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Umwelt & Verbraucher
17.12.2021

Boden des Jahres 2022: Der Pelosol

Ein Pelosol auf Gipskeuper (Grabfeld-Formation) unter Grünland bei der Ortschaft Böhringen (nördlich von Rottweil). Foto: Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau

Ein „toniges Schwergewicht“

Am 5. Dezember war „Weltbodentag“. Er wurde von der Internationalen Bodenkundlichen Union im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Mit ihm soll die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden gewürdigt und in der Öffentlichkeit für den Bodenschutz geworben werden.

Anfang Dezember fanden in Berlin mehrere Veranstaltungen anlässlich des „Weltbodentags“ statt. Die Tagung der Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt, KBU, mit dem Thema „Ohne doppelten Boden: Wie Bodenschutz die Zukunft sichert und unser Klima schützt“ wurde Corona-bedingt verschoben. Die Vortragsveranstaltung will sich befassen mit Fragen wie

  • Weshalb sind die vielfältigen Bodenfunktionen grundlegend für die Erfüllung der UN-Nachhaltigkeitsziele?
  • Wo liegen die Herausforderungen der Subsidiarität bei der Umsetzung des Bodenschutzrechts?
  • Wo hat der Bodenschutz seine Ziele bis heute verfehlt, woran liegt das und wie können wir das ändern?
  • Brauchen wir ein neues Bodenschutzrecht?
  • Wo geht die Reise beim Bodenschutz auf EU-Ebene hin?

Mit dieser Veranstaltung will die Kommission Bodenschutz die breite Öffentlichkeit auf die große Bedeutung der begrenzten Ressource Boden für unser Leben aufmerksam machen und zum anderen wichtige Botschaften an die Politik formulieren. Thema auf der Fachtagung ist außerdem, die Perspektiven und der Änderungsbedarf des aktuellen Bodenschutzrechts zu diskutieren.

Der Tonboden Pelosol ist der Boden des Jahres 2022

In einer weiteren Festveranstaltung wurde der „Boden des Jahres 2022“ gewürdigt. Es ist der Pelosol. Pelosole haben im Naturhaushalt eine wichtige Schutz- und Filterfunktion für das Grundwasser, weil sie Nähr- und Schadstoffe in großem Ausmaß binden können. Pelosole bestehen zu mehr als 45 Prozent aus Ton (pelos stammt aus dem Griechischen und bedeutet Ton, solum bedeutet auf lateinisch Boden). Pelosole werden deswegen auch „Schwere Böden“ genannt, im Gegensatz dazu bezeichnet man Sandböden als leichte Böden.

Pelosole sind Böden aus tonreichen Ausgangsgesteinen (Sedimenten) wie zum Beispiel Tonmergel, sie sind die Endstufe der Bodenentwicklung auf Tonstein. Die Bodenart ist toniger Lehm und Ton. Durch den hohen Tonanteil kommt es je nach Feuchtigkeit oder Trockenphase zur Quellung oder Schrumpfung im Jahresverlauf. In niederschlagreichen Jahreszeiten lässt sich der Pelosol quasi „volllaufen“. In dem wassergesättigten Boden ist dann kaum mehr Platz für Luft. Umgekehrt wird es in Dürrezeiten für die Pflanzen, die im Pelosol wachsen, schnell problematisch mit dem Wasser: Zwar ist in den Porenräumen am Anfang theoretisch noch genügend Wasser, doch es ist fest gebunden und viele Pflanzen kommen nicht an das Wasser. Hat ein Pelosol erst mal die ersten Schrumpfrisse, kommt es schnell zur Austrocknung.

Tonböden sind zwar sehr nährstoffreich, aber in der Bearbeitung nicht ganz einfach, da sie nur gepflügt oder gelockert werden sollten, wenn sie weder zu nass noch zu trocken sind. Bei Landwirten werden diese Böden deswegen auch als „Minutenböden“ genannt. In der Landwirtschaft findet man Pelosole im Ackerbau, oft aber auch als Grünland, Obstwiese oder Wald. In letzterem ist es wichtig, dass die Bäume möglichst tief wurzeln, um Wasser auch aus tieferen Bodenschichten erschließen zu können.

Boden des Jahres 2021: Der Lössboden
Boden des Jahres 2020: Der Wattboden
Boden des Jahres 2019: Der Kippenboden
Boden des Jahres 2018: Der Alpenboden
Boden des Jahres 2017: Der Gartenboden
Boden des Jahres 2016: Der Grundwasserboden
Boden des Jahres 2015: Der Stauwasserboden
Boden des Jahres 2014: Die Weinbergsböden
Boden des Jahres 2013: Der Plaggenesch
Boden des Jahres 2012: Das Niedermoor

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