Wintergemüse Petersilienwurzel

Würziger Genuss, nicht nur im Suppengrün

Wurzelgemüse fristete lange Zeit ein Schattendasein, aber seit einigen Jahren liegen die heimischen Schätze wieder im Trend. Die Petersilienwurzel macht sich gut im Suppengrün, hat aber wegen ihrer kulinarischen Vorzüge durchaus eine Hauptrolle als Wintergemüse verdient. Und auch aus gesundheitlichen Aspekten hat sie einiges zu bieten, wie unser Pflanzenporträt zeigt.

Die Petersilienwurzel, auch Wurzel- oder Knollenpetersilie genannt (lat. Petroselinum crispum var. tuberosum) gehört zur Gattung der Doldenblütler (Apiaceae) und ist eine Unterart der Blattpetersilie (Petroselinum crispum var. crispum). Im Gegensatz zu dieser bildet die Wurzelpetersilie – der Name legt es nahe – eine stark verdickte, weiße Wurzel, die unten spitz zuläuft. Sie wird bis zu 20 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von bis zu 5 Zentimetern. Die Blätter der Petersilienwurzel ähneln optisch denen der Blattpetersilie und können ebenfalls zum Würzen verwendet werden, sind aber nicht ganz so aromatisch. Die Wurzel ist, anders als die Blätter, weitgehend frosthart. Im zweiten Jahr bildet die krautige Pflanze einen hohlen, leicht gerillten und bis zu 90 Zentimeter langen Blütenstängel, der im Juni und Juli gelbgrüne Doldenblüten trägt.

Verwechslungsgefahr mit Pastinaken

Aufgrund von Form und Farbe wird die Petersilienwurzel oft mit der Pastinake verwechselt. Trotz des auf den ersten Blick ähnlichen Aussehens gibt es einige Merkmale, mit denen man die beiden Wurzelgemüsearten gut voneinander unterscheiden kann: Die Petersilienwurzel ist insgesamt schlank und hat einen nach außen gewölbten Blattansatz. Die Pastinake wird dagegen zum Kopf hin immer dicker, und ihr Blattansatz ist eingesunken. Auch beim Aroma gibt es deutliche Unterschiede: Während die Pastinake mit ihrem süßlichen Geschmack eher an die Möhre erinnert und daher gerne für Babynahrung verwendet wird, bietet die Petersilienwurzel den typisch intensiven, würzigen Petersiliengeruch und -geschmack.

Einkauf und Verwendung von Petersilienwurzeln

Petersilienwurzeln stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, werden aber heute weltweit angebaut. Erhältlich sind sie über die gesamten Wintermonate bis ins Frühjahr hinein. Beim Einkauf sollte man am besten zu kleinen Petersilienwurzeln greifen, denn je kleiner sie sind, desto zarter sind sie und desto besser schmecken sie. Die Schale des Wurzelgemüses sollte fest und unversehrt sein, die Blätter grün und saftig.

Häufig sind Petersilienwurzeln als Teil des klassischen Suppengrüns zu finden. Auf Wochenmärkten und im Gemüsehandel gibt es sie aber auch vermehrt als Bundware. Neben Suppen, Eintöpfen und Saucen eignen sich Petersilienwurzeln gut als Beilage wie Rahm- oder Ofengemüse – zum Beispiel in Form von Pommes. Geraspelt schmecken sie auch roh in Salaten. In Gemüsebratlingen, Aufläufen und vielen anderen Gerichten machen sie ebenfalls eine gute Figur. Und dabei liefern sie nicht nur Genussmomente, sondern haben auch für unsere Gesundheit einiges zu bieten:
Petersilienwurzeln liefern wertvolle ätherische Öle, sind verdauungsanregend, entzündungshemmend und harntreibend. Außerdem enthalten sie neben einigen Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium und Eisen auch außergewöhnlich viel Vitamin C. Schwangere sollten allerdings vorsichtig sein, da das in Petersilie und Petersilienwurzeln enthaltene Apiol eine wehenfördernde Wirkung haben kann.

Wurzelpetersilie aus dem eigenen Garten

Die bekannteste Sorte der Wurzelpetersilie ist die ‚Halblange‘, die schon seit über hundert Jahren im Handel erhältlich ist. Sie hat glatte, mittellange, kegelförmige Wurzeln, ist ertragreich und punktet mit einem angenehm würzigen Geschmack, der sich beim Kochen noch verstärkt. Wer einen eigenen Garten hat, kann die Pflanze problemlos selbst anbauen und hat dabei eine große Auswahl an weiteren Sorten, zum Beispiel ‚Alba‘, ‚Konika‘ oder die ‚Lange Oberlaaer‘. Letztere wächst besonders schnell und eignet sich gut für Gemüsegerichte.

Optimal für die Aussaat sind die Monate März und April. Dabei sollte der Boden erst tiefgründig gelockert und mit Kompost angereichert werden. Die Samen sollten 1 bis 2 Zentimeter tief im Boden liegen, mit etwas Erde bedeckt und vorsichtig angegossen werden. Auch während der Keimung, die zwei bis vier Wochen dauert, sollte die Erde feucht gehalten werden. Danach sollten die Pflanzen in der Reihe auf etwa 7 Zentimeter Abstand vereinzelt werden. Wichtig ist es auch, die Saatreihen zu markieren, da die Wurzelpetersilie unregelmäßig keimt und leicht mit Unkraut verwechselt werden kann, beziehungsweise von diesem überwuchert wird.

Wachstum und Pflege der Wurzelpetersilie

Auch während des Wachstums sollte das Unkraut regelmäßig aus dem Beet entfernt werden, da die Wurzelpetersilie nicht sehr konkurrenzstark ist. Die Pflanzen benötigen in dieser Zeit viel Wasser, vertragen jedoch keine Staunässe. Und auch bei der Fruchtfolge sind Petersilienwurzeln etwas empfindlich: Im selben Beet sollte die Pflanze, ebenso auch andere Doldenblütler, erst nach drei oder vier Jahren wieder angebaut werden. Gut als Vorkultur geeignet sind dagegen Hülsenfrüchte, Mangold, Rote Bete und Spinat. Geerntet werden kann von Oktober bis in den Februar, wenn der Boden frostfrei ist. In feuchtem Sand sind die geernteten Wurzeln ohne Kraut bis zu sechs Monate haltbar.

Beliebte Beiträge