Pfirsich – saftiger Obstsnack im Sommer

23.08.2018 Schule & Wissen

Die Früchte sollte man wie rohe Eier behandeln

Wie kaum eine andere Obstart steht der Pfirsich für den Sommer. Die saftige Frucht hat von Mai bis September Saison. Ebenso wie ihre ähnlich leckere Mutante – die Nektarine. Die meisten Pfirsiche kommen zwar aus den Mittelmeerländern. In milden Lagen ist der Anbau aber auch bei uns möglich. Hobbygärtner sollten vor allem auf die Kräuselkrankheit und den Pfirsichschorf achten.

Wissenswert

Der Pfirsich ist eine Frucht mit hoher Wertschätzung. Vor allem in seinem Herkunftsland China. Dort gelten Pfirsiche als Symbol der Unsterblichkeit. Bei uns ist „eine Haut wie ein Pfirsich“ ein Kompliment. Die Schale ist nämlich sehr fein und samtig und somit einzigartig unter den heimischen Obstarten. Die Farbe reifer Früchte schwankt zwischen grüngelb, kräftig gelb und rot.

Eine glatte Schale hat hingegen eine beliebte Mutante des Pfirsichs; die Nektarine ist etwas kleiner und hat im Gegensatz zum Pfirsich einen fein säuerlichen Geschmack. Eine Gemeinsamkeit ist die runde, manchmal spitz zulaufende Form. Eher flachere Früchte mit kleineren Kernen haben die immer beliebteren Plattpfirsiche. Die Unterart schmeckt noch süßer und meist auch aromatischer als herkömmliche Pfirsiche.

Bei so vielen positiven Aspekten sollte man allerdings beachten, dass die Früchte äußerst empfindlich sind. Während der Ernte und der späteren Handhabung müssen sie wie rohe Eier behandelt werden. Deshalb werden die Früchte für die Vermarktung an den Lebensmittelhandel im harten Zustand gepflückt. Auch wenn das Obst bei Zimmertemperatur nachreift – es erreicht nicht das arttypische Aroma und den Duft von Früchten, die länger am Baum hängen bleiben. Wenn die Ernte allerdings erst im reifen Zustand erfolgt, entstehen schnell Druckstellen, die innerhalb von wenigen Tagen zum Verderben führen.

Pfirsiche werden überwiegend als Frischobst verzehrt. Sehr beliebt sind sie auch als Dosenobst, Dörrobst, Saft oder Marmelade. Das Obst passt zu süßen Nachtischen oder Kuchen und schmeckt auch in Kombination mit herzhaften Partnern. Als Salatzutat mit Rucola und Hähnchenfilet oder zusammen mit Schweinefilet und Käse überbacken versprechen Pfirsiche ein besonderes Geschmackserlebnis. Das Obst enthält relativ hohe Mengen der Mineralstoffe Kalium und Calcium und der Vitamine A und B2.

Herkunft und Ansprüche

Der Pfirsich (Prunus persica) stammt aus China. Dort war er spätestens seit 2000 v. Chr. im Anbau. Über Persien verbreitete er sich im Mittelmeerraum. Dort fühlt er sich besonders wohl, er ist nämlich spätfrostempfindlich und benötigt warmes Klima. Heute wird der Pfirsich auf allen Kontinenten angebaut. In Mitteleuropa eignen sich nur die milden Lagen. Die Bäume wachsen auf nährstoff- und humusreichen, lehmigen Boden besonders gut.

Anbau

Pfirsiche werden meist auf Pflaumenunterlagen veredelt. Die Unterlage beeinflusst unter anderem den Ertrag, den Wuchs, die Frosthärte sowie die Eignung für den jeweiligen Boden. Die Bäume erreichen im Normalfall eine Höhe von 3 bis 4 Metern. Sie sind selbstfruchtbar. Also benötigen Hobbygärtner keinen zweiten Baum im Garten, um Früchte ernten zu können. Früher wurden die Bäume so beschnitten, dass sich eine ausladende Hohlkrone bildet. Heute ist der schlanke Baum („Spindel“) die Zielsetzung. Pro Hektar werden etwa 500 Bäume gepflanzt.

Pflanzenschutz und Düngung

Zu den bedeutendsten Krankheiten zählen Kräuselkrankheit, Pfirsichschorf und Schrotschusskrankheit. Sie werden durch pilzliche Erreger verursacht und führen zu Ertragseinbußen. Kommt es zu Qualitätsmängeln, kann die Ware nicht mehr verkauft werden. Mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln und vorbeugenden Maßnahmen kann dem entgegengewirkt werden. So zum Beispiel durch widerstandsfähige Sorten, einen ordnungsgemäßen Schnitt und eine ausgewogene Düngung, die die Abwehrkräfte des Baums stärkt.

Ernte und Lagerung

Weil Pfirsiche so empfindlich sind, müssen sie von Hand, möglichst in mehreren Durchgängen gepflückt werden. Frische Pfirsiche gibt es in Mitteleuropa von Juli bis Anfang September. Reife Früchte, die bei Druck leicht nachgeben, können nur für wenige Tage im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert werden.

Zahlen

Die im Handel erhältlichen Pfirsiche stammen überwiegend aus Spanien, Italien und Griechenland. Die Länder erzeugten 2016 1,5, 1,4 beziehungsweise 0,8 Millionen Tonnen. Der größte Produzent ist jedoch China mit 14,4 Millionen Tonnen. Weltweit nahm der Anbau von 1,3 Millionen Hektar im Jahr 2000 auf 1,6 Millionen Hektar im Jahr 2016 zu (Zahlen: FAO). Pfirsiche rangierten 2016 mengenmäßig hinter Äpfeln, Bananen und Tafeltrauben an vierter Stelle der beliebtesten Obstarten in Deutschland (Quelle: BLE).