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Haus & Garten
17.01.2013

Was Zimmerpflanzen krank macht

Gesunde und reich blühende Anthurie (Flamingoblume) bei optimaler Pflege. Foto: Klaus Margraf

Für eine harmonische Wohngemeinschaft mit Pflanzen

Gesunde Zimmerpflanzen machen Freude, kranke nicht. Aber keine Pflanze kümmert ohne Grund. Ist der gefunden, ist Hilfe nah. Die richtige Diagnose ist die Basis für gezielte Korrektur der Standortbedingungen oder erfolgreiche Bekämpfung von Schaderregern. Während nichtparasitäre Schadursachen durch Korrektur der Standortbedingungen oder Pflegemaßnahmen zu beheben sind, sind parasitäre Schadursachen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln und Nützlingen zu bekämpfen.

Unbelebte oder nichtparasitäre Schadursachen

Zimmerpflanzen müssen oft in einer Umgebung wachsen, die nicht ihrem natürlichen Lebensraum entspricht. Ungünstige Standortbedingungen oder nicht artgerechte Pflege sind nichtparasitäre, also unbelebte Schadursachen. 

Pflanzen stets ins rechte Licht setzen

Zuviel des Guten kann schaden. Licht ist zwar lebensnotwendig, aber im Frühjahr droht schnell Sonnenbrand. Die Pflanzen werden über Winter empfindlich und vertragen die stärkere direkte UV-Strahlung schlecht – ganz wie Menschen. Die Blätter können wie die menschliche Haut verbrennen. 

Zu wenig ist auch nicht gut: Fehlen der Pflanze wichtige Spurenelemente wie Eisen zur Bildung des grünen Blattfarbstoffes Chlorophyll, werden die jungen Blätter nicht grün, sondern eher gelblich, Gärtner sagen chlorotisch. Handelsübliche Zimmerpflanzendünger bieten eine ausgewogene Zusammensetzung der Hauptnährstoffe. Sie beugen Mangelerscheinungen wirksam vor. Trotzdem kann es vorkommen, dass Spurenelemente fehlen, weil Pflanzen unterschiedliche Substrate und pH-Werte brauchen. Hibiskus oder Zitruspflanzen beispielsweise brauchen besonders viel Eisen. Hier helfen zum Beispiel Eisenchelatdünger. 

Bei Lichtmangel bleichen die Blätter aus, sind gelblich oder bräunlich verfärbt, verkümmern und fallen, ebenso wie die Blütenknospen, ab. Buntblättrige Zimmerpflanzen vergrünen. Es entstehen unnatürlich lange, meist farblose und schwache – Gärtner sagen „vergeilte“ Triebe. Solche Mangelerscheinungen treten besonders im Winter auf. Betroffene Pflanzen sollten einen Fensterplatz möglichst auf die Südseite bekommen. 

Die Temperatur muss stimmen

Pflanzen habe ihre eigene Wohlfühl-Temperatur. Ist die Temperatur über längere Zeit zu hoch oder schwankt sie stark, reagieren Zimmerpflanzen vor allem während der Entwicklung der Blütenknospen oder der Blüten empfindlich. Die Knospen entwickeln sich nicht weiter und vertrocknen, die Blüten fallen ab. 

„Kalte Füße“ bremsen die Entwicklung. Besonders empfindlich reagieren Pflanzen auf zu niedrige Bodentemperaturen. Kaltes Gießwasser kann diese erheblich absenken. Sämlinge oder Jungpflanzen können anfälliger für parasitäre Wurzel- oder Wurzelhalsfäulen werden. Aber auch nichtparasitäre Wurzelhalsfäulen können entstehen, etwa bei Bogenhanf (Sansevierien), Schraubenbaum (Pandanus) oder Zamie (Zamioculcas). 

Die richtige Pflege 

Das rechte Maß für Wasser. Wenn Pflanzen welken, schlaff werden, vergilben oder vertrocknen und Blätter abwerfen, kann zu wenig Wasser die Ursache sein, aber auch zu viel. Staunässe schädigt erst die Wurzeln, dann folgen die Symptome an den Blättern. 

Dünger bedarfsgerecht dosieren. Wird beispielsweise Flüssigdünger zu hoch dosiert, kann die erhöhte Salzkonzentration im Boden die Wurzeln schädigen und Blattspitzen und -ränder oder ganze Blätter zum Verdorren bringen. Die Pflanze droht abzusterben. 

Ungeeignete Erde (Substrat) oder zu geringer Wurzelraum in zu klein gewordenen Pflanzgefäßen beeinträchtigen den Wuchs. Dann können Blätter vergilben und absterben. Ein größerer Topf und frisches Substrat lassen die Pflanze aufleben. 

Auch beim Renovieren an die Zimmerpflanzen denken! Lösungsmittel aus Farben oder Klebstoffen können beim Verdampfen Verbrennungen an den Pflanzen verursachen. Um diese zu vermeiden, sollte man Immer Abstand halten, eventuell die Pflanze abdecken, oder sie vorübergehend umsiedeln. 

Wenn alles zusammenkommt... – Wird beim Umtopfen der Wurzelballen reduziert, kann trockene Luft die Zimmerpflanzen welken und vertrocknen lassen. Denn die Blätter verdunsten dann mehr Wasser, als das verkleinerte Wurzelwerk aufnehmen kann. Korkwucherungen, insbesondere auf den Blättern, können die Folge zu hoher Luftfeuchte verbunden mit zu großer Bodennässe und niedrigen Temperaturen an einem zu dunklen Standort sein. 

Belebte oder parasitäre Schadursachen

Das sind Organismen, die „auf Kosten“ der Pflanzen leben. Zum Beispiel Erreger von Pflanzenkrankheiten, wie Pilze oder Bakterien, aber auch Schädlinge. Krankheitserreger an Zierpflanzen rufen verschieden gefärbte und geformte Blattflecken sowie Fäulnis hervor oder wachsen in den Leitungsbahnen, die dadurch verstopfen. Die Pflanzen welken und sterben ab. 

Zu den Schädlingen zählen beispielsweise Milben (Spinnmilben oder Weichhautmilben) und Insekten (Blattläuse, Weiße Fliegen, Schild-, Woll- und Schmierläuse, Thripse, Dickmaulrüssler). Sie saugen den Pflanzensaft oder fressen an den verschiedensten Pflanzenteilen. Eine silbrige oder schmutzig-graugrüne Sprenkelung weist auf Spinnmilben, Zikaden oder Thripse hin. Sie lassen sich mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln kontrollieren. In diesen Fällen ist es sinnvoll, das Beratungsangebot der Gartencenter und der amtlichen Pflanzenschutzdienste in Anspruch zu nehmen.

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