Kugeldisteln – Blütenbälle für das Gartenbeet

21.09.2021 Haus & Garten

Pflegeleichte Staude setzt besondere Akzente

Mit den markanten Blütenbällen der Kugeldistel lassen sich hübsche Akzente im Garten setzen. Die Stauden sind sowohl als Solitärpflanzen als auch in Kombination mit anderen Blütenformen eine Augenweide.

Die locker aufrecht wachsende, buschige Staude ist pflegeleicht und vermehrt sich selbst durch Aussaat. Daher ist sie gut zum Verwildern in naturnahen Gärten geeignet – perfekt für alle Fans des Lazy Gardening und des sogenannten Blackbox Gardening. Das gemeinsame Prinzip der beiden Garten-Trends: Die Natur einfach machen lassen. 

Die Gattung der Kugeldisteln

Bei Kugeldisteln (Echinops sp.) handelt es sich um eine Gattung, der rund 120 Arten von Stauden und zweijährigen Pflanzen, manchmal auch einjährigen, angehören. Die Gattung zählt zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr botanischer Name leitet sich aus den lateinischen Worten „echinus“ (Igel) und „opsis“ (Aussehen) ab, da die Blütenbälle einem zusammengerollten Igel ähneln. Typisch für Kugeldisteln sind die tief geteilten, dunkelgrünen, leicht silbrigen Blätter. Im Frühjahr bildet sich zunächst eine bodennahe Blattrosette. In den folgenden Monaten entwickelt sich daraus dann ein langer, teils behaarter, silberweißer bis rötlicher Blütenstiel, der 80 bis 120 Zentimeter hoch werden kann. An der Spitze des Blütenstiels sitzen viele kleine Einzelblüten, die zusammen die charakteristischen runden Köpfchen bilden. Meist sind diese in verschiedenen Blau- oder Violetttönen gefärbt. Es gibt aber auch weiße Sorten.

Für Gartenfreunde sind nur wenige Arten von Kugeldisteln interessant, darunter vor allem die Ruthenische Kugeldistel (Echinops ritro). Ihre Blütenköpfchen sind violett-blau und zeigen sich von August bis September. Wie ihre Verwandten wird sie gerne von Hummeln und Bienen besucht. Auch verblüht sind Kugeldisteln noch ein schöner Blickfang für den Garten. Für Vögel sind die Samen außerdem eine willkommene Futterquelle.

Kugeldisteln pflanzen

Weil Kugeldisteln pflegeleicht und anspruchslos sind, sind sie eigentlich für jeden Garten geeignet. Entsprechend ihrer Herkunft aus Süd- und Osteuropa, wo sie überwiegend an Felshängen und in heißen und trockenen Gegenden zu finden sind, mögen die Stauden weder feuchte noch nährstoffreiche Standorte. Ein sonniges bis vollsonniges Plätzchen mit lockerem, mäßig humosem und eher trockenem Boden ist daher ideal für die Pflanzen. Daher sind Kugeldisteln auch gut geeignet, um Stein- oder Steppengärten das gewisse Extra zu verleihen. Dies gelingt zwar auch als Solitärpflanze, aber durch die Pflanzung in kleinen Gruppen wird eine besonders ansprechende Wirkung erzielt. Dabei sollte der Pflanzabstand etwa 70 Zentimeter betragen.

Die richtige Pflege für Kugeldisteln

Ist der Boden zu feucht und zu nährstoffreich, neigen Kugeldisteln zum Umkippen und benötigen eine Stütze. Sind jedoch optimale Standortbedingungen gegeben, ist bei den Stauden wenig Pflege nötig. Regelmäßiges Auflockern der Erde kann jedoch nicht schaden. Mit dem Rückschnitt kann bis zum Frühjahr gewartet werden, da auch die verblühten Samenstände eine Zierde für den Garten sind. Viele Kugeldistel-Liebhaber nutzen die geschlossenen Blütenköpfe jedoch vorher gerne als Blumenschmuck in der Vase – und dies sowohl frisch als auch getrocknet. Ein rechtzeitiger Schnitt ist auch empfehlenswert, wenn eine unkontrollierte Ausbreitung der Samen nicht gewünscht ist. Wie die meisten Stauden können die Pflanzen im Herbst auch komplett zurückgeschnitten werden. Die Wurzeln überwintern in der Erde und treiben im folgenden Frühling neu aus.

Kugeldisteln vermehren

Wie bei Stauden üblich, können Kugeldisteln durch Teilen vermehrt werden. Dazu einfach einen Teil der Pflanze mit einem scharfen Spaten abstechen und an einem neuen Standort wieder eingraben. Da viel Wurzelmasse vorhanden ist, erfolgt das Anwachsen völlig problemlos. Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist das Frühjahr. Alternativ kann die Staude auch durch Wurzelstecklinge vermehrt werden. Samen lassen sich gewinnen, indem die abgetrockneten Blütenstände vorsichtig abgeschnitten und im Haus nachgetrocknet werden. Dieses Vorgehen ist jedoch am sinnvollsten, wenn die Blüten sortenrein bestäubt wurden und sich nicht mit anderen Kugeldisteln verkreuzt haben.

Verwendung der Kugeldisteln

Kugeldisteln eignen sich zum einen als Solitärpflanze. Zum anderen kommen sie besonders gut zur Geltung, wenn sie sich im Beet mit ihren markanten Blütenbällen von anderen sonnenliebenden Stauden abheben. Schön anzusehen ist zum Beispiel eine Kombination verschiedener Blütenformen, wie zum Beispiel mit den (Schein-)Dolden von Schafgarbe, Engelwurz oder Wiesen-Kerbel sowie den Rispen von Steppen-Salbei oder Ziergräsern. Zu Letzteren passen Kugeldisteln auch deshalb gut, weil zum Beispiel Pampasgras ebenfalls gerne über den Winter stehengelassen wird und dem sonst eher kahlen Garten eine attraktive Struktur gibt. Schön ist auch eine Paarung mit den weißen, roten oder rosafarbenen Schalenblüten des Schmuckkörbchens sowie mit Sonnenhut, Sonnenbraut oder Echinacea.