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Schule & Wissen
25.05.2022

Petersilie: auf Platz 1 der deutschen Kräuterhitliste

Die krausblättrige Petersilie ist im Geschmack etwas milder als die glatte Variante. Foto: Marco Karch / Pixelio

Blattpetersilie unterscheidet sich von Wurzelpetersilie

Die Petersilie gilt als Universalgewürzkraut in unserer Küche. Mit ihrem würzig-frischen, aber dennoch unaufdringlichen Aroma verfeinert sie zahllose Speisen. Seit dem Mittelalter nutzt man sie zudem in der Naturmedizin. Schwangere sollten beim Verzehr allerdings vorsichtig sein. Die Pflanze kann selbst in einem Blumentopf auf dem Balkon angebaut werden.

Wissenswert

Die Petersilie ist das beliebteste deutsche Gewürzkraut. Verbrauchern schmeckt die aromatische Kräuterpflanze am besten (9,9 Kilogramm / 100 Haushalte); deutlich dahinter folgen Basilikum (4,9 Kilogramm), Kresse (3,2 Kilogramm), Schnittlauch (2,4 Kilogramm) und Dill (1,7 Kilogramm; Zahlen: Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse 2020). Die Petersilie gibt es gleich in zwei Varianten: Die krausblättrige Form ist etwas milder und robuster als die glatte Petersilie. Davon zu unterscheiden sind die Wurzelpetersilien, bei denen vorwiegend die Rüben mit sellerieartigem Geschmack verwertet werden.

Das aus dem Mittelmeergebiet stammende Gewürzkraut wurde in Mitteleuropa erstmalig in den mittelalterlichen Klostergärten angebaut. In der Folgezeit wurde die krausblättrige Petersilie gezüchtet, um sie von der giftigen Hundspetersilie unterscheiden zu können. Weil sie robuster als ihre glatte Schwester ist, eignet sie sich besonders gut für die Dekoration von Speisen. Das wahre Talent der Blattpetersilie liegt aber im Verfeinern des Geschmacks – ob bei Salzkartoffeln, der bekannten Frankfurter Grünen Soße, Kräuterquark und -butter, Salaten oder Suppen. Zudem ist sie in Italien, unter anderem als Bestandteil von Pesto, sowie in der türkischen und arabischen Küche sehr beliebt.

Auch wenn die üblichen Verzehrsmengen relativ gering sind, sind die Gehalte an Vitamin A, B, C und E beachtlich. Damit uns diese auch voll zugutekommen, sollte die Petersilie erst nach dem Kochen oder Garen des Gerichts hinzugefügt werden.

In allen Teilen der Pflanze sind die ätherischen Öle Myristicin und Apiol enthalten. Sie sind für pharmazeutische Wirkungen verantwortlich. Diese wurden bereits im antiken Griechenland vom bekannten Arzt Dioskurides beschrieben. Die Petersilie galt damals als heilige Pflanze. In der Naturheilkunde wird sie bei Blasenentzündungen, anderen Harnwegserkrankungen und Menstruationsbeschwerden oder als Hausmittel gegen juckende Mückenstiche verwendet. Größere Mengen Apiol können für Schwangere gefährlich sein, weil das Öl Fehlgeburten auslösen kann.

Herkunft und Ansprüche

Der Ursprung der Petersilie (Petroselinum crispum) befindet sich in den nordafrikanischen Mittelmeerländern. Als Neophyt kommt sie im gesamten Mittelmeerraum wildwachsend vor. Die bei uns erhältlichen Sorten sind durch Züchtung an mitteleuropäische Bedingungen angepasst. Sie wachsen am besten auf tiefgründigen und gut mit Wasser und Nährstoffen versorgten Lehmböden, kommen mit halbschattigen Standorten im maritimen Klima zurecht und sind bis etwa minus 15 Grad Celsius winterhart.

Anbau

Ab Ende April können Gärtner mit der Aussaat im Freiland beginnen. Nach zwei bis vier Wochen keimen die Samen. In dieser Zeit muss der Boden ständig feucht gehalten werden. Nach etwa sieben Wochen sind die ersten Blätter und Stiele erntereif. Wenn Jungpflanzen unter Vlies oder Folie im Freiland angebaut werden, ist ab Anfang Mai mit frischer Petersilie zu rechnen. Natürlich kann Petersilie auch im Blumentopf auf der Fensterbank wachsen. Das zweijährige Gewürzkraut wird je nach Sorte 30 bis 90 Zentimeter hoch. Im zweiten Jahr entwickelt die Pflanze im Sommer einen Blütenstand und ist ab dann ungenießbar.

Pflanzenschutz und Düngung

Weil Petersilie wie Möhren, Dill und Sellerie ein Doldenblütler ist, ist auch mit ähnlichen Schaderregern zu rechnen. Dazu zählen Pilzkrankheiten wie Alternaria, Falscher und Echter Mehltau sowie Schnecken oder Möhrenwurzelläuse. Zum Teil helfen tolerante Sorten oder zugelassene Pflanzenschutzmittel. Um die Gefahr von Krankheiten zu verringern, sollten vier- bis fünfjährige Anbaupausen eingehalten werden.

Ernte und Lagerung

Die Pflanzen sollten von außen nach innen beerntet werden, ohne das Herz zu verletzen. So kann die Kultur erneut austreiben. Kurz vor der Blüte ist der Geschmack am intensivsten. Frisch geerntete Petersilie hält sich am längsten, wenn sie wie ein Blumenstrauß ins Wasser gestellt wird. In einem feuchten Tuch eingeschlagen, bleibt sie im Kühlschrank mehrere Tage knackig. Wer sie konservieren möchte, kann sie trocknen oder einfrieren.

Zahlen

Der Freilandanbau von Petersilie in Deutschland ist im Zeitraum zwischen 1992 und 2016 von 819 Hektar auf rund 1400 Hektar angestiegen (Zahlen: 1992: Statistisches Bundesamt, 2016: DLR-Rheinpfalz, geschätzt).

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