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20.03.2026

Pastinaken: Heimisches Gemüse bereichert den Essensplan

Einst Grundnahrungsmittel, dann nahezu verschwunden, jetzt wieder zurück in der Küche

Moorwurzel, Hirschmöhre oder Hammelmöhre – die Rede ist von der Pastinake oder auch dem Pastinak (Pastinaca sativa). Schon die alten Römer mochten das Wurzelgemüse und sie haben Pastinaken vermutlich auch zu uns gebracht. Auch kleine Wiederkäuer wie Schafe, Rehe oder Hirsche – daher die Zweitnamen – fressen die Pastinake gern. In Deutschland lange Zeit aus der Küche verschwunden, sind Pastinaken seit einigen Jahren wieder im Kommen.

Die Pastinake kommt in Europa und in Asien natürlich vor. In Afrika sowie Nord- und Südamerika ist sie dagegen vom Menschen als Neophyt eingeschleppt worden. Es ist eine zweijährige krautige Pflanze, die in der Blüte bis zu 1,20 Meter hoch werden kann. Pastinaken stellen eine eigene Gattung innerhalb der Familie der Doldenblütler dar und sind zum Beispiel mit Möhren, Dill und Petersilie verwandt. In der Natur kommen wilde Pastinaken an Wegrändern, Böschungen und auf Wiesen vor. Auf Weiden sind sie gar nicht unbedingt gern gesehene Gäste, da der Kontakt in Verbindung mit der Sonneneinstrahlung zu phototoxischen Reaktionen wie Rötungen und Juckreiz bis hin zur Blasenbildung führen können. Bei Pferden sind außerdem noch Augen- und Bindehautentzündungen durch Kontakt mit wilden Pastinaken bekannt.

Doldenblütler mit Petersilienverwandtschaft

Kultivierte Pastinaken können bis zu 6 Zentimeter dick und 20 Zentimeter lang werden und ein Gewicht von über 1 Kilogramm erreichen. Sie ähneln der Petersilienwurzel, sind aber wesentlich länger und dicker, haben eine Kegelform und schmecken nicht wie die Petersilienwurzeln ausgeprägt nach Petersilie. Die Ähnlichkeit zur Petersilienwurzel kommt nicht von ungefähr, da die Pastinake botanisch eine Kreuzung aus Petersilie und Karotte ist. Im Geruch soll die Pastinake dem des Wilden Fenchels ähneln.

Über lange Jahrhunderte Grundnahrungsmittel

Lange waren Pastinaken in jedem Haushalt auf dem Essenstisch zu finden. Als jedoch im 18. Jahrhundert Kartoffeln und Möhren ihren Siegeszug antraten, verschwanden sie nach und nach aus den meisten deutschen Küchen. In England, Frankreich oder auch in den USA waren sie dagegen weiterhin fester Bestandteil der regionalen Küche.

Vielseitig in der Küche einsetzbar

Pastinaken werden von manchen Menschen als würzig und herzhafter im Geschmack als Möhren beschrieben, andere wiederum schreiben ihnen ein süßes, feines und sogar nussiges Aroma zu. Auf jeden Fall sind sie sehr vielseitig in der Küche verwendbar – von der Rohkost als Salat über die Vorspeisensuppe, als Beilagenpüree, Ofengemüse und Brotaufstrich bis hin zum Linsen-Pastinaken-Eintopf, Pastinaken-Pommes und -Chips oder Pastinaken-Küchlein. Pastinaken enthalten viele Ballaststoffe wie beispielsweise Pektin und Kohlenhydrate und sättigen deshalb sehr gut. Trotzdem enthalten sie vergleichsweise wenig Kalorien. Da sie sehr bekömmlich sind, können sie auch als Babynahrung eingesetzt werden. Die enthaltenen ätherischen Öle machen sie gut verdaulich.

Erwerbsanbau ähnlich wie Möhrenanbau

In der Landwirtschaft werden Pastinaken in einem wesentlich geringeren Umfang als zum Beispiel Möhren angebaut. Pastinaken kommen dabei besser mit schweren und feuchten Böden zurecht als Möhren. Unter guten Bedingungen wird eine Ernte zwischen 50 Tonnen bis zu 70 Tonnen pro Hektar erreicht. Gemüseanbauer verwenden meist schossfeste Sorten, damit die Pastinaken nicht in die Höhe schießen und eine Blüte ausbilden. Oft wird die Kultur moderat beregnet. Von der Aussaat bis zur Ernte brauchen Pastinaken zwischen 160 und 210 Tagen. Gefährlich werden können die Möhrenfliege und Blattläuse, und als Pilzkrankheiten sind Möhrenschwärze, die von einem Alternaria-Pilz hervorgerufen wird, Echter und Falscher Mehltau sowie Cercospora-Blattflecken bekannt. Wer Pastinaken im eigenen Garten anbauen möchte, sollte dies nicht gleichzeitig mit oder direkt neben anderen Doldenblütlern wie Möhren, Petersilie oder Fenchel tun. Erbsen, Radieschen oder Rote Bete eignen sich dazu besser. Mit Radieschen oder Schnittsalaten kann die Pastinake auch gut im Mischanbau angebaut werden. Eine Besonderheit, die man als Nutzgarten-Anfänger vielleicht noch wissen sollte: Pastinaken-Samen haben eine relativ schlechte Keimfähigkeit und sollten daher möglichst nicht übers Jahr hinaus gelagert werden.

Beim Einkauf auf die Frische achten

Pastinaken haben Saison von Oktober bis März. Beim Einkauf empfiehlt es sich, auf die Frische zu achten: Das Grün sollte nicht welk sein und die Pastinake nicht schrumpelig. Kleine bis mittlere Pastinaken machen zwar mehr Arbeit beim Schälen, sind aber milder als große Pastinaken, die auch mal bitter und holzig schmecken können. Gelagert werden können die Pastinaken wie alles Wurzelgemüse ungewaschen in kühlen, dunklen Kellern, wo sie beispielsweise in einer Sandkiste länger frisch bleiben oder nach dem Einkauf eine bis zwei Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks. Auch durch Einfrieren nach vorherigem Blanchieren können Pastinaken haltbar gemacht werden.

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