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Umwelt & Verbraucher
27.01.2022

Superfood Camu Camu

Camu Camu wächst im Amazonasgebiet Südamerikas. Foto: Shutterstock

Kleine Beeren mit reichlich Vitamin C

Camu Camu ist eine sehr saure Beere, die an kleinen Regenwald-Bäumen in der Amazonasregion wächst. Ursprünglich kommt sie aus Peru, wächst aber unter anderem auch in Brasilien, Kolumbien und Bolivien. Die Früchte enthalten hohe Mengen an Vitamin C, weshalb sie als besonders gesund gelten und zu den Superfoods gezählt werden.

Camu Camu (Myrciaria dubia), auch Rumberry und in Brasilien auch „Cacari“ oder „Araca de agua“ genannt, ist in der Amazonasregion schon lange bekannt. Dort werden die Beeren geschält oder als Saft konsumiert. In den letzten Jahren wurde Camu Camu jedoch zunehmend zum Aromatisieren von Eiscremes und Süßigkeiten wie Fruchtgummi verwendet. Weil es erst wenige Plantagen gibt, werden die Beeren meist wild gesammelt, was dazu führte, dass die Bäume zu einer bedrohten Pflanzenart geworden sind. Durch die Übererntung der Wildbestände von Camu Camu sind sogar einige Fischarten gefährdet, die sich von den Früchten ernähren.

Camu Camu

Camu Camu ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Myrtengewächse. Der reich verzweigte Stamm ist glatt und hat eine dünne, bräunliche Rinde. Er erreicht eine Höhe von 3 bis 8 Metern, mitunter auch mehr. Seine gegenständigen Blätter werden bis zu 12 Zentimeter lang und über 4 Zentimeter breit. Sie sind kurz gestielt, elliptisch bis eiförmig und zugespitzt. Außerdem glänzen die Blätter leicht und tragen auf der hellen, matten Unterseite zahlreiche Drüsen. Auch die paarig angeordneten, gelblich-weißen Blüten haben Drüsen. Sie sind zwittrig mit doppelter Blütenhülle und besitzen bewimperte, becherförmige Deck- und Vorblätter. Zudem sind mehr als 100 vorstehende Staubblätter und ein kleiner Kelch vorhanden. Sowohl auf den Blättern als auch auf den Blüten dienen die Drüsen dazu, bestäubungsfähige Insekten, hauptsächlich Bienen, anzulocken. So können sich pro Pflanze bis zu 12 Kilogramm Beeren bilden. Diese sind glatt, rundlich und fleischig, je nach Reifegrad von grün über rot bis lila oder fast schwarz gefärbt und zwischen 2 und 5 Zentimeter groß. Das weiche Fruchtfleisch ist weißlich-rosa und enthält maximal vier nierenförmige, braune Samen. Diese werden durch Wasserströmung verbreitet oder durch Fische, die die Beeren fressen und die Samen ausscheiden.

Camu Camu in Deutschland kaufen

Da Camu Camu sehr druckempfindlich sind, sind sie hierzulande nicht frisch erhältlich und nur sehr selten als getrocknete Beeren. Für den Export werden die unreifen Früchte in ihren Herkunftsländern zu Pulver verarbeitet. Dazu werden sie erst gewaschen und geschält, dann sehr schonend bei etwa 45 GradCelsius getrocknet und anschließend pulverisiert. Neben dem losen Pulver werden Camu Camu in Europa auch in Kapselform vermarktet. Auch in Deutschland werden die Produkte als Nahrungsergänzungsmittel immer beliebter. Die größte Menge wird aber nach Japan exportiert.

Inhaltsstoffe und Wirkungen von Camu Camu

100 Gramm Camu Camu liefern etwa 2000 Milligramm Vitamin C. Einen höheren Gehalt hat nur die tropische Buschpflaume. Zum Vergleich: 100 Gramm Hagebutten liefern 1250 Milligramm Vitamin C, Sanddorn 450, rote Paprika 140 und Zitrone lediglich gut 50 Milligramm. Das Vitamin ist wichtig für das Immunsystem, für den Aufbau von Knochen, Zähnen und Bindegewebe. Zu erwähnen sind auch die Gehalte an B-Vitaminen und Betacarotin sowie der Mineralstoffe Calcium, Kalium und Eisen. Daneben enthält Camu Camu reichlich antioxidative Phenole, die sie zu wirksamen Radikalfängern gegen oxidativen Stress machen. Auch gegen Kopfschmerzen und Migräne sowie trübe Stimmung, Übergewicht und Diabetes soll das Fruchtpulver wirken. Kein Wunder, dass Hersteller von Gesundheitsprodukten Camu Camu für sich entdeckt haben. Einige der beschriebenen Wirkungen wurden zwar bereits in Studien untersucht, sind aber bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Einnahme von Camu Camu-Produkten

Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine tägliche Vitamin C-Zufuhr von 110 Milligramm für Männer und 95 Milligramm für Frauen. Viele Kapseln enthalten 500 bis 700 Milligramm Fruchtpulver. Eine Überdosierung ist hier nicht gegeben, da überschüssiges Vitamin C ausgeschieden wird. Bei einer täglichen Aufnahme von 3 bis 4 Gramm Vitamin C können aber Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall auftreten. Außerdem haben Personen mit Nierenproblemen ein erhöhtes Risiko für schädliche Nebenwirkungen.

Da das lose Pulver aus Camu Camu sehr sauer ist, wird es gerne in Getränke, Joghurt oder Müsli eingerührt. Anders als künstlich hergestelltes Vitamin C-Pulver (Ascorbinsäure) ist das natürliche Camu Camu-Pulver in der Regel gut verträglich. Vorsicht bei Tabletten: Sie können neben dem Pulver viele Zusätze enthalten. Laut DGE stecken in einer halben roten Paprika und einem Glas Orangensaft oder 150 Gramm gegartem Rosenkohl, einem Apfel und zwei Tomaten schon mehr als 155 Gramm Vitamin C. Das entspricht der Zufuhrempfehlung für männliche Raucher.

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