Bunte Spätblüher Chrysanthemen

05.11.2020 Haus & Garten

Herbstliche Farbtupfer für Beet und Kübel

Chrysanthemen sorgen als farbenfrohe Spätblüher für farbliche Akzente auf Balkon und Terrasse oder im Garten. Blumenfreunde können sich bis Ende November oder sogar bis in den Dezember hinein über eine üppige Blütenpracht von Weiß über Gelb und Orange bis zu violetten und burgunderroten Farbtönen freuen.

Bereits ab dem Spätsommer bietet der Gartenfachhandel eine riesige Auswahl an Chrysanthemen-Sorten in voller Blüte an. Als Kübelpflanzen am Hauseingang oder für den Balkonkasten eignen sich besonders die sogenannten Topf-Chrysanthemen (Chrysanthemum frutescens). Diese sind von Natur aus zwar mehrjährige Pflanzen, werden aber meist einjährig kultiviert. Wem es zu schade ist, die großen Büsche nach der Blüte zu entsorgen, kann sie hell und kühl – bei maximal 8 Grad Celsius – überwintern und im Frühjahr wieder ins Freie setzen. Daneben gibt es aber auch frostunempfindliche Sorten, die im Gartenbeet viele Jahre Freude machen.

Symbol für Glück und Wohlstand

Chrysanthemen gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wurden in China schon vor 2000 Jahren gezüchtet. Dort gehören die Herbstblüher mit Orchidee, Pflaume und Bambus zu den vier Pflanzen, die Glück und Wohlstand symbolisieren. Im 19. Jahrhundert haben Chrysanthemen auch Einzug in die europäischen Gärten und Gärtnereien gehalten und sind seitdem überaus beliebt. Über 5000 verschiedene Sorten gibt es mittlerweile, die aber nur zum Teil winterhart sind. Wegen der engen Verwandtschaft mit den echten Astern (Aster) werden winterharte Chrysanthemen-Züchtungen fürs Freiland häufig auch als Winter-Astern bezeichnet.

Pflegetipps für Topf-Chrysanthemen

Herbst-Chrysanthemen werden in den Gärtnereien in Gewächshäusern herangezogen und zeichnen sich durch ihren kugeligen Wuchs aus, der vor allem bei Solitärpflanzung im Kübel besonders schön zur Geltung kommt. Für einen üppig wachsenden Herbstschmuck sollte der Topf ausreichend groß sowie mit Drainage und Abzugsloch versehen sein, um das Wässern zu erleichtern und Staunässe zu vermeiden. Kleinere Exemplare sind ideal für den Balkonkasten geeignet, wo sie dicht an dicht gepflanzt werden können, da sie im Herbst kaum noch wachsen.

Eine schöne Variante ist die Kombination mit Heidekraut und Gräsern. Auch hier sollten eine Drainageschicht und Abzugslöcher nicht vergessen werden. Dünger ist dagegen nicht notwendig, da der Nährstoffbedarf der Chrysanthemen im Herbst gering ist. Bei Nachtfrösten schützt ein Vlies die empfindlichen Topf-Chrysanthemen.

Wer seinen verblühten Gartenrabatten kurzfristig noch ein wenig Farbe verleihen möchte, kann die Topf-Chrysanthemen natürlich auch ins Freie setzen. Dass sie dort den Winter überleben, ist allerdings recht unwahrscheinlich. Nachhaltiger und attraktiver ist es daher, winterharte Chrysanthemen-Sorten zu setzen.

Ausgezeichnete Garten-Chrysanthemen

Durch Einkreuzung eng verwandter Arten – beispielsweise der Grönlandmargarite – wurden zahlreiche winterharte Chrysanthemen-Sorten gezüchtet. die auch einen Winter in hiesigen Gefilden meist schadlos überstehen. Für die auch als Winter-Astern bekannten Sorten von Herbst- oder Gartenchrysantheme gilt die Faustregel „Je später die Blütezeit, desto besser die Winterhärte“. Allerdings sollten diese Sorten lieber nicht spontan erst im Herbst in die Erde kommen, sondern schon im Frühjahr. Dann können sich die Stauden gut etablieren und vertragen später auch kalte Temperaturen.

