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Umwelt & Verbraucher
17.09.2013

Kartoffeln schmecken den Erdflöhen besonders gut

Die Larven verursachen auffällige Fraßgänge an den Knollen. Foto: Jean-François Germain, LNPV Montpellier, (EPPO)

Der kleine Blattkäfer wanderte aus Nordamerika nach Europa ein

Die Blätter der Kartoffeln sehen aus wie ein Sieb, durchlöchert von unzähligen, winzigen Löchern. Die Knolle selbst ist von vielen feinen Furchen durchzogen, ähnlich wie die Flüsse auf einer topographischen Landkarte. Und genau diese Fraßgänge an der Oberfläche oder knapp unter der Schale schrecken die Kartoffelerzeuger auf. Denn damit lassen sich die Kartoffeln nur noch eingeschränkt vermarkten. Hohe Schälverluste verursachen große wirtschaftliche Einbußen.

Für die Schäden sind kleine Erdflöhe verantwortlich. Epitrix cucumeris, Epitrix similaris, und Epitrix tuberis, die amerikanischen Kartoffelerdflöhe, sind auf dem besten Weg, von Nordamerika aus Europa zu erobern. 2004 tauchten die Insekten in Portugal erstmals auf, 2008 wurden die Einwanderer in Spanien entdeckt. In einigen Ländern wie Russland und der Ukraine gelten die amerikanischen Kartoffelerdflöhe als Quarantäneschädling. Angesichts der Bedeutung des Kartoffelanbaus in Europa zögerten die Behörden nicht lange. Im Mai 2012 erließen sie Dringlichkeitsmaßnahmen zum Schutz der Europäischen Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung dieser Schädlinge. 

Kontrollen der Erde und der Knollen

Die Maßnahmen zielen vor allem auf den Handel und die Produktion, also auf die Stellen, die viele Kartoffeln durchlaufen. Im Kartoffellager und in der anhaftenden Erde oder in der Erde, die beim Verladen der Kartoffeln anfällt, sucht man nach den Käfern. Die Knollen werden auf Fraßgänge hin unter die Lupe genommen und geschält. 

Die Schadbilder, die die Erdflöhe erzeugen, unterscheiden sich nicht. Erst anhand einer Untersuchung der Genitalorgane kann die Art exakt bestimmt werden. 

Klein, aber sehr mobil

Die Erdflöhe sind kleine, aber wieselflinke Blattkäfer. Die 1,5 bis zwei Millimeter großen Tiere fliegen bis zu einem Kilometer weit. Sie zeichnen sich durch ihre Kraft in den sichtbar starken Sprungbeinen aus. Der Körper ist dunkel und weist auffällige gelbe Antennen auf. An den Flügeln fallen kurze Härchen ins Auge. 

Käfer und Larven schädigen die Kartoffeln

Die Käfer selbst verursachen Fraßschäden im frischen Kartoffellaub. Sie legen nach diesem Reifungsfraß bis zu 200 kleine und durchsichtige Eier in der Nähe der Kartoffelpflanze in die Erde. Nach drei bis 14 Tagen schlüpfen die Larven. Sie sind weißlich, gelblich mit einem braunen Kopf und deutlich größer als die Käfer. Die Larven machen sich nun über die Wurzeln und die Kartoffelknollen her. Sie legen die auffälligen Fraßgänge an. Nach längstens vier Wochen verpuppen sich die Larven in einer Erdhöhle. Zehn Tage später schlüpfen die Käfer. Bedingt durch diesen kurzen Zyklus schaffen die Epitrix-Arten bis zu drei Generationen im Jahr. Im Winter ziehen sich die Käfer in den Boden zurück.  

Erdflöhe sind keineswegs nur auf Kartoffeln spezialisiert. Auch andere Nachtschattengewächse haben es ihnen angetan. Mit Vorliebe laben sie sich auch an Tomaten oder Paprika, und sie verschmähen auch Gänsefußgewächse oder Kürbisse nicht.

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