Der Schwalbenschwanz – geschützter Schmetterling mit Schadpotenzial

29.05.2013 Haus & Garten

Schwalbenschwanzraupen lieben gartenfrisches Gemüse. Gärtner sollten es ihnen gönnen

Nicht jede Raupe, die im Gemüsegarten frisst, verdient die rote Karte. Der schöne Schwalbenschwanz ist in Deutschland so selten, dass er unter Naturschutz steht. Inzwischen hat sich sein Bestand erholt. Wer seine Raupen im Gemüse findet, sollte sie gewähren lassen und sich auf den größten einheimischen Tagfalter freuen.

Schöner Schmetterling

Einer der größten einheimischen Tagfalter ist der Schwalbenschwanz (Papilio machaon). Er zählt zu den am schönsten gefärbten Schmetterlingen in Europa. Er hat eine Flügelspannweite von fünf bis 7,5 Zentimetern. Seine Flügel sind cremegelb und schwarz gemustert. Sie haben einen schwarzen Saum mit einer Reihe von gelben halbmondförmigen Flecken. An den Hinterflügeln befinden sich schwanzartige Fortsätze, die an den namensgebenden Schwalbenschwanz erinnern. Die Hinterflügel weisen rötliche bis rostbraune Augenflecken und daneben noch blaue Flecken auf. Die Falter sind im Sommer auf Wiesen, Weiden, Trockenrasenflächen, auf größeren Waldlichtungen, an Wegen, aber auch in Gärten anzutreffen. Hier ernähren sie sich vom Nektar der Blüten von Disteln, Klee und anderen Blumen. 

Groß, bunt und quer gestreift sind die Raupen

Die anfangs samtschwarz gefärbten Raupen werden später auffällig zebraartig. Sie werden bis zu vier Zentimeter lang und tragen auf einem grünen Körper schwarze Querbinden. Das mittlere Band auf jedem Segment hat eine Reihe roter Punkte. Bei Bedrohung stülpen die Raupen hinter dem Kopf eine orangefarbene Nackengabel hervor und sondern einen Duftstoff ab. Die Raupen halten sich gerne im Gemüsegarten auf. Dort sind sie im Juni und von August bis September an ihren Wirtspflanzen zu finden. Dazu gehört die Familie der Doldenblütler (Apiaceae) beispielsweise Wilde Möhren, Kultur-Möhren, Pastinaken, Dill, Kümmel, Fenchel, Petersilie, Echter Engelwurz, Haarstrang-Arten, Bibernellen oder andere Doldenblütengewächse. Seltener besiedeln sie Pflanzen aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae), wie Diptam oder Weinraute (Gartenraute). Nach etwa vier Wochen sind die Raupen ausgewachsen. Sie begeben sich zur Verpuppung an die Pflanzenstängel. Nach einer Puppenruhe von drei Wochen schlüpfen die Falter der nächsten Generation. Die Puppen der zweiten Generation überwintern. 

Hochzeitsflug hügelabwärts

Interessant ist beim Schwalbenschwanz die Partnersuche. Hierzu versammeln sich die Falter aus der weiteren Umgebung an Geländeerhebungen, wie Hügel-, Bergkuppen und ähnlichen Orten. Dort segeln sie abwärts, um einen Geschlechtspartner zu treffen. Der Schwalbenschwanz hat bei uns in der Regel zwei Generationen und fliegt von April bis Juni und von Juli bis August. Im Mai beziehungsweise im Spätsommer legen die Weibchen bis zu 150 Eier einzeln an die Blätter der Wirtspflanzen ab. Nach einer Woche schlüpfen die Raupen. Wer ihnen Asyl gewährt, hat die Chance nach wenigen Wochen den herrlichen Schmetterling zu beobachten. Er gilt im Natur- und Artenschutzrecht als besonders geschützt. Sein Bestand war in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stark gefährdet. Inzwischen hat er sich wieder erholt. Um Schadpotenzial zu entfalten, müsste sich der Schmetterling allerdings erst einmal stark vermehren.

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