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Haus & Garten
28.06.2022

Kornblumen für den naturnahen Garten

Kornblumen wachsen als Ackerbegleitkraut an Rändern von Getreidefeldern. Foto: iStock

Leuchtend blaue Sommerblüher beliebt bei Gärtnern und Insekten

Einst als Ackerunkraut bekämpft, erfreuen sich Kornblumen im Garten wachsender Beliebtheit. Die leuchtend blauen Sommerblüher passen ideal in naturnahe Gärten und Staudenbeete. Auch in Saatgutmischungen für Insektenweiden sind sie häufig enthalten.

Ihr gehäuftes Auftreten am Rande von Getreidefeldern verlieh der Kornblume bereits im Mittelalter ihren Trivialnamen. Heute steht sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste für Farn- und Blühpflanzen. Das bedeutet, dass das Vorkommen der Kornblume merklich zurückgegangen ist, sie aktuell aber nicht als gefährdet eingestuft wird. Durch die Zunahme ökologisch bewirtschafteter Flächen und das Anlegen von Blühstreifen ist jedoch wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Beschreibung der Kornblume

Die Kornblume, auch Zyane genannt, ist eine einjährige, krautige Pflanze und stammt ursprünglich aus dem südöstlichen Mittelmeergebiet. Teilweise wird sie zur Gattung der Flockenblumen (Centaurea) gezählt, teilweise aber auch als eigene Gattung der Blauflockenblumen (Cyanus) geführt. In jedem Fall gehört sie zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), für die der offene, runde und flache Blütenstand, charakteristisch ist – das Körbchen. Dieses ist von einem Kranz steriler Röhrenblüten umgeben. Die Blüten leuchten tiefblau, worauf der Namensteil cyanus hinweist. Es gibt aber auch Sorten mit weißen, rosafarbenen, pinken oder tiefvioletten Blüten. Die Kornblume wächst aufrecht und kann bis zu 90 Zentimeter groß werden. Die verschieden geformten Blätter sind oben meist ganzrandig und lanzettlich, unten gesägt und geteilt. In beiden Fällen sind sie mit flaumigen Haaren überzogen.

Kornblumen pflanzen

Kornblumen sind zwar manchmal auch im Topf erhältlich, in der Regel werden sie aber ausgesät. Das kann im März als Vorzucht auf der Fensterbank geschehen oder nach den Eisheiligen direkt ins Freiland. Alternativ kann die Aussaat auch im August oder September erfolgen. Dann blüht die Pflanze allerdings erst in der folgenden Gartensaison. Der Standort sollte sonnig sein, mit durchlässigem, eher magerem Boden, der auch leicht kalkhaltig sein darf. Kornblumensamen sollten nach dem Auflockern und Anfeuchten der Gartenerde im Abstand von etwa 15 Zentimeter ausgebracht, mit einer dünnen Erdschicht abgedeckt und gut angedrückt werden. So wird das Saatgut beim anschließenden Angießen nicht so leicht weggeschwemmt und ist außerdem außer Sichtweite von hungrigen Vögeln.

Wer keinen Garten hat, kann Kornblumen auch auf dem Balkon kultivieren. Wegen der recht tiefreichenden Wurzeln sollte das Pflanzgefäß möglichst hoch sein. Außerdem darf eine Drainageschicht nicht fehlen, damit das Wasser gut ablaufen kann.

Beliebte Kornblumen-Sorten

Centaurea cyanus beziehungsweise Cyanus segetum ‘Blauer Junge’ blüht klassisch in leuchtendem Blau und hat füllige Blüten. Die Pflanze kann eine Höhe zwischen 50 und 70 Zentimeter erreichen.

Centaurea cyanus beziehungsweise Cyanus segetum ‘Classic Romantic’ hat pink und weiß gemusterte, mehrfarbige Blüten. Die Sorte erreicht eine Wuchshöhe von 60 bis 90 Zentimeter.

Centaurea cyanus beziehungsweise Cyanus segetum ‘Rote Lola’ ist eine rosarote Kornblume mit einer maximalen Höhe von 80 Zentimeter.

Ihren Namen hat Centaurea cyanus beziehungsweise Cyanus segetum ‘Black Ball’ von den dunkelvioletten Blüten, die fast schon schwarz erscheinen. Mit etwa 60 Zentimetern ist sie kleiner als die meisten anderen Sorten und eignet sich daher besonders gut für die Kübelpflanzung auf dem Balkon.

Kornblumen pflegen

Wenn der Standort stimmt, gedeihen Kornblumen auch ohne Pflege optimal. Um bis in den Herbst hinein eine mehrfache Blüte zu fördern, kann die Pflanze aber regelmäßig ausgeputzt werden. Bei höheren Sorten verhindern Pflanzenstäbe, dass die Kornblumen bei Regen und Wind umknicken. Ansonsten haben Gärtner eigentlich nichts anderes zu tun, als sich an den Kornblumen und den zahlreichen Besuchen verschiedenster Insekten zu erfreuen, bis die Sommerblüher beim ersten Frost absterben. Es sei denn, es sollen Samen für die Aussaat im folgenden Jahr gewonnen werden. Dies sollte geschehen, sobald die Blüten vertrocknet sind. Dafür werden die Samenkapseln, die unter den Blütenkörbchen zu finden sind, vorsichtig geöffnet, um die kleinen Samenschirmchen zu entnehmen. Diese sollten trocken in einem Briefumschlag oder Papiertütchen aufbewahrt werden.

Verwendung der Kornblume

Kornblumen sind nicht nur im Garten, sondern auch als Schnittblumen beliebt. Frisch oder getrocknet machen sie sich solo oder mit anderen Wildblumen gut in der Vase oder in Gestecken. Die Blüten sind sogar essbar, haben allerdings kein ausgeprägtes Aroma, sondern sind eher hübsche Dekoration für Salate und andere Gerichte. Während die Kornblume früher als Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden, Augenkrankheiten und Hautproblemen eingesetzt wurde, hat sie heute in der Heilkunde kaum noch Bedeutung. Nach wie vor werden Kornblumenblüten aber gerne als Tee aufgebrüht. Häufig findet man die die Blütenblätter auch als blaue Farbtupfer in Schwarztee-Mischungen wie Lady Grey.

Kornblumenblau

Kornblumenblau ist nicht nur ein leuchtend blauer Farbton, der nach der Kornblume benannt ist, sondern auch der Titel eines bekannten Liedes, das der Rheinländer Willy Schneider 1937 veröffentlicht hat. Der Refrain:

Kornblumenblau
ist der Himmel am herrlichen Rheine,
Kornblumenblau
sind die Augen der Frauen beim Weine.
Darum trinkt Rheinwein, Männer seid schlau,
dann seid am Ende auch ihr kornblumenblau.

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