Schäden an Euonymus – Spindelbaum, Pfaffenhütchen

26.05.2020 Haus & Garten

Schädlinge und Krankheiten beeinträchtigen Schmuckwert und Wuchs

Euonymus, der Spindelbaum, hat viele Arten und Kultursorten, die strauchartig, als kleine Bäume, niederliegend oder kletternd wachsen. Die einzelnen Arten und Sorten sind vielseitig in der Gartengestaltung verwendbar. Beliebt ist das Pfaffenhütchen, das mit seinem Fruchtschmuck bezaubert und dessen Blätter eine gelbe bis rote Herbstlaubfärbung zeigen. Allerdings beeinträchtigen einige Schädlinge und Krankheiten zeitweise oder langfristig den Schmuckwert.

Sträucher mit Gespinsten überzogen

Ab Mai sind am Pfaffenhütchen zunächst kleine, jedoch ständig größer werdende, weiße, oft schleierartige Gespinste zu finden. Die Sträucher erscheinen dann wie von mehreren Schleiern eingehüllt. Darin werden die Blätter völlig weggefressen, sodass die Sträucher dann kahl dastehen.

Ursache: Spindelbaumgespinstmotte – Hyponomeuta cognatellus (H. evonymi)

Im Schutz dieser Gespinste fressen die bis zu 2 Zentimeter langen, gelblichen und mit schwarzen Punkten versehenen Raupen. Sie verpuppen sich in den Gespinsten. Ab Juli können kleine weiße Schmetterlinge beobachtet werden, die auf den Vorderflügeln schwarze Punkte tragen. Ihre Flügelspannweite beträgt nur 2 Zentimeter. Sie legen ihre Eier auf den Zweigen ab. Die bald schlüpfenden Jungraupen überwintern dort.

Abhilfe: Bei geringem Befall lohnt es sich, die Gespinste mit den darin sitzenden Raupen abzuschneiden und zu vernichten. Sind die Schäden umfangreich und in größeren Pflanzenbeständen, so können auch direkte Gegenmaßnahmen mit zugelassenen Insektiziden notwendig werden. Diese sind umso wirksamer, je jünger die Raupen sind und bevor größere Gespinste angelegt wurden. Um die Gespinste zu durchdringen, muss mit hohem Druck gespritzt werden.

Gekräuselte Blätter an Triebspitzen, Triebdeformation

Im zeitigen Frühjahr kräuseln sich die Blätter und das Wachstum des jungen Austriebs ist stark gehemmt. Der Schmuckwert ist stark beeinträchtigt. An den Pflanzenteilen sind dichte Kolonien von Blattläusen zu finden. Es entsteht ein glänzend klebriger Belag (Honigtau) Die Blattlauskolonien werden von Ameisen besucht, die den Honigtau als Leckerbissen verzehren.

Ursache: Schwarze Bohnenlaus – Aphis fabae

Die 1,5 bis etwa 2 Millimeter großen, schwarzen bis schwarzbraunen Läuse überwintern in Eiform auf dem Euonymus. Im Mai/Juni wandern die Läuse auf krautige Pflanzen. Neben Bohnen gehören dazu zahlreiche Zierpflanzen. Von diesen wandern die Läuse zurück und legen ihre Wintereier am Pfaffenhütchen ab. In Schäden und Lebensweise ähnlich ist die Blattlausart Aphis euonymi.

Abhilfe: Direkte Maßnahmen mit gegen saugende Insekten zugelassenen Präparaten müssen sofort nach dem Austrieb der Sträucher erfolgen.

Blätter sind am Rand befressen

Blätter sind vom Blattrand her buchtenförmig befressen. Larven fressen an den Wurzeln und können dadurch den Wuchs der Pflanzen mindern. Häufiges Auftreten an bodendeckenden Arten und Sorten.

