Maracuja: Die gelbe Frucht der Passionsblume

25.06.2020 Schule & Wissen

Ungewöhnliche Blüte mit hohem Wiedererkennungswert

Ihre erfrischende Säure macht die Maracuja zu einem gefragten Bestandteil von Multivitaminsäften, Marmeladen oder Dressings. Sie zählt mit ihren gelben Früchten zur Familie der Passionsblumen. Ihre charakteristischen Blüten waren für ihre Entdecker Symbole für das Leiden Christi.

Wissenswert

Die Maracuja, auch Gelbe Granadilla genannt, wird häufig mit der Passionsfrucht, auch Purpurgranadilla genannt, begrifflich in einen Topf geworfen. Beide sind Mitglieder in der Familie der Passionsblumen und ihre Früchte sind strenggenommen beide Passionsfrüchte. Doch im Fall der Maracuja handelt es sich um die gelbe Variante, während die Passionsfrucht in der Reife eine violette Schale aufweist.

Die runde bis eiförmige Maracuja-Frucht ist mit 8 bis 12 Zentimetern Länge größer und säurehaltiger als die Passionsfrucht. Schneidet man sie der Länge nach auf, kann man das geleeartige gelbe und mit zahlreichen dunklen Samen durchsetzte Fruchtfleisch ähnlich wie eine Kiwi auslöffeln. Ihr erfrischender süß-säuerlicher Geschmack und ihr exotisches Aroma verleiht Marmeladen, Gelees, Soßen und Dressings eine besondere Note. Das Obst passt zu Obstsalaten, Bowlen oder Gerichten mit Geflügel oder Meeresfrüchten. Ein großer Teil der weltweiten Maracuja-Ernte geht allerdings in die Saftproduktion.

Maracujas weisen hohe Mineralstoffgehalte auf: Magnesium, Phosphor, Kalium und Eisen sind reichlich vorhanden. Zusätzlich machen Provitamin A, Vitamin C, B1 und B2 und die ungesättigten Fettsäuren der Samen das Obst zu einem wertvollen Lebensmittel.

Die ungewöhnlichen Blüten der Passionsblumen haben einen hohen Wiedererkennungswert und fallen selbst Laien auf. Die Blüten sind auch für den Namen der Pflanzenfamilie verantwortlich. Jesuitenmönche glaubten im 17. Jahrhundert, in ihnen die Leidensgeschichte (Passion) Christi zu erkennen. So stehen die drei Griffel für ihn und die beiden Mitgekreuzigten. Die fünf Staubblätter sollen die Wunden und die Kronblätter die Dornenkrone symbolisieren.

Herkunft und Ansprüche

Die Maracuja (Passiflora edulis f. flavicarpa) stammt ursprünglich aus Brasilien und den umgebenden Andenländern. Sie ist aber weniger kälteempfindlich als andere tropische Kulturen und wächst in ihrer Heimat auch in mittleren Gebirgslagen. Das Obst wurde von Seefahrern nach Europa gebracht und als Zierpflanze in Gärten angebaut. In Mitteleuropa muss sie als Kübelpflanze an einem frostsicheren Platz überwintern. Sie benötigt einen konstant feuchten, aber nicht staunassen Boden. Bei Temperaturen über 20 Grad Celsius fühlt sich die Pflanze wohl.

Anbau

Passionsblumen sind Kletterpflanzen. Sie bilden bis über 15 Meter lange Triebe, die sich an Kletterhilfen oder anderen Pflanzen emporranken. Im Gegensatz zu den Passionsfrüchten benötigen Maracuja-Blüten einen Fremdbestäuber. Es ist also für den heimischen Anbau eine zweite Pflanze erforderlich. Wenn die Triebe über den Winter aufgrund tiefer Temperaturen absterben, aber die Wurzeln intakt bleibt, treibt die Pflanze im Frühjahr wieder aus.

Pflanzenschutz und Düngung

An trockenen und warmen Standorten wird die Pflanze häufig von Spinnmilben befallen. Nematoden und Fusarium-Pilze können vor allem Passionsfrüchte schädigen. Maracujas sind dagegen weitestgehend resistent.

Ernte

Von der Blüte bis zur Ernte dauert es rund 70 Tage. Im Erwerbsanbau rechnet man mit rund 100 Früchten pro Pflanze und Jahr. Brasilien ist auf dem Weltmarkt das führende Erzeugerland. Maracujas werden außerdem im größeren Maßstab in verschiedenen afrikanischen Ländern sowie in Indien, Thailand, Neuseeland, Australien oder auf Hawaii angebaut. Reife Früchte sind gelb und reifen nach der Ernte nicht nach. Nach spätestens einer bis zwei Wochen im Kühlschrank sollten sie verzehrt werden.