Zitruspflanzen gesund erhalten

07.09.2021 Haus & Garten

Kapriziöse Schönheiten gut pflegen

Zitrusgewächse sind als Kübelpflanzen beliebt. Sie sind attraktiv, ihre Blüten und Blätter strömen einen betörenden Duft aus und ihre Früchte sind sehr schmackhaft. Allerdings stellen diese Pflanzen hohe Ansprüche an die Pflege. 

Orangen- und Zitronenbäume stammen wie die meisten anderen Zitrusgewächse aus warmen, subtropischen bis tropischen Klimazonen und vertragen keine oder kaum Fröste. Sie müssen daher in frostfreien Räumen überwintert werden, fühlen sich aber über den Sommer auch im Freien sehr wohl.

Der passende Standort

Da Zitruspflanzen eine relativ hohe Luftfeuchte verlangen, sind die meisten von ihnen als Zimmerpflanzen schlecht geeignet, sondern stehen über den Winter am besten in hellen Räumen bei 5 bis 10 Grad Celsius, zum Beispiel in kaum geheizten Wintergärten oder aber auch in kühlen Kellerräumen mit Belichtung. Nach der Überwinterung können sie ab Mitte Mai langsam abgehärtet werden und danach an einem sonnigen und warmen Platz auf der Terrasse oder im Garten stehen.

Die Dreiblättrige Zitrone Poncirus trifoliata eignet sich übrigens auch für die Auspflanzung, da sie bis etwa minus 20 Celsius frosthart ist. Allerdings sind ihre runden, gelben Früchte nicht besonders schmackhaft, und es ist sehr umstritten, inwieweit sie sich zur Verwertung in der Küche eignen.

Die richtige Erde wählen

Leicht unterschätzt werden die Ansprüche, die Zitruspflanzen an die Erde haben, in der sie in den Töpfen oder Kübeln wachsen. Diese darf nicht zu kalkhaltig, aber auch nicht zu sauer sein; am besten liegt der pH-Wert im relativ engen Bereich zwischen 4,5 und 6,0. Daher sind die üblichen Blumenerden oder Eigenmischungen oft ungeeignet. Es ist empfehlenswert, spezielle Blumenerde für Zitruspflanzen zu kaufen, die auf die besonderen Bedürfnissen dieser Gruppe abgestimmt ist.

Beim Gießen sollte nicht zu hartes, aber auch nicht zu weiches Wasser verwendet werden, damit der pH-Wert nicht zu stark ansteigt oder absinkt. Wenn das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist (über 10 Grad Härte), sollte abwechselnd mit Leitungs- und Regenwasser gegossen werden. Wegen der großen Nässeempfindlichkeit darf besonders im Winter, wenn die Pflanzen wenig verdunsten, nicht zu stark gegossen werden, und die Erde muss sehr locker sein.

Regelmäßig düngen

Auch bei der Düngung sind Zitruspflanzen besonders anspruchsvoll. Vor allem auf die Versorgung mit Spurenelementen muss geachtet werden, sonst leiden sie schnell an Mangel an Eisen oder anderen Mikronährstoffen und bekommen gelbe (chlorotische) Blätter. Wie bei den Erden ist es wichtiger als bei anderen Gehölzen, Spezialprodukte für Zitruspflanzen zu verwenden. Da die Nährstoffgehalte der Produkte sehr unterschiedlich sind, sollte man bei der Dosierung genau auf die Gebrauchsanleitung achten.

Schnecken, Läuse & Co.

Es gibt einige Tiere, die sich Blätter und Zweige der Zitruspflanzen schmecken lassen. Blattläuse saugen an jungen, weichen Trieben, verschwinden aber normalerweise von selbst, wenn das Gewebe aushärtet. Kritischer ist die Lage bei Woll- und Schildläusen, die sich häufig an den Pflanzen befinden und sie bei starkem Befall zum Absterben bringen können. Sie lassen sich recht gut mit ölhaltigen Pflanzenschutzmitteln in den Griff gekommen. Auf "Hausmittel" wie Mischungen aus Salatöl und Spülmittel sollte verzichtet werden, da ihr Einsatz einerseits nicht zulässig ist und andererseits Pflanzenschäden verursachen kann.

Auch Schnecken machen sich am jungen Gewebe von Zitruspflanzen häufig zu schaffen. Daher sollten die Pflanzen möglichst trocken gehalten und die Schnecken abgesammelt werden. Oft sitzen sie unter den Töpfen.

Pilze & Bakterien

Zitruspflanzen werden in unserem Klima nur von verhältnismäßig wenig pilzlichen Krankheitserregern befallen. Am häufigsten tritt der Grauschimmel Botrytis cinerea auf, der, wie der Name schon sagt, einen grauen Pilzrasen auf dem abgestorbenen Gewebe bilden kann. Das muss er aber nicht tun, häufig sterben Zweige und vor allem Blüten auch ohne Pilzrasen ab, besonders in der lichtarmen Zeit im Winter. Zur Vorbeugung sollten die Pflanzen möglichst trocken gehalten werden und nicht zu dicht beieinander stehen. Abgestorbene Zweige sollten sofort entfernt werden.

In den Anbauregionen sind mittlerweile mehrere sehr gefährliche bakterielle Krankheiten weit verbreitet. Befallene Pflanzen zeigen keine auffälligen Schadsymptome, sondern sie wachsen schlecht und sterben langsam ab. Ihre Früchte schmecken fade. Um diese Krankheitserreger nicht einzuschleppen, dürfen keine Jungpflanzen, Stecklinge oder Veredlungsreiser aus Urlaubsländern mitgebracht werden, was übrigens auch bei anderen Pflanzen nicht erlaubt ist.

Gute Pflege lohnt sich!

Zitruspflanzen gehören zu den Pflanzen, die am meisten Pflege brauchen und am schwierigsten gesund zu halten sind. Aber der Aufwand lohnt sich, denn der Zierwert, der Duft ihrer Blüten und Blätter sowie ihre Früchte sind ein guter Lohn für alle Mühen. Bei Orangen, Mandarinen und Kumquats können die Früchte frisch verzehrt werden, andere Arten wie Zitronen oder Limetten eignen sich für die Zubereitung von Drinks, zum Kochen oder zum Backen. Ein besonderer Hochgenuss sind Marmeladen – nicht nur aus den bekannten Bitterorangen (Pomeranzen), sondern auch aus Zitronen, Mandarinen und vielen anderen Arten von Zitrusfrüchten.