Kumquat-Früchte aus dem eigenen Garten
Kumquat-Früchte aus dem eigenen Garten
Als Kübelpflanzen auch in hiesigem Klima kultivierbar
Kumquats gehören zu den Zitruspflanzen und können ähnlich wie Zitronen oder Orangen in Töpfen bei frostfreier Überwinterung im eigenen Garten angezogen werden. Ihre Früchte sind eine ausgesprochene Delikatesse.
Die immergrünen Kumquat-Pflanzen (Fortunella spp., neuerdings der Gattung Citrus zugeordnet) sind eng verwandt mit anderen Zitrusgewächsen wie Orangen oder Zitronen und stammen aus Ostasien. Sie wurden in Europa erst Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Die Pflanzen sind durch ihre ausgeprägte Ruhephase etwas frosthärter als Zitronenbäumchen, doch ihre Früchte sind im Gegensatz dazu besonders frostempfindlich. Ihre kleinen, weißen Blüten duften intensiv.
Delikates Obst
Kumquat-Früchte sind relativ klein und besitzen eine weiche, sehr aromatische Schale, die mit der Frucht verspeist wird. Das Fruchtfleisch selbst ist sauer und besitzt weniger Aroma als die Schale. Vor dem Verzehr sollte man die Frucht am besten zwischen den Fingern drücken und rollen, um den Geschmack von Schale und Fruchtfleisch zu vermischen. Kumquats sind ausgesprochen leckere Früchte zum Rohverzehr, eignen sich aber auch gut zum Einmischen in Obstsalate, zum Kandieren oder zur Verarbeitung als Marmelade.
Um Blütenknospen zu bilden, haben Kumquats im Sommer ein recht hohes Wärmebedürfnis. Bei kühler Überwinterung treiben sie unter Umständen sehr spät aus, dann brauchen die neu gebildeten Triebe in der Wachstumsphase besonders viel Wärme, um Blütenknospen fürs nächste Frühjahr anzusetzen. Obwohl die Pflanzen eigentlich besonders kältetolerant sind, sollte man sie bei kühler Überwinterung daher eventuell im Sommer in ein Gewächshaus stellen, sonst blühen und fruchten sie im Folgejahr nicht oder schlecht.
Anspruchsvoll in der Kultur
Wie andere Zitruspflanzen auch, sind Kumquat-Bäumchen nicht ganz einfach in der Pflege. Sie vertragen keine Staunässe, aber gleichzeitig auch keine Trockenheit. Der pH-Wert der Pflanzerde muss in einem engen Bereich um 5,0 liegen. Da viele der üblichen Blumenerden einen deutlichen höheren pH-Wert besitzen, sind sie für Kumquats schlecht geeignet, stattdessen sollte eine spezielle Zitruspflanzen-Erde verwendet werden. Auch bei der Düngung muss achtgegeben werden, denn sie darf weder zu hoch noch zu niedrig sein. Im Sommer können die Pflanzen unter freiem Himmel stehen, aber die Überwinterung muss frostfrei sein, möglichst bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Die Luft darf dabei nicht zu trocken werden, daher sind geheizte Wohnräume schlecht geeignet.
Es gibt unterschiedliche Arten von Kumquat-Pflanzen:
Nagami Kumquat
Die ovale Nagami Kumquat Fortunella margarita ist wohl die am weitesten verbreitete Kumquat-Sorte. Sie bildet wenig oder keine Dornen und hat kleine, dunkelgrüne Blätter. Sie ist etwas frosthärter als die Meiwa Kumquat, aber etwas frostempfindlicher als die Marumi Kumquat. Mit der Sorte 'Centennial' gibt es auch eine weißbunt panaschierte Form, die allerdings wegen ihres geringen Weißanteils in den Blättern nicht so auffällig ist, wie manche anderen panaschierten Gehölze.
Marumi Kumquat
Die Frucht der Marumi Kumquat Fortunella japonica ist rund bis leicht oval, etwas süßer als die Nagami und bildet etwas mehr Samen. Die Pflanze ähnelt der Nagami, hat aber etwas mehr Dornen und ist frostempfindlicher. Es gibt eine weißbunt panaschierte Form, die durch ihren hohen Anteil weißer Blattfläche besonders attraktiv ist.
Meiwa Kumquat
Die Meiwa Kumquat (Fortunella crassifolia = F. margarita x F. japonica) kann noch etwas besser und süßer schmecken als die Nagami und Marumi Kumquat. Ihre Früchte sind größer und rundlicher als die der Nagami Kumquat, aber oft noch leicht oval. Die Schale ist doppelt so dick wie bei den anderen Sorten, sie bildet sehr wenig Saft und hat kaum oder keine Samen. Die Zweige sind dornenlos.
Limequat
In den letzten Jahren erfreut sich eine Kreuzung aus Kumquat und Limette immer größerer Beliebtheit: Die Limequat (Citrofortunella eustis, syn. Citrus × floridana). Bei der bekanntesten Limequat-Sorte 'Eustis' handelt es sich um eine Kreuzung aus Key Lime und Marumi Kumquat. Ihre Frucht ist rundoval und bei Vollreife hellgelb. Sie ist mittelmäßig saftig und recht sauer, aber der Geschmack nicht so bitter wie der einer Limette, und sie kann mit ihrer dünnen Schale frisch verzehrt werden.