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Haus & Garten
31.10.2013

Hecken sind mehr als nur ein grüner Zaun

Einige Hecken, wie z. B. der Feuerdorn ..... Foto: Fotolia

Als lebende Wände geben Hecken Parks und Gärten Struktur und vielen Tieren eine Heimat

Hecken machen den Garten zu einer richtigen Wohlfühloase, und sie erfüllen viele Funktionen: Sie schützen vor neugierigen Blicken, dämpfen Lärm und filtern Staub. Hecken bieten Windschutz, spenden Schatten, und manche lassen sich auch beernten. Überdies sind sie ein Paradies für unzählige kleinere und größere tierische Gartenbewohner.

Die Hecke ist ein wichtiges gestalterisches Element im Garten. Dabei gibt es sie botanisch betrachtet eigentlich nicht. Die Literatur spricht von linienförmigen, langgestreckten und dicht zusammenstehenden Gehölzstreifen aus Sträuchern und Bäumen. Sie rahmen Gärten ein, schaffen Strukturen und prägen das unverwechselbare Gesicht von Landschaften, Gärten und Parks.

Heckenvielfalt

Doch Hecke ist nicht gleich Hecke. So vielfältig wie ihre Funktionen sind auch ihre Erscheinungsbilder. Es gibt frei wachsende und geschnittene Hecken. Vom Ahorn bis zum Zierapfel steht eine breite Palette an Pflanzenarten zur Verfügung. Welche Hecke in welchen Garten passt, hängt von der Größe und der Lage des Gartens ab und nicht zuletzt vom Geschmack des Besitzers. Die Auswahl reicht von immergrünen Laub- und Nadelhecken, zum Beispiel Buxus oder Kirschlorbeer über Dornenhecken wie Sanddorn oder Weißdorn, Blütenhecken wie unter anderem Forsythie oder Heckenrose. Es gibt Dufthecken, zum Beispiel Jasmin oder Schneeball, Schmetterlingshecken wie Fliederarten oder Schlehen. Als Vogelschutzhecke eignet sich zum Beispiel die Kornelkirsche. Als sommergrüne Laubhecke ist Liguster beliebt. Thuja gehört zu den langsam wachsenden, die Hainbuche dagegen zu den schnell wachsenden Heckenpflanzen. Alle stellen unterschiedliche Ansprüche an Standort und Platzangebot. Blütenhecken bieten im Wechsel der Jahreszeiten ein faszinierendes Farbenspiel, wenn der Heckenfreund entsprechende Pflanzen auswählt.

Die Wuchshöhen sind unterschiedlich. Zu den Klassikern niedrigerer Hecken und Beeteinfassungen gehört die Hecke aus Buchsbaum (Buxus). Bei den hoch wachsenden Hecken erfreuen sich die Hainbuchen (Carpinus betulus), der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) sowie Eiben (Taxus) und Lebensbäume (Thuja) großer Beliebtheit.

Frühjahr und Herbst gelten als geeignete Pflanzzeiten für Hecken. In diesen Jahreszeiten haben die Pflanzen die besten Chancen, im Boden schnell anzuwachsen. Im Sommer müssten junge Pflanzen im Anwurzelungsprozess gegen Sonne und Wassermangel kämpfen, im Winter gegen Frost. Da sollte man von Neupflanzungen Abstand nehmen.

Bei der Planung an den Nachbarn denken

Bei der Planung einer Hecke ist es ratsam, sich vorab bei der örtlichen Stadt- oder Gemeindeverwaltung zu informieren, welcher Mindestabstand zu Nachbargrundstücken einzuhalten ist. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen beeinflusst das spätere Erscheinungsbild. Je größer die Pflanzen werden sollen, desto mehr Platz benötigen sie. Stehen die Pflanzen zu eng nebeneinander, können die Hecken später im Inneren braun und kahl werden. Dann fehlt es an Licht, Nährstoffen, Wasser und natürlich Platz. Der Platzbedarf hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Gartenbauer halten sich an folgende Faustregel: Auf einen laufenden Meter werden fünf bis sieben Pflanzen gesetzt, wenn eine Wuchshöhe von 30 Zentimetern angestrebt wird. Bei einer Wuchshöhe von über 120 Zentimetern sind es nur noch zwei oder drei.

Das Licht optimal nutzen

Sind die Hecken einmal angewachsen, sind sie zwar relativ anspruchslos, aber unter Umständen arbeitsintensiv. Sie wollen regelmäßig in Form gehalten werden. Das gilt besonders für immergrüne Hecken, die als Sichtschutz dienen. Um den Lichteinfall optimal zu nutzen, sollten Hecken am Boden etwas breiter sein als an der Krone. Möglich ist auch ein senkrechter Schnitt. Die unteren Äste können dann allerdings das Licht nicht optimal nutzen. Hecken lassen sich auch schmal und auf engstem Raum erziehen. Wer aber Gartentieren einen Lebensraum bieten möchte, muss breite Hecken anbieten. Vor allem Vögel bevorzugen zum Nestbau Hecken, in denen sie sich gut verstecken können.

Auf den richtigen Schnittzeitpunkt kommt es an

Der optimale Zeitpunkt für die Schnittmaßnahme hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören nicht zuletzt gesetzliche Vorgaben. So ist bei größeren Eingriffen beispielsweise die Brutzeit der Vögel von März bis September zu berücksichtigen. Formschnitte, bei denen neue Triebe gekürzt werden, sind ganzjährig erlaubt. So werden Hainbuchenhecken oftmals nach dem zweiten Austrieb Ende Juni, Anfang Juli geschnitten, bei anderen Pflanzen empfiehlt sich eher ein Schnitt Anfang März, noch vor dem Austrieb. Im Winter ist ein Schnitt nicht ratsam, denn die Pflanzen trocknen aus und können Frostschäden erleiden.

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