Chinakohl hat Saison von April bis März

24.01.2019 Schule & Wissen

Das Gemüse braucht viel Wasser und Nährstoffe

Sein Name deutet schon darauf hin: Chinakohl stammt ursprünglich aus dem Reich der Mitte. Die Verwandtschaftsbeziehung zu den bei uns sehr beliebten Gemüsekohlzüchtungen ist allerdings gering. Die knackigen Blätter zeichnen sich durch ihre Bekömmlichkeit und vielseitige Verwendungsmöglichkeiten aus. Deutschen Chinakohl gibt es ganzjährig hauptsächlich aus Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Wissenswert

Wer Schwierigkeiten mit der Bekömmlichkeit von Kohl hat, sollte es einmal mit Chinakohl probieren. Ebenso wie Blumenkohl ist er sehr mild im Geschmack und gut verdaulich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Chinakohl nur sehr weitläufig mit dem Gemüsekohl verwandt ist, von dem Rot-, Weiß-, Rosen- oder Grünkohl abstammen. Diese Arten haben alle den typischen intensiven Kohlgeschmack. Chinakohl zählt zur Gattung der Rübsen , die eine Elternart des Rapses ist.

Doch Chinakohl hat noch weitere Stärken. Die Blattrippen sind angenehm zart und die Blätter sehr knackig. Mit Dressing angemacht, schmecken sie auch nach mehreren Stunden noch frisch und lecker. Die Blätter lassen sich nicht nur als Salat nutzen. Gekocht, gebraten, geschmort oder gedünstet – schon nach fünf bis acht Minuten sind sie gar und behalten damit einen Großteil ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Folsäure und andere B-Vitamine. Chinakohl passt als Beilage zu Fleisch und Fisch sowie als Zutat in Gemüsepfannen oder Suppen. Koreaner bereiten aus ihm ihr Nationalgericht Kimchi zu. Dafür wird der Chinakohl eingelegt, vergoren und anschließend scharf gewürzt. Das Prinzip entspricht der Sauerkrautherstellung aus Weißkohl.

Die gewellten Blätter, die außen hellgrün und innen gelb sind, bilden einen lockeren ländlich-ovalen bis kegelförmigen Kopf. Die Köpfe werden manchmal mit Pak Choi (Senfkohl) verwechselt. Dessen Blätter sind aber ähnlich wie Mangold dunkelgrün, die Köpfe sind etwas kleiner und sie weisen einen kohltypischen Strunk auf.

Herkunft und Ansprüche

Der Chinakohl (Brassica rapa ssp. pekinensis), auch Peking- oder Japankohl genannt, wurde nachweislich bereits im 5. Jahrhundert in China angebaut. Von dort verbreitete er sich über die ost- und südostasiatischen Länder und Amerika. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird er auch in Mitteleuropa angebaut. Er benötigt tiefgründige und nährstoffreiche Böden mit einem pH-Wert von 6 bis 7. Dazu einen halbschattigen bis sonnigen und windgeschützten Standort sowie jede Menge Wasser.

Anbau

Hobbygärtner säen Chinakohl ab Mai im Hausgarten aus und vereinzeln die Jungpflanzen in einem Abstand von 30 Zentimetern in der Reihe bei einem Reihenabstand von 40 Zentimetern. Ab August kann der erste Chinakohl geerntet werden. Oft wird er aber wegen der geringeren Schossgefahr bei höheren Temperaturen erst Ende Juni gesät und ist dann ab Oktober erntereif. Im professionellen Anbau erfolgen die Pflanzenanzucht üblicherweise im Gewächshaus und der Freilandanbau unter Vlies. So kommt bereits ab Mai frischer Chinakohl auf den Markt. Weil das Gemüse leichte Fröste im Herbst und Winter übersteht und sich gut lagern lässt, hat es bis Februar Hauptsaison. Im März und April ist vereinzelt frische Ware auf dem Markt.

Pflanzenschutz und Düngung

Obwohl Chinakohl zu den pflegeleichteren Kulturen zählt, sollte der Anbauer sie im Blick behalten. Unkräuter, Schädlinge ( Erdflöhe , Kohlfliege, Kohlweißling, Weiße Fliege) und Pilzkrankheiten (Kohlhernie, Verticillium, Kohlschwärze, Falscher Mehltau) gilt es vorzubeugen beziehungsweise zu bekämpfen. Das Gemüse benötigt relativ große Nährstoffmengen. Die Höhe der erforderlichen Düngung lässt sich erst nach vorangegangener Bodenuntersuchung genau bestimmen.

Ernte und Lagerung

Im Laufe des Wachstums schließen sich die Blätter zu einem Kopf. Erntereife Köpfe sind circa 50 Zentimeter lang und ungefähr 1 Kilogramm schwer. Die Erntehelfer schneiden sie knapp über der Bodenoberfläche ab und entfernen die äußeren Blätter. Die übrigen Blätter dürfen nicht beschädigt werden, weil sie sonst schnell faulen. Bereits auf dem Feld werden die Köpfe in Kisten oder Foliensäcken verpackt und gehen dann in den Handel. Im Kühlschrank hält sich frischer Chinakohl bis zu zehn Tage. Wird die Pflanze aber mit Wurzel geerntet und in Zeitungspapier eingeschlagen, bleibt sie in einem kühlen Lagerraum mit hoher Luftfeuchtigkeit bis zu fünf Wochen frisch.

Zahlen

In Deutschland ist der Chinakohl-Anbau in den letzten Jahren von 1110 Hektar im Jahr 2012 auf 834 Hektar im Jahr 2017 zurückgegangen. Bei einem mittleren Ertrag von 46,6 Tonnen pro Hektar umfasste die gesamte Ernte 2017 38 866 Tonnen. Weißkohl als bedeutendstes Kohlgemüse kam auf 6331 Hektar, 75,6 Tonnen pro Hektar und 478 698 Tonnen Gesamterntemenge (Zahlen: Statistisches Bundesamt).

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