Bei der Auswahl der winterharten Chrysanthemen können sich Gartenfreunde an den Bewertungen des Arbeitskreises Staudensichtung orientieren. Ähnlich wie beispielsweise bei den ADR-Rosen prüft dafür ein unabhängiges Gremium von Fachleuten die Pflanzen unter unterschiedlichen Bodenbedingungen und verschiedenen klimatischen Gegebenheiten. Die drei folgenden Chrysanthemen wurden von den Experten mit der Bestnote ausgezeichnet:

  • Chrysanthemum ‚Hebe‘: Mit ihren rosafarbenen Blütenblättern und der gelben Mitte ähnelt diese Sorte der Margerite. Die Staude wird etwa 70 Zentimeter hoch und hat einen guten Stand. Die Winterhärte wurde mit „sehr gut“ bewertet.
  • Chrysanthemum ‚Anastasia‘: Die violett blühende Staude hat einen rundlichen, kompakten Wuchs, eine ausgezeichnete Standfestigkeit und eine gute Winterhärte. Im Handel wird sie unter der Bezeichnung ‚Anja's Bouquet‘ geführt.
  • Chrysanthemum ‚Bienchen‘: Eine gute Winterhärte und eine sehr gute Standfestigkeit bei einer Wuchshöhe zwischen 90 und 110 Zentimetern zeichnen diese Chrysantheme aus. Besonders schön sind ihre goldgelben Blüten mit orangebrauner Mitte.

Daneben gibt es noch weitere empfehlenswerte Winter-Astern. Entweder ältere Sorten, wie zum Beispiel die ‚Goldmarianne‘, die sich wegen des aufrechten Wuchses auch gut als Schnittblume eignet, die ‚Vreneli‘ aus der Schweiz mit halbgefüllten, orangegelben Blüten oder die rotblütige ‚Fellbacher Wein‘. Neue Züchtungen sind beispielsweise die ‚Punky Violet‘, ‚Kleiner Eisbär‘ mit vielen kleinen gelblichweißen Blüten, die weinrot blühende ‚Herbstkuss‘ oder die weiße ‚Poesie‘.

Garten-Chrysanthemen richtig pflanzen und pflegen

Ab Mai kann die winterharte Garten-Chrysantheme ins Beet gesetzt werden. Am besten eignet sich ein lichtschattiger Standort mit nährstoffreichem, lockerem Boden. Da die Stauden einen hohen pH-Wert von etwa 6 mögen, sollte man die Erde eventuell kalken. Schwere, feuchte Gartenerde sollte beim Pflanzen mit Sand oder Splitt verbessert werden, damit die Wurzeln bei Winternässe möglichst trocken bleiben. Denn Staunässe vertragen auch die Garten-Chrysanthemen nicht.

Gleichzeitig sollte aber wegen ihres hohen Wasserbedarfs üppig gegossen werden, sodass die Wurzelballen nie ganz austrocknen. Hoch ist auch der Nährstoffbedarf: Die Starkzehrer brauchen im März und Juli eine Gabe von reifem Kompost und organischem Staudendünger, damit sie sich gut entwickeln. Trotz allgemein guter Standfestigkeit der Garten-Sorten empfiehlt sich ein Pflanzstab oder ein Staudenring als Stütze. Auch winterharte Chrysanthemen sollten vor dem ersten Frost zur Sicherheit mit Laubhaufen oder Tannenreisig im Wurzelbereich geschützt werden. Der Rückschnitt erfolgt im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr vor dem neuen Austrieb. Und ein regelmäßiges Umsetzen und Teilen verleiht den Garten-Chrysanthemen neue Vitalität.

Chrysanthemen vermehren

Aus Jungpflanzen selbst gezogene Chrysanthemen sind um einiges robuster als Exemplare aus dem Gewächshaus. Sie wachsen ohne die üblichen chemischen Stauchungsmittel außerdem natürlicher und zeigen ihre Blüten nach und nach statt alle auf einmal. Chrysanthemen werden am besten im Frühjahr durch Teilen der Pflanze vermehrt. Topf-Chrysanthemen lassen sich zwischen Sommer und Herbst auch durch Stecklinge vermehren: Dazu einige Jungtriebe nahe an der Basis abschneiden, die unteren Blätter entfernen, die Stecklinge bis knapp unter einem Blattknoten einkürzen und in einen Anzuchttopf mit feuchter Aussaaterde stecken. Mit Klarsichtfolie abgedeckt an einem hellen, etwa 20 Grad Celsius warmen Platz bilden sich bald Wurzeln. Sommerstecklinge winterharter Sorten können noch im Herbst in den Garten ausgepflanzt werden. Oder man verschenkt die mehrjährigen Spätblüher an befreundete Hobbygärtner, mit denen man es besonders gut meint. Denn schließlich heißt es: „Wer eine Chrysantheme schenkt, wünscht ein langes Leben“.