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Umwelt & Verbraucher
09.11.2010

Blühstreifen – der Artenvielfalt zuliebe

In Wildäckern zuhause: der Feldhase - Foto: Siegel / djv

Wildtiere schätzen Wildäcker

Blühende Ackerrandstreifen und Wildäcker erhalten und erhöhen die Artenvielfalt in landwirtschaftlich geprägten Regionen. Sie beleben aber nicht nur das Bild der Kulturlandschaft, sondern bilden auch attraktive Lebensräume – mit ganzjährigem Nahrungsangebot – für das heimische Wild und zahlreiche Tierarten, von verschiedensten Insekten bis hin zur seltenen Zauneidechse.

Wildäcker: mindestens drei Meter breit

Im Rahmen länderspezifischer Umweltprogramme (NAU) werden Fördermittel für die Anlage von Blühstreifen gewährt. Die Blühstreifen dienen dann als Wildäcker. Will der Landwirt Fördermittel erhalten, muss er nicht nur seine Ackerfläche bereitstellen, sondern sie auch sorgfältig ackerbaulich vorbereiten. Die Saatgutmischung muss sorgsam ausgewählt werden, damit sie zum Standort passt. Dabei muss er auch darauf achten, welche Pflanzen die Wildtiere am Ort bevorzugen. 

Damit die Wildackersaat aufgeht – die richtige Vorbereitung.

Zunächst werden hartnäckige Wurzelunkräuter wie etwa Quecken mit einem Unkrautbekämpfungsmittel eingedämmt. Nach sieben bis 14 Tagen Wartezeit muss der Boden aufgelockert werden. Pflug oder Schwergrubber sind die geeigneten Geräte. Danach wird der Wildackerboden mit dem Feingrubber – oder mit einer Kreiselegge-Drillmaschine – sogar in einem Arbeitsgang mit der Aussaat – rückverfestigt. Damit sich die Pflanzen gut entwickeln und üppig blühen, empfiehlt sich auch eine Düngergabe zur Saat.

Sechs bis sieben Pflanzenarten

Je nach Bodenart setzen sich Wildäckersaatmischungen aus sechs oder sieben unterschiedlichen Pflanzenarten zusammen. Pro Hektar werden acht bis zehn Kilogramm Saatgut benötigt. Dazu gehören mit jeweils unterschiedlich hohen Anteilen Hafer, Buchweizen, Sonnenblumen, Marktstammkohl, Senf, Futterraps und Ölrettich für Sandstandorte. Für bessere, das heißt lehmhaltige Böden eignen sich Luzerne, Buchweizen, Marktstammkohl, Senf, Futterraps und Ölrettich. Wildackerflächen sollten nach einem oder zwei Jahren an einen anderen Standort „umziehen“, da sich sonst unerwünschte Kräuter allzugut entwickeln und zum Schaden der Kulturen auf dem Acker ausbreiten können.

Mehr zum Thema enthält das Faltblatt Wildacker-Mischungen der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. und der AGRAVIS Raiffeisen AG

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