Wer saugt an Rosenblättern?

28.07.2016 Haus & Garten

Schädlinge lassen Blätter verfärben und verkrüppeln

Rosen gehören zu den beliebtesten Zierpflanzen, und es gibt kaum einen Garten, in dem sie nicht vorkommen. Freude an ihrer reichen Blüte kann man aber nur dann haben, wenn sie sich gesund und kräftig entwickeln. Obwohl durch richtige Standortwahl und geeignete Pflegemaßnahmen sowie bedarfsgerechtes Düngen die Wuchskraft und Widerstandsfähigkeit erhöht wird, muss man mit dem Auftreten von Schädlingen und Krankheiten rechnen. Wir stellen Schädlinge vor, die die Blätter der Rosen schädigen.

Blattläuse

Bald nach dem Austrieb werden die Rosen häufig von Blattläusen (Macrosiphum rosae und andere Arten) befallen. Vornehmlich an jungen Triebspitzen und Knospen sitzen 1,7 bis 3,6 Millimeter große, grünliche, rotbraune oder schwarze Läuse in dichten Kolonien und saugen den Pflanzensaft. Nicht immer kommt es dadurch zu Verkrümmungen und Verkrüppelungen von Blättern und Trieben, ihre Entwicklung wird aber durch die Saugtätigkeit beeinträchtigt. Außerdem werden die Pflanzen dann noch durch den Honigtau und Rußtau verschmutzt. Die Rosen können den ganzen Sommer befallen werden, wobei die Vermehrung der Läuse durch trocken-warmes Wetter besonders gefördert wird.

Maßnahmen: Vor einer direkten Bekämpfung mit zugelassenen Insektiziden sollte kontrolliert werden, ob die Läuse nicht bereits bei Nützlingen wie Marienkäfer oder bei Vögeln auf dem Speisezettel stehen. So suchen beispielsweise Spatzen, die ihren Nachwuchs füttern, die Rosenstöcke ganz systematisch nach Blattläusen ab.

Spinnmilben

Bei den Schäden durch Spinnmilben, Rote Spinne (Tetranychus urticae und andere Arten) ist auf der Blattoberseite eine weißlich-gelbe Sprenkelung anfangs entlang der Hauptadern zu finden. Später wird die gesamte Blattspreite erfasst. Dadurch bekommt das Laub ein schmutzig grau-grünes Aussehen. An der Unterseite sind die Spinnmilben in großer Zahl zu finden. Starke Saugschäden führen zum völligen Vertrocknen und Abfallen der Blätter. Mitunter sind dann auch die Blätter und Triebspitzen mit feinen Gespinstfäden überzogen.

Im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen prägen sich an Rosen erst bei höheren Populationsdichten, also relativ spät nach dem Anfangsbefall, Schadsymptome an den Blättern aus. Die Bestände müssen daher frühzeitig vor dem Erscheinen erster Symptome überwacht werden. Sind erste Saugstellen sichtbar, ist in der Regel bereits ein größerer Teilschaden eingetreten. Die einzelnen Rosensorten werden unterschiedlich stark von den Spinnmilben befallen.

Die Spinnmilben sind zwar typische Schädlinge an Rosen in Gewächshäusern. Sie kommen aber auch im Freiland vor. Hier ist vor allem bei Rosen im Weinbauklima oder an Standorten vor Südwänden von Gebäuden mit einem Befall zu rechnen. Die Spinnmilben vermehren sich bei hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchte besonders gut. So muss man mit einer Vielzahl von Generationen im Jahr rechnen. Bei Temperaturen von 14 Grad Celsius sind fünf bis sieben Wochen Entwicklungszeit für eine Generation zu erwarten, die sich bei 24 Grad Celsius auf nur eine Woche verkürzt.

Maßnahmen: Wird eine Bekämpfung erforderlich, können Behandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln durchgeführt werden.

Rosenzikaden

Durch die unter den Blättern saugenden Rosenzikaden (Typhlocyba rosae) und deren Larven ist nach dem Austrieb im Frühjahr auf den Rosenblättern zunächst entlang der Mittelrippe eine vereinzelte weißliche Sprenkelung festzustellen. Bei zunehmendem Befall nimmt die Sprenkelung immer größere Teile der Blattspreite ein. Mitunter machen die Pflanzen durch ihr weißscheckiges Laub einen kränkelnden Eindruck. Die 3 Millimeter langen Zikaden sind gelb-grünlich gefärbt. Die Larven sind nicht flugfähig. Jährlich führen zwei Generationen von Mai bis September zu einem Befall. Im Sommer fliegen oft ganze Zikadenschwärme bei Erschütterung der Pflanzen hoch. Besonders gefährdet sind Rosen auf trockenen, stark sonnigen Standorten oder durch Wärmerückstrahlung von Hauswänden auf der Südseite. Die Zikaden legen ihre Eier in die Rinde der Triebe. Die von den Tieren der zweiten Generation abgelegten Eier überwintern.

Maßnahmen: Eine spezielle direkte Bekämpfung wird selten nötig, da die Schädlinge beispielsweise bei einer Anwendung von Mitteln gegen Blattläuse meist mit beseitigt werden. Die bei dem üblichen Rückschnitt der Triebe zum Winterausgang gegebenenfalls mit Eiern besetzten Pflanzenteile zudem entfernen.

Blattwanzen

Auf jungen Blättern sind Saugstellen von Blattwanzen (Lygus- und andere Arten) zunächst als kleine, oft nur stecknadelkopfgroße, gelbe Flecken zu erkennen. Das so ausgesaugte Gewebe wird braun, stirbt ab und vertrocknet. Mit dem weiteren Streckungswachstum der Blattfläche können sich die geschädigten Stellen nicht weiterentwickeln. Die Entwicklung der Blattspreite ist gestört. Die Saugstellen reißen ein und vergrößern sich. So entstehen löcherig zerfetzte, beulig verbogene und allgemein missgestaltete Blätter. Auch die Triebspitzen können verkrüppeln.

Die Blattwanzen sind flache 0,5 bis 1 Zentimeter große Insekten, die neben einem mehr oder weniger ausgeprägten Rückenschild noch ein Scutellum (dreieckiges Schildchen) tragen, das ähnlich wie bei Käfern eine Bedeutung bei der Artbestimmung hat. Die Tiere sind je nach Art grün, gelblich- oder rötlich-braun sowie bunt gefärbt. Sie überwintern als Ei (z. B. Grüne Futterwanze) an der Rinde ein- und zweijähriger Triebe holziger Pflanzen wie Apfel, Weißdorn, Johannisbeere oder Brombeere oder als erwachsenes Tier (z. B. Wiesenwanze) an der Bodenstreu, Gras und Moos. Ab April/Mai werden die Rosen von den Wanzen besiedelt.

Maßnahmen: Die direkte Bekämpfung ist schwierig, da bereits wenige Tiere große Schäden verursachen. Sie sind auch nur selten an den Pflanzen zu finden. Schließlich lassen sie sich beim Berühren oder Erschüttern der Pflanzen meist sofort zu Boden fallen. Lediglich in den frühen Morgenstunden, wenn sie noch träge sind, kann man sie finden. Wenn die Rosen gegen Zikaden oder Blattläuse mit zugelassenen Insektiziden behandelt werden, können die zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Wanzen mit beseitigt werden.