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Schule & Wissen
24.10.2019

Spitzkohl: mild, zart und bekömmlich

Spitzkohl aus heimischem Anbau ist von April bis Dezember im Handel, Importware das ganze Jahr. Foto: istock

Der feine Verwandte des Weißkohls

Er gehört zur großen Kohlfamilie, ist aber nicht nur wegen seines spitz zulaufenden Kopfs ganz anders als seine Verwandten. Das Gemüse hat im heimischen Anbau bis in den Winter hinein Saison – falls es vorher nicht den Schnecken zum Opfer gefallen ist.

Sein Name beschreibt ihn sehr treffend: Kegelförmig und nach oben spitz zulaufend – so sieht keine andere Kopfkohlart aus. Auch seine Blätter unterscheiden sich von seinem nächsten Verwandten, dem Weißkohl. Sie sind hell- bis blaugrün, sitzen locker übereinander und haben eine feine Struktur. Außerdem sind sie zart und haben einen milden, leicht nussigen Geschmack. Weißkohl bildet hingegen einen festen Kopf mit härteren Blättern, die das typisch kräftige Kohlaroma aufweisen.

Damit sammelt Spitzkohl Pluspunkte bei Gourmets. Er ist zudem schneller gar und bekömmlicher. Als knackiger Salat, als Beilage zu herzhaften Fleischgerichten, in Aufläufen, Suppen und Eintöpfen, zu Pasta, in vegetarischen Gerichten – die Verwendungsmöglichkeiten sind fast unbegrenzt. Ein Klassiker ist die Kohlroulade. Zu Sauerkraut wird er seltener verarbeitet.

Dafür ist das Filderkraut prädestiniert. Filderkraut sieht fast so aus wie Spitzkohl. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eine spitze Form des Weißkohls. Diese wurde im Kloster Denkendorf oder in der Propstei Nellingen in Baden-Württemberg gezüchtet und erstmals 1772 erwähnt. Das Filderkraut wird in Region südlich von Stuttgart angebaut.

Was Spitzkohl mit seinen Verwandten eint, ist sein hoher Gesundheitswert. Es muss nämlich nicht das über weite Entfernungen importierte exotische Superfood sein. Das wissen immer mehr Verbraucher und greifen zum Gemüse aus heimischem Anbau. Spitzkohl weist hohe Gehalte an Vitaminen (vor allem Vitamin C), Mineralstoffen (Kalium und Calcium), Spurenelementen (Eisen) und Ballaststoffen auf.

Herkunft und Ansprüche

Die Herkunft des Spitzkohls (Brassica oleracea convar. capitata var. alba) ist nicht restlos geklärt. Vermutlich stammt er aber aus China und ist seit etwa 150 Jahren auch in Mitteleuropa heimisch. Spitzkohl ist grundsätzlich anspruchslos. Wenn er aber an sonnigen Standorten und auf nährstoffreichem Boden mit regelmäßiger Wasserversorgung steht, dankt er es mit sehr guten Ernten.

Anbau

Spitzkohl ist besonders beliebt, weil er im Frühjahr ab Ende April und damit schneller als die übrigen heimischen Kohlarten auf dem Markt ist. Im Profi-Anbau wird er dafür in Gewächshäusern vorgezogen und früh unter Vlies mit etwa 40 Zentimetern Abstand untereinander ausgepflanzt. Er ist vorwiegend ein Frühjahrsgemüse. Es gibt aber auch Sorten, die später im Jahr kultiviert werden und bis in den Winter hinein frisches Gemüse aus dem eigenen Garten liefern. Falls im Herbst mittelstarke Fröste drohen, sollten die Pflanzen mit Vlies abgedeckt werden. Importware ist ganzjährig im Handel. Spitzkohl wird außer in Deutschland in nennenswertem Umfang auch in Holland und Frankreich angebaut.

Pflanzenschutz und Düngung

Für Schnecken ist der zarte Kohl ein besonderer Leckerbissen. Hierauf sollten sich Anbauer einstellen und entsprechende Gegenmaßnahmen treffen. Kohleulen, Kohlweißlinge oder Kohlschaben können große Schäden anrichten. Bei den Pilzkrankheiten sind unter anderem Echter und Falscher Mehltau zu beachten. Wenn in der Fruchtfolge Kohlarten in zu kurzen Abständen angebaut werden, ist die Kohlhernie zwangsläufig. Eine gute Bodenkalkung kann hier begrenzt entgegenwirken. Die Pflanze zählt wie fast alle anderen Kohlarten zu den Starkzehrern und benötigt eine höhere Nährstoffversorgung als zum Beispiel Radieschen, Bohnen oder Feldsalat, die zu den Schwachzehrern zählen.

Ernte und Lagerung

In Abhängigkeit vom Pflanztermin wird Spitzkohl bis in den Dezember hinein geerntet. Die Köpfe haben ein Gewicht von etwa 1,5 Kilogramm und sind damit etwas leichter als Weißkohl. Weil die Blätter locker am Kopf sitzen, wird Spitzkohl relativ schnell welk. Er hält sich mehrere Tage im Gemüsefach des Kühlschranks, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen auch etwas länger. Zur Not lässt sich zubereiteter Spitzkohl auch einfrieren.

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