Pflegeleichte Taglilien
Taglilien sind pflegeleichte Schönheiten.
Pflegeleichte Taglilien
Dekorative Blühstauden mit Genussfaktor
Taglilien sind nicht nur schön, sondern auch sehr pflegeleicht. Und wer im Gartenbeet verschiedene Sorten geschickt miteinander kombiniert, kann sich von Mai bis August an den Blüten erfreuen, die zudem essbar sind.
Der Gärtner, Philosoph und Züchter Karl Förster nannte Taglilien „die Blumen der intelligenten Faulen“. Denn einmal gepflanzt, bilden die Stauden im Laufe der Zeit Horste und müssen nur selten geteilt werden, um ihre Blühfreude zu erhalten. Als Pflegemaßnahmen ist lediglich ein Rückschnitt nach dem Verblühen und regelmäßiges Gießen an warmen Tagen nötig.
Schönheiten für einen Tag
Taglilien gehören zur Ordnung der Spargelartigen und zur Familie der Grasbaumgewächse. Ihr wissenschaftliche Name lautet Hemerocallis – hemera für Tag und kallos für Schönheit, zusammen „Schönheit für einen Tag“. Denn die imposanten Blüten bleiben in der Regel nur einen Tag lang geöffnet. Da sie aber nicht alle auf einmal, sondern nach und nach blühen, ist die Freude an den bunten Akzenten im Staudengarten längst nicht so schnell vorbei, wie der Name der Pflanze vermuten lässt. Darüber hinaus sorgen rund 20 Hemerocallis-Arten und zigtausend Hybrid-Sorten mit unterschiedlichen Farben und Blühzeiten dafür, dass Taglilien-Fans monatelang auf ihre Kosten kommen, von Mai bis August, manchmal sogar bis in den Oktober hinein.
Taglilien pflanzen
Taglilien gedeihen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte durchlässig, nährstoffreich und frisch bis feucht sein. Manche Arten fühlen sich an Gewässerrändern besonders wohl. Ob als Wurzelstock oder als fertige Pflanze im Topf – gepflanzt wird am besten im zeitigen Frühjahr oder im Herbst, mit einem Abstand von etwa 50 Zentimetern. Gartenprofis empfehlen, das Pflanzloch nach dem Einsetzen der Taglilien mit Komposterde aufzufüllen, um eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Dann nur noch angießen und auf die Blütenpracht freuen.
Taglilien in der Küche
Im asiatischen Raum, wo viele Taglilien ihren Ursprung haben, werden Knospen, Blüten und Blätter der Pflanzen seit über 2000 Jahren als Nahrungsmittel genutzt. In China beispielsweise heißen getrocknete Taglilienknospen „Goldene Nadeln“ und werden in Suppen oder Wok-Gerichten verwendet. Klassische Arten für die Küche sind die orangenfarbene Hemerocallis fulva und die gelb blühende Hemerocallis lilioasphodelus. Besonders beliebt sind die knackig-frischen Taglilien-Knospen, die auch Kinder gerne roh knabbern. Eine schöne Idee ist es auch, sie wie falsche Kapern sauer einzulegen. Sind sie bereits leicht geöffnet, können die Knospen süß oder pikant gefüllt und zum Beispiel ausgebacken werden. Die Blüten bringen nicht nur Geschmack ans Essen, sondern eignen sich auch perfekt zum Garnieren und Dekorieren. Wer länger etwas von ihnen haben möchte, kann sie trocknen. Die Blattschösslinge der Taglilie sind zudem wie Gemüse verwendbar, ähnlich wie Spinat oder Lauch. Und sogar die Wurzeln sind genießbar, zum Beispiel gebraten oder in Eintöpfen wie Kartoffeln eingesetzt.
Taglilien vermehren
Um Taglilien zu vermehren, bietet sich vor allem die Teilung an. Als Nebeneffekt kann dadurch auch die Blühfreude der Stauden gefördert werden. Dazu den Horst ausgraben und den Wurzelballen mit einem scharfen Spaten teilen. Wurzeln und Blätter auf etwa 15 Zentimeter zurückschneiden. Die neuen Pflanzen dann sofort in die Erde setzen und gut angießen. Daneben bietet sich die Vermehrung per Ableger an, sofern die Taglilien sogenannte Kindel bilden. Das sind kleine Pflanzen, die an den Blütenstilen der Mutterpflanze wachsen. Haben sie eine kleine Blattrosette und manchmal auch Wurzelansätze, können sie etwa 5 bis 6 Zentimeter unter der Ansatzstelle abgeschnitten und am besten in Töpfen kultiviert werden, bis sie genug Wurzeln gebildet haben, um ins Beet umzuziehen.