Die Kupfer-Felsenbirne hat zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten

21.02.2013 Haus & Garten

Das Ziergehölz fühlt sich in heimischen Gärten wohl. Die essbaren Früchte schmecken Menschen und Vögeln gut

Es scheint, als wäre sie schon immer da gewesen. Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) eroberte sich in den vergangenen Jahrzehnten ihren Stammplatz in den deutschen Gärten. Dabei kommt die Zierpflanze eigentlich aus dem östlichen Nordamerika. Aber offensichtlich gefällt es der Kupfer-Felsenbirne in Europa so gut, dass sie umgezogen ist. In ihrer eigentlichen Heimat findet man mittlerweile keine Formen mehr vor, die der europäischen Population entsprechen.

Ein anpassungsfähiger Einwanderer

Der Strauch gilt somit als klassischer Neubürger. Er fügt sich ohne Probleme in die bestehende Pflanzengesellschaft ein. Solche Einwanderer werden als Neophyten bezeichnet. Die Kupfer-Felsenbirne ist in vielen Regionen, vor allem in Nordwestdeutschland, aber auch in den Niederlanden oder im Norden Belgiens, schon mehr als das. Sie hat sich über Generationen etabliert und vermehrt sich auch ohne Zutun des Menschen. Deshalb wird die Kupfer-Felsenbirne dort auch als Agriophyt eingestuft. Agriophyten sind durch menschliches Zutun eingewanderte gebietsfremde Arten, die sich etablieren und ohne menschlichen Einfluss weitervermehren. 

Wechselnde Kleider

Die Kupfer-Felsenbirne, die bisweilen auch als Korinthenstrauch bezeichnet wird, weil ihre vertrocknenden Früchte Rosinen ähneln, macht es den Westeuropäern leicht, sie zu mögen. Das Ziergehölz hat zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten. Im Frühjahr treiben zunächst die Blätter aus. Dabei setzt der Strauch einen interessanten Kontrast zum zarten Frühjahrsgrün anderer Pflanzen. Seine Blätter erscheinen zu Beginn kupferfarben, bisweilen rötlich-braun. Damit bilden sie einen attraktiven Hintergrund für die im April und Mai austreibenden Blüten. Der Strauch entwickelt zarte, weiße Blüten mit fünf schmalen Kronblättern, die in übergeneigten Trauben zu etwa zehn Blüten am Strauch hängen. In dieser Phase ist der Strauch ein Eldorado für Bienen. Diese müssen sich jedoch sputen, denn schon im Juni reifen die ersten Früchte. In diesem Reifungsprozess wechselt der Strauch die Farbe. Die Blätter werden grün. Die bis zu einen Zentimeter großen Früchte locken mit ihrer hellen, purpurroten Farbe in Scharen Vögel an. Später werden sie blauschwarz und ähneln Heidelbeeren. Im Herbst wechselt die Felsenbirne erneut ihr Kleid. Die Blätter leuchten nun in prächtigem Gelb, Orange oder Rot. 

Geringe Standortansprüche

Die Felsenbirne eignet sich hervorragend als Solitärpflanze. Sie kommt aber auch im Kübel auf dem Balkon zurecht und wird oft als Heckenpflanze oder am Straßenrand angepflanzt. Sie wird in der Regel zwei bis fünf Meter hoch. Bei optimalen Bedingungen wächst sie in seltenen Fällen auch zu einem stattlichen bis zu zehn Meter hohen Baum heran. Ihre Krone ist flach und ähnelt einem Schirm. Die Pflanze stellt keine besonderen Ansprüche: ein sonnig bis halbschattiger Standortmit mit mäßig feuchtem Boden gefällt ihr gut. Sie findet sich jedoch auch mit Nässe zurecht und kann im Winter Frost vertragen. Zur Gattung der Felsenbirnen gehören rund 25 Arten wie die Gemeine Felsenbirne Amelanchier ovalis. Die Felsenbirnen zählen zu den Rosengewächsen. 

Schmackhafte Früchte mit Vorsicht zu genießen

Die süßen Früchte sind essbar und sehr wohlschmeckend. Sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und Gerbsäuren und eignen sich bestens für Säfte, Marmeladen oder Gelees. Sobald sie ein wenig weich werden, können sie geerntet werden, wenn die Vögel da nicht schneller sind. In den Blättern und Samen sind geringe Mengen an Glykosiden enthalten. Unzerkaute Samen gelten als ungefährlich. Der Verzehr von größeren Mengen von Blättern und Samen kann in Einzelfällen zu Übelkeit und Brechreiz führen. 

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