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Schule & Wissen
12.04.2022

Datteln: Voller Zucker, trotzdem nicht ungesund

Getrocknete Datteln sind je nach Anbieter bereits entkernt. Neben den knapp pflaumengroßen Sorten gibt es auch die deutlich größeren Medjool-Datteln, die mit etwa 20 Prozent Restfeuchte in den Handel kommen. Foto: iStock

Gedeihen am besten, wenn sie „mit den Füßen im Wasser und mit dem Kopf in brennender Sonne stehen“

Wer schon mal Datteln im Speckmantel gegessen hat, weiß wie süß die kleinen Früchte sind. Für uns sind sie meistens ein Snack für zwischendurch, für die Bewohner der Wüstenregionen aber ein wichtiger Energielieferant. Die Dattelpalmen wachsen sehr gut im heißen Klima, allerdings brauchen sie viel Wasser.

Wissenswert

Die Kombination aus süß und herzhaft ist in unserer Küche sehr beliebt. Datteln sind in diesem Zusammenhang nicht mehr wegzudenken: Ob im Speckmantel, gefüllt mit Käse oder in Soßen und Brot – die süßen Früchte geben hier eine gute Figur ab. 100 Gramm enthalten etwa 63 Gramm Zucker. Es ist also kein Wunder, dass das Obst trotz eines Fettgehalts von weniger als 1 Prozent mit fast 300 Kilokalorien verhältnismäßig energiereich ist. Dies machen sich Nomadenvölker in Wüstenregionen zunutze, die Datteln auch aus Mangel an sonstigen Power-Nahrungsmitteln sehr zu schätzen wissen.

Ein maßvoller Konsum der honigsüßen Früchte hat keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Das liegt an dem enthaltenen Vitamin- und Mineralstoffcocktail, aber auch an zellschützenden Antioxidantien wie Flavonoide, Carotinoide oder Polyphenole und am Ballaststoffgehalt. Die faserreichen Ballaststoffe wirken auf den Magen-Darm-Trakt: Sie beugen Verstopfungen vor, führen zu einem Sättigungsgefühl und senken das Diabetesrisiko. Zu erwähnen ist außerdem der Inhaltsstoff Tryptophan. Die im Fruchtfleisch enthaltene Aminosäure wird in unserem Körper in das Hormon Melatonin umgewandelt, das unseren Schlafrhythmus mitbestimmt. Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte es Einwohnern arabischer Länder gleichtun und es mal mit ein paar Datteln probieren.

Aus den Früchten kann ein Sirup mit einem karamellartigen Aroma gewonnen werden, der raffinierten Haushaltszucker als Süßungsmittel ersetzen kann. In arabischen Ländern wird dieser auch zu Arrak vergoren und destilliert. Der Schnaps enthält bis zu 70 Prozent Alkohol. Die Stämme der Palmen dienen zudem als Bauholz, die Blätter für Flechtprodukte und die ihre Fasern zur Herstellung von Seilen.

Herkunft und Ansprüche

Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera L.) stammt wahrscheinlich aus dem Gebiet rund um den Persischen Golf, ist mittlerweile aber in den Trockengebieten von Marokko bis Indien und auch in Süd-, Mittel- und Nordamerika zuhause. Die Palmen gedeihen auf sehr armen Böden, benötigen aber reichlich Wasser, das in Wüsten nur in Oasen oder wo kostbares Grundwasser in Brunnen an die Oberfläche gepumpt wird, vorhanden ist. Hohe Ansprüche hat sie auch in Bezug auf Sonne und Wärme.

Anbau

Exportware stammt aus Plantagen, die bis zu 100 Jahre genutzt werden können. Die gepflanzten Schösslinge entwickeln sich zu 15 bis 20 Meter hohen Bäumen, die Kokospalmen ähneln. An der Spitze tragen sie 30 bis 40 etwa 4 Meter lange Fiederblätter. Die Dattelpalme ist zweihäusig. Das heißt, es gibt weibliche und männliche Palmen. In jeder Plantage müssen einige männliche Exemplare wachsen, die die weiblichen bestäuben. Um auf Nummer sicher zu gehen, werden männliche Blütenstände über den weiblichen Blüten von Hand ausgeschüttelt. Fünf bis sechs Jahre nach der Pflanzung wachsen die ersten Früchte heran.

Pflanzenschutz und Düngung

An erster Stelle ist der Rote Palmrüssler zu erwähnen, der sich vor allem rund um das Mittelmeer ausbreitet. Dessen Larven fressen von außen nicht sichtbar mit Vorliebe am Vegetationskegel. Wenn die Blätter braun werden, gibt es keine Chance mehr auf Rettung. In Algerien und Marokko hat die Bayoud-Pilzkrankheit schwere Schäden hinterlassen. Im Gegensatz zum Palmrüssler kann dem Pilz aber mit unempfindlichen Züchtungen entgegengewirkt werden.

Ernte und Lagerung

Die ovalen, etwa pflaumengroßen Datteln wachsen an traubigen Fruchtständen. Zur Reife ändern die ursprünglich grünen Früchte ihre Farbe. Je nach Sorte werden sie braun, gelb oder auch leuchtend rot. Die Ernte, die zwischen 10 und 150 Kilogramm pro Palme beträgt, ist überwiegend Handarbeit. Hubwagen sind wichtige Hilfsmittel. Damit gelangen die Erntehelfer in die Palmenkrone und können die druckempfindlichen Früchte pflücken. Frische Ware hält sich einige Tage im Kühlschrank. Getrocknete Früchte konservieren sich mit ihrem hohen Zuckergehalt selbst und halten sich bis zu einem Jahr. Zur Trocknung werden die Datteln mehrere Tage in die Sonne gelegt und anschließend in Feuchträumen auf den optimalen Feuchtegehalt gebracht. Gelegentlich bildet sich ein weißer Belag auf der Oberfläche. Das ist in der Regel auskristallisierter Zucker und kein Schimmel.

Zahlen

Nach Angaben der FAO wurden 2019 weltweit 9,075 Millionen Tonnen Datteln geerntet (zum Vergleich Äpfel: 87,236 Millionen Tonnen). Die größten Produzenten waren Ägypten (1,604 Millionen Tonnen), Saudi Arabien (1,540 Millionen Tonnen) und Iran (1,308 Millionen Tonnen).

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