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Forschung & Technik
28.09.2021

Mit Pflanzenduftstoffen Vektorinsekten ausschalten

Die heimische Schilf-Glasflügelzikade überträgt als „Vektorinsekt“ ein für Zuckerrüben schädliches Bakterium, das das Syndrome Basse Richesse hervorruft. Foto: Rostas/Uni Göttingen

Forschungsprojekt PENTA-RESIST hilft Zuckerrübenkrankheit einzudämmen

Anfang Mai 2021 wurde ein Forschungsbescheid über 600.000 Euro vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an das Julius Kühn-Institut (JKI) am Standort Dossenheim übergeben. Mit diesem Etat arbeiten die Wissenschaftler daran, Pflanzenduftstoffe zu identifizieren, die Zuckerrübenkrankheiten übertragende Insekten (Vektorinsekten) anlocken.

Ein neues Bakterium setzt unseren Zuckerrüben zu: Es wird durch eine heimische Zikade übertragen. In dem Forschungsprojekt PENTA-RESIST am JKI- Standort Dossenheim wird daran gearbeitet, die Vektorinsekten auszuschalten und resistente Zuckerrüben zu identifizieren. In dem Projekt werden Möglichkeiten erforscht, die neuartige Bakterienkrankheit der Zuckerrübe, das sogenannte Syndrome Basse Richesse (SBR), einzudämmen. Das Bakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus, ein eingeschleppter Quarantäneschadorganismus, wird von der heimischen Schilf-Glasflügelzikade Pentastiridius leporinus beim Saugen an den Pflanzen übertragen. Durch die Bakterienkrankheit wird der Zuckergehalt in der Zuckerrübe verringert. Eine direkte Bekämpfung des Bakteriums ist derzeit noch nicht möglich. 2020 hat sich die mit SBR infizierte Zuckerrübenfläche deutschlandweit gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 40 000 Hektar verdoppelt, wie das JKI meldete.

Befallene Pflanzen duften verlockend für die Insekten

Die Arbeitsgruppe um Dr. Jürgen Gross konnte nachweisen, dass parasitische Bakterien den Blattduft der Pflanzen verändern und damit auch das Verhalten des übertragenden Schadinsekts (Vektorinsekt) verändern. Die befallenen Pflanzen sind für die Insekten anziehender als gesunde Pflanzen. Dieser Zusammenhang soll nun bei der Zuckerrübe untersucht werden, indem die chemische Zusammensetzung der Blattdüfte analysiert wird. Außerdem wollen die Forscher resistente oder zumindest tolerante Zuckerrübenpflanzen herausfinden.

Das BMEL fördert das Projekt drei Jahre lang mit insgesamt rund 600.000 Euro, weitere 100.000 Euro werden durch Arbeiten der beteiligten Saatzuchtunternehmen beigesteuert. Koordiniert wird das Projekt von der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi). Beteiligt sind neben dem JKI (Fachinstitut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau) auch die Universität Göttingen, hier die Forschenden der Abteilung Agrarentomologie.

Quelle: JKI

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