Wie schätzen Verbraucher Risiken ein?
Dass Rohmilch Krankheitskeime enthalten kann und deshalb nur abgekocht getrunken werden soll, ist vielen Verbrauchern nicht bewusst.
Wie schätzen Verbraucher Risiken ein?
Ergebnisse des BfR-Verbrauchermonitors 2025
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) führt seit Jahren regelmäßige Verbraucherbefragungen durch, um die Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken der Bevölkerung zu ermitteln. Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung 2025: Die Verbraucher informieren sich sehr viel, vertrauen dem Staat, sind aber mit manchen Risiken nicht vertraut.
Der BfR-Verbrauchermonitor liefert als repräsentative Bevölkerungsbefragung Antworten auf die Frage, wie die Öffentlichkeit zu Themen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes steht. Wie schätzen Verbraucher die Sicherheit von Lebensmitteln und anderen