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Schule & Wissen
04.03.2022

Aufforstung per Drohne

Durch Käferfraß geschädigter Nadelwald. Foto: Landpixel

Wiederaufforstung mithilfe „Fliegender Samen“

Mit dem Projekt „Garrulus“ wollen Wissenschaftler der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg die Wiederaufforstung von Wäldern revolutionieren. Der Plan: einen Prototyp für ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV) zu bauen, der das geschädigte Terrain vermessen und anschließend Saatgut zur Wiederaufforstung ausbringen kann.

Hunderttausende Hektar Wald in Deutschland müssen aufgeforstet werden, haben doch in den letzten Jahren Klimawandel und Schädlingsbefall schwere Schäden angerichtet. Die Jahre 2017 bis 2020 waren von Extremwetterereignissen geprägt, auf schwere Stürme folgten drei lange Dürrejahre. Die trockene Hitze war für den Wald Stress pur: Sie schwächt die Bäume und bietet zusätzlich optimale Brutbedingungen für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Fichten litten besonders unter der Doppelbelastung, aber auch Laubbäume kamen nicht unbeschadet davon. Die Folge: Immer mehr Bäume sterben ab oder müssen vorsorglich gefällt werden. In Deutschland müssen knapp 300 000 Hektar Wald aufgeforstet werden. Und laut Laut der Waldzustandserhebung 2020 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verschlechtert sich die Baumgesundheit über alle Baumarten hinweg weiter.

Konventionelle Aufforstung ist teuer und zeitaufwändig

Das Forschungsprojekt „Garrulus“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg will die Forstwirtschaft nun bei der Wiederaufforstung unterstützen. Denn die Aufgabe ist riesig: Schon heute kann die Aufforstung nicht mehr mit dem Waldsterben mithalten. Ist sie doch ist mit hohen Kosten verbunden: In Baumschulen werden die jungen Bäume herangezogen und, wenn sie groß genug sind, im Wald ausgepflanzt. Die am Projekt beteiligten Informatiker wollen stattdessen die Aufforstung mithilfe von unbemannten Luftfahrzeugen, sprich Drohnen, revolutionieren. Zunächst sollen die mit Kameras und Sensoren ausgestatteten Drohnen detaillierte Karten von aufzuforstenden Waldstücken erstellen. Dabei soll ein 3D-Modell des Waldbodens entstehen, in dem zum Beispiel auch Informationen zu Temperatur und dem Chlorophyllgehalt der Flora enthalten sind.

Bäume per „Luftpost“

Auf Grundlage dieser Daten will das Forschungsteam bestimmen, wie groß die Waldschäden sind und an welchen Stellen eine direkte Aussaat von Baumsamen erfolgreich sein könnte. Die Samen, ummantelt mit Nährstoffen als Starthilfe, sollen dann von den Drohnen an Ort und Stelle platziert werden. Bis zum Ende des Jahres soll ein Prototyp der Drohne vorgestellt werden. Ob dieser tatsächlich in der Lage sein wird, die Wiederaufforstung schneller, einfacher und günstiger zu machen, muss dann getestet werden. Der Bedarf für die neue Technik ist jedenfalls groß.

Quelle: pflanzenforschung.de

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