Grüne Fassaden für besseres Klima
Grüne Fassaden sind keine neue Erfindung, sondern gehören an vielen Orten seit jeher zum Stadtbild.
Grüne Fassaden für besseres Klima
Optische Aufwertung mit Mehrwert für die Umwelt
Der südostasiatische Stadtstaat Singapur macht es vor: Er hat die Fassadenbegrünung zu einem zentralen Element der Stadtplanung gemacht. Das kann unter anderem den Energiebedarf für Klimaanlagen senken und dadurch sowohl Kosten als auch Treibhausgasemissionen reduzieren. Auch in Deutschland sind grüne Fassaden eine gute Möglichkeit, um der zunehmenden Hitze etwas entgegenzusetzen.
Eine Fassadenbegrünung beschattet die Hauswand und kühlt sie dadurch. Zusätzlich erzeugen die Pflanzen Verdunstungskälte, indem sie Wasser über ihre Blätter an die Umgebung abgeben. Eine begrünte Fassade schützt aber nicht nur vor Hitze, sondern auch vor Regen, Feinstaub und Lärm. Und sie verbessert das Mikroklima rund ums Haus. Die meisten Fassadenpflanzen bieten Insekten und Vögeln außerdem Nahrung und Lebensraum. Damit sind grüne Fassaden gleichermaßen ein Gewinn für Menschen, Tiere und die Umwelt. Und schön sehen sie auch noch aus.
Wand- oder bodengebundene Fassadenbegrünung?
Die wandgebundene Fassadenbegrünung findet sich eher im öffentlichen Raum, zum Beispiel an Büro- oder Geschäftsgebäuden. Ein Vorteil ist, dass sie auch für schwierige Untergründe und versiegelte Flächen geeignet ist, weil die Pflanzen in Kübeln oder sogenannten Modulen wachsen. Das sind neben Kletterpflanzen beispielsweise Stauden und Gräser, oder auch Kräuter sowie Obst- und Gemüsepflanzen. Sind die Fassaden wärmegedämmt, kommen sogenannte Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein nicht infrage. Um Wärmebrücken zu vermeiden, sollten ausschließlich Gerüstkletterpflanzen wie Blauregen, Geißblatt, Knöterich oder Clematis zum Einsatz kommen. Bewässert und gedüngt wird meist automatisch. Für den privaten Bereich ist eine bodengebundene Fassadenbegrünung die günstigere und weniger aufwändige Variante. Die Pflanzen wachsen direkt im Boden vor der Fassade und werden dort mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Auch hier hängt die Auswahl der Kletterpflanzen davon ab, ob eine Wärmedämmung vorhanden ist oder nicht, außerdem von den Standortbedingungen.
Fassadenbegrünung am Gerüst
Wie der Name schon sagt, ist bei Gerüstkletterpflanzen ein Rankgerüst oder Spalier notwendig. Es wird mit einigem Abstand von der Hauswand befestigt, auch abhängig von der Art der Pflanze, ihrer Wuchsform und ihrer Klettertechnik. Ausschlaggebend für die Auswahl der Pflanzen sind neben der Wuchshöhe auch die Licht- und Bodenverhältnisse. Während es zum Beispiel die Hundsrose gerne sonnig mag und das Echte Geißblatt sonnig bis halbschattig, bevorzugt die Alpen-Waldrebe einen halbschattigen bis schattigen Standort. Die Zugabe eines Langzeitdüngers ist in vielen Fällen eine geeignete Maßnahme, um die Nährstoffversorgung der Kletterpflanzen zu verbessern. An heißen Tagen müssen sie außerdem ausreichend bewässert werden. Besonders auf kleinen Flächen, zum Beispiel zwischen zwei Fenstern, haben Gerüstkletterpflanzen den Vorteil, dass ihr Wuchs geleitet werden kann. Wer eine temporäre Begrünung bevorzugt, kann zum Beispiel zur einjährigen Feuerbohne greifen. Spalierobst wächst zwar nicht so hoch und üppig wie Kletterpflanzen, ist aber auch dazu geeignet, die Hauswand zu beschatten.
Fassadenbegrünung mit Selbstklimmern
Für größere Wandflächen sind Selbstklimmer eine gute Wahl. Vorausgesetzt, die Fläche ist intakt und nicht wärmegedämmt. Damit die Pflanzen die Wand nicht beschädigen, sollten Risse vorher ausgebessert werden. Für die sonnige Südseite eignet sich der Wilde Wein. Und an halbschattigen und schattigen großen Flächen können sich Efeu und Kletterhortensie optimal entfalten. Selbstklimmer besitzen Haftwurzeln beziehungsweise Haftscheiben und suchen sich selbst ihren Weg über die Wand. So kann mit geringem Aufwand und in relativ kurzer Zeit eine geschlossene Fassadenbegrünung erreicht werden.
Grüne Fassaden pflegen
Ein- bis zwei Ml im Jahr sollte eine begrünte Fassade gepflegt werden. Dabei empfiehlt es sich, die gesamte Fläche zu sichten, auch das Mauerwerk und die Verankerungen der Rankhilfe. Abgestorbene Pflanzenteile werden am besten regelmäßig entfernt, damit sich keine Feuchtigkeit ansammelt. Ein Rückschnitt ist dagegen nur nötig, wenn Triebe in Dachkanten, Fenster oder die Regenrinne wachsen oder wenn die Pflanzen verkahlen.