Ursache: Gefurchter Dickmaulrüssler – Otiorrhynchus sulcatus

Der schwarze, flugunfähige, 1 Zentimeter lange Käfer erscheint im Frühjahr und frisst nachts an Blättern, gelegentlich auch an Knospen und an der Rinde. Tagsüber leben die Tiere in Verstecken an der Bodenoberfläche. Die Schäden durch die an den Wurzeln fressenden, etwa 1,2 Zentimeter langen, gelblich-weißen, fußlosen Larven sind größer. Sie können vor allen Dingen bei jungen Pflanzen zum Welken und Absterben führen. Die Verschleppung des Schädlings erfolgt mit Erde oder mit befallenen Pflanzen. Außer am Euonymus kann er noch an Eibe, Kiefer, Fichte, Wacholder, Scheinzypresse, Forsythie, Rhododendron, Rose, Hortensie, Efeu und an einer Reihe krautiger Zierpflanzen auftreten.

Abhilfe: Zur Bekämpfung ist das Ausbringen von pflanzenunschädlichen insektenparasitischen Nematoden eine empfehlenswerte biologische Methode. Der Einsatz von Nematoden gegen die Larven des Gefurchten Dickmaulrüsslers ist dann erfolgreich, wenn die Bodentemperaturen über 15 Grad Celsius liegen, auf keinen Fall unter 11 Grad Celsius absinken und der Boden auch einige Tage nach der Anwendung ausreichend feucht gehalten wird. Diese Nematoden werden in Deutschland von verschiedenen Firmen auch über den Gartenfachhandel vertrieben.

Blätter mit weißen Flecken

Auf den Blättern entsteht ein flächiger weißlicher Belag, der später schmutzig-grau wird. Bei immergrünen Arten zeigt sich das Schadbild zumeist in mehreren rundlichen weißen Flecken. Starker Befall kann zu Wuchsminderungen und zum Absterben der Blätter führen. Besonders bei immergrünen Arten kann der Schmuckwert beeinträchtigt werden.

Ursache: Echte Mehltaupilze – Microsphaera euonymi, Phyllactinia guttata

Abhilfe: Meist ist der Befall auffällig, aber zu tolerieren. Eine optimale Nährstoffversorgung stärkt die Pflanzen auch gegen diesen Pilzbefall. Nur selten sind direkte Pflanzenschutz -Maßnahmen erforderlich.

Knollige Auswüchse an Wurzeln

Vorwiegend am Wurzelhals und an den Wurzeln kommt es zu unterschiedlich geformten, meist rauen, kropfartigen Wucherungen. Die anfangs kleinen, knolligen Gebilde nehmen an Größe stark zu und führen sowohl zu einer mechanischen Störung der Wasserversorgung oberirdischer Pflanzenteile als auch zum Entzug von Assimilaten. Seltener bilden sich die Wucherungen an oberirdischen Pflanzenteilen.

Ursache: Wurzelkropf – Agrobacterium tumefaciens

Das Bakterium hat einen außerordentlich großen Wirtspflanzenkreis, zu dem neben Gehölzen aus der Familie der Rosaceae auch viele Zierpflanzen und sogar Zuckerrüben gehören. Der Schaden an den Pflanzen ist umso größer, je jünger sie zum Zeitpunkt der Infektion sind. Das Krankheitsauftreten ist von Jahr zu Jahr und von Standort zu Standort großen Schwankungen unterworfen und wird durch hohe Bodenfeuchte begünstigt. Das Bakterium ist nicht in der Lage, aktiv in die Pflanze einzudringen, sondern ist auf vorhandene Öffnungen, zu denen auch Wunden gehören, angewiesen.

Abhilfe: Beim Roden, Transportieren und Pflanzen sollte darauf geachtet werden, die Wurzeln möglichst wenig zu verletzen. Ein mechanisches Entfernen der Wucherungen vor der Pflanzung ist nicht immer erfolgversprechend. Auf keinen Fall dürfen aber die Wurzelkröpfe in den Boden kommen.