanzenreste sorgfältig vernichten, im folgenden Jahr neue Bindfäden verwenden, die Bohnenstangen desinfizieren und möglichst die Anbaufläche wechseln.

Grauschimmel - Botrytis cinerea

Es entsteht eine Fäule an Blättern und grünen Bohnenhülsen mit grauem Schimmelrasen. Die Krankheit tritt vor allem bei hoher Feuchtigkeit (regnerische Witterungsperioden) und in sehr dichten Beständen auf. Der Grauschimmel ist ein Schwächeparasit und kommt an vielen Pflanzen vor. Er ist allgegenwärtig und überdauert auch an abgestorbenen Pflanzenteilen.

Vorbeugend sollte man daher vor allem für einen luftigen Stand der Pflanzen sorgen und sich besonders der Unkrautbekämpfung auf den Bohnenbeeten widmen. Befallene Pflanzenteile müssen entfernt und vernichtet werden.

Sklerotinia-FäuleSclerotinia sclerotiorum

Einzelne Stängel, Blätter oder Hülsen weisen meist graugrüne, wässrige Faulflecken auf. Hier bildet sich ein weißes, watteartiges Pilzmyzel mit festen bohnenförmigen schwarzen Gebilden (Sklerotien). Das befallene Gewebe vermorscht und die Pflanzen sterben vorzeitig ab. Wenn an den Faulstellen nicht das typische Pilzmyzel oder die Sklerotien zu finden sind, können die infizierten Pflanzenteile zur Diagnose für einige Tage in einen mit feuchtem Wattebausch versehenen Folienbeutel gegeben und warm aufbewahrt werden. Nach wenigen Tagen bilden sich dann das Pilzmyzel und die Sklerotien.

Die Sklerotien können viele Jahre im Boden überleben. Sie keimen in der Regel nur in den oberen Zentimetern des Bodens aus, werden aber mit jedem Bearbeitungsgang des Bodens wieder an die Oberfläche gebracht. Die sich bildenden Sporen infizieren die betreffenden Wirtspflanzen. Der pilzliche Erreger hat einen großen Wirtspflanzenkreis, zu dem neben Chicoreé, Tomaten, Paprika, Petersilie, Salat oder Blumenkohl noch zahlreiche andere Zierpflanzen gehören.

Vorbeugend ist bei der Aussaat auf nicht zu dicht werdende Pflanzenbestände zu achten. Befallene Pflanzenteile sind so vorsichtig aus dem Bestand zu entfernen und zu vernichten, dass keine Sklerotien zu Boden fallen, die die Beete verseuchen. Für den Folgeanbau ist unbedingt ein Flächenwechsel vorzunehmen.