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02.07.2026

Die Mangostan

Exotische Delikatesse in der Obstschale

Sie hieß lange Zeit „Königin der Früchte“, weil sie nur den Herrscherhäusern vorbehalten war – die Mangostan. Sie wurde als seltenes und exklusives Obst sehr geschätzt und als Heilpflanze in der traditionellen Medizin Südostasiens verwendet. Ursprünglich kommt sie aus Malaysia, Thailand, den Philippinen und Indonesien, später wurde sie dann auch in Mittel- und Südamerika, beispielsweise in Brasilien, angebaut. Ihr Geschmack wird als eine Mischung aus Ananas, Litschi, Pfirsich und Zitrone mit säuerlichen und süßen Anteilen und einem Hauch Vanille beschrieben.

Die Mangostan (Garcinia mangostana), englisch mangosteen, französisch mangoustan, stammt aus den Regenwäldern Südostasiens. Der Begriff Mangostan stammt aus dem Malayischen. Es gibt die Legende, dass die britische Königin Victoria jedem Seefahrer den Ritterschlag versprach, der ihr eine Mangostan aus Übersee mitbrachte. Deswegen soll die exotische Frucht den Beinamen „Königin der Früchte“ bekommen haben. Heute ist sie bei uns in Nordeuropa im spezialisierten Feinkosthandel, in Asia-Läden und über das Internet erhältlich. Sie muss aufgrund ihrer kurzen Haltbarkeit mit dem Flugzeug importiert werden.

Mangostan-Baum ist sehr robust

Obwohl der Name nach „Mango“ klingt, ist die Mangostan nicht mit der Mango-Frucht verwandt. Der Mangostan-Baum gehört vielmehr zur Familie der Clusiaceae, in deren Verwandtschaft sich auch die Johanniskrautgewächse oder die Veilchen tummeln. Der immergrüne Baum wird bis zu 25 Meter hoch und kann bis zu 100 Jahre alt werden. Er hat dunkelgrüne ledrige und glänzende Blätter und eine sehr dunkle, fast schwarze Rinde. Bis die ersten Mangostan-Früchte geerntet werden können, vergehen sieben bis neun Jahre. Nach zehn Jahren beginnt dann die Haupternte, die bis zum 20. Lebensjahr des Baums dauern kann. Pro Jahr können in dieser Zeit zwischen 500 und 3000, bei einzelnen Bäumen bis zu 5000 Früchte geerntet werden. Der Baum und die Früchte sind sehr kälteempfindlich und vertragen keinen Frost. Der Mangostan-Baum ist sehr robust. Es sind kaum Schädlinge oder Krankheiten bekannt, die ihm nennenswert etwas anhaben können.

Harte Schale, weiches Fruchtfleisch

Die Mangostan-Frucht ist mit 3 bis 6 Zentimetern Durchmesser etwa tomatengroß und hat eine knapp 1 Zentimeter dicke dunkelviolette bis purpurrote Schale. Das weiße Fruchtfleisch ist in vier bis sieben Segmente unterteilt und schmeckt saftig und cremig. Jede Mangostan enthält zwischen einem und sechs Samen. Diese werden im Allgemeinen nicht gegessen; manche Menschen rösten sie aber und essen sie dann. Zum Essen muss die Mangostan nicht geschält werden, vielmehr wird sie in der Mitte auseinandergebrochen oder mit einem scharfen Messer vorsichtig angeschnitten, um die Hälften zu trennen. Dann können die einzelnen weißen, an eine Mandarine erinnernden, Fruchtfleischsegmente frisch als Obst gegessen werden. Doch Achtung: Beim Entfernen der Schale tritt Saft aus, der die Finger färben kann! Mangostane eignen sich auch für Smoothies, zum Beispiel zusammen mit Bananen, Ananas, Honig und Kokosmilch, oder können für Desserts wie ein Sorbet oder eine Mangostan-Tarte sowie in Salaten verwendet werden. Auch für herzhaftes Essen, etwa zu Fisch-, Reis- oder Geflügelgerichten wird die Mangostan manchmal verwendet, um eine fruchtig-süße Note zu erreichen.

Reich an Mineralstoffen, Vitamin C und Antioxidantien

Mangostane enthalten verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente wie Calcium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Mangan, viel Vitamin C, außerdem sekundäre Pflanzenstoffe wie Xanthone, gelbe Pflanzenfarbstoffe, die als Antioxidantien immunstärkend wirken sollen. Mit dieser Wirkung darf aber bei uns nicht bei Nahrungsergänzungsmitteln geworben werden. Der „saure Saft“ sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden, um den Körper nicht zu übersäuern. In den asiatischen Ländern, aus denen die Mangostan herkommt, werden die Früchte gegen Entzündungen der Mundschleimhaut und Infektionen im Hals-, Nasen- und Rachenraum als Naturheilmittel verwendet.

Teurer Exot – Essen mit Bedacht

Mangostane sind hierzulande sehr teuer. Sie brauchen sehr lange, bis sie gewachsen und reif sind, und werden über weite Transportwege mit dem Flugzeug bis nach Europa transportiert. Wer eine Mangostan kaufen möchte, sollte darauf achten, dass die Fruchtschale fest, aber nicht hart ist. Grüne Früchte sind unreif, können aber bei Zimmertemperatur nachreifen. Außerdem sollte die Schale unbeschädigt sein und keine Verfärbungen aufweisen. Gelagert werden sollte die exotische Frucht kühl bei Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad Celsius. Dann sind sie etwa eine Woche haltbar – wenig, wenn man bedenkt, welchen Weg sie schon hinter sich hat. Deswegen sollte man sich des Luxus dieser Früchte durchaus bewusst sein.

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