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Umwelt & Verbraucher
12.01.2023

Boden des Jahres 2023: Der Ackerboden

Unsere Ackerböden bilden die Grundlage für die Erzeugung von Lebensmitteln und Futtermitteln. Foto: Angelika Sontheimer

Ohne fruchtbaren Boden kein täglich Brot

Von ihm hängt unsere Nahrungsmittel-Produktion ab: Der Ackerboden ist die Grundlage unserer Versorgung mit Lebensmitteln vom Brotgetreide über Kartoffeln, Reis und Körnermais bis hin zu Zuckerrüben, Ackerbohnen und Erbsen. Auch für die tierische Erzeugung ist der Ackerboden wichtig, denn auf ihm werden auch Futtergetreide, Ackerbohnen und Futtererbsen und Silomais erzeugt. Seine Bedeutung unterstreicht das zuständige Kuratorium deshalb mit der Wahl zum „Boden des Jahres 2023“.

Schon seit 7000 Jahren betreiben die Menschen Ackerbau und gestalten Böden zu Ackerböden um, mit denen sie Lebensmittel und Futtermittel erzeugen. Mit der Wahl des Ackerbodens zum „Boden des Jahres 2023“ unterstreicht das Wahlgremium die Bedeutung der landwirtschaftlichen Nutzung unserer Böden. So lautet auch das Motto des Weltbodentags 2023 „Soils – Where food begins“. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Ackerboden ist also das Gebot der Stunde, drohen ihm doch weltweit Gefahren durch Versalzung, Verschlämmung, Verdichtung, Erosion bis hin zur Versiegelung durch Ausbau menschlicher Infrastruktur und schädlichem Stoffeintrag über Regen oder Schwermetallen bei der Düngung.

Schutz des Ackerbodens schützt unsere Lebensgrundlagen

„Den“ Ackerboden gibt es eigentlich gar nicht. Ackerböden sind so vielseitig wie ihre Nutzung. Sie sind aus differenzierten Locker- und Festgesteinen sowie aus sehr unterschiedlichen Böden vor allem durch Bodenbearbeitung, Düngung sowie Be- und Entwässerung entstanden. Ackerböden weisen viele Gemeinsamkeiten auf und sind doch sehr verschieden. So gibt es große Unterschiede in der Ertragsfähigkeit, die durch den Wasserhaushalt, das Klima und die Nährstoffverfügbarkeit hervorgerufen werden. Die unterschiedlichen Böden eignen sich besser oder schlechter für die einzelnen Kulturen oder Anbauverfahren. So gibt es eher sandige Böden, auf denen beispielsweise Kartoffeln oder Roggen gut wachsen, die aber in trockenen Jahren ohne Beregnung nur geringe Erträge bringen und eher tonige Böden, die sich gut für Weizen eignen, dem Landwirt/der Landwirtin aber als „Minutenboden“ präzises Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt abverlangen.

Aktion gibt es seit 2004

Der „Boden des Jahres“ wird seit 2004 in Deutschland jährlich zum „Internationalen Tag des Bodens“ gekürt. Ziel der Aktion ist, der Bevölkerung die mannigfaltigen Funktionen des Bodens, seine Nutzungsmöglichkeiten und den Bodenschutz näher zu bringen und in das Bewusstsein zu rücken. Rund die Hälfte der Fläche Deutschlands wird aktuell landwirtschaftlich genutzt, davon sind wiederum etwa 70 Prozent Ackerflächen. Mehr und mehr rückt die nachhaltige Nutzung unserer Böden in den Vordergrund, damit die Ökosystemdienstleistungen, also die Dienstleistung, die die Natur für den Menschen erbringt, langfristig erhalten und möglichst verbessert werden. Die Aktion wird getragen vom Kuratorium Boden des Jahres. Es ist ein Gremium der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, des Bundesverbands Boden sowie des Ingenieurtechnischen Verbands für Altlastenmanagement und Flächenrecycling.

Boden des Jahres 2022: Der Pelosol
Boden des Jahres 2021: Der Lössboden
Boden des Jahres 2020: Der Wattboden
Boden des Jahres 2019: Der Kippenboden
Boden des Jahres 2018: Der Alpenboden
Boden des Jahres 2017: Der Gartenboden
Boden des Jahres 2016: Der Grundwasserboden
Boden des Jahres 2015: Der Stauwasserboden
Boden des Jahres 2014: Die Weinbergsböden
Boden des Jahres 2013: Der Plaggenesch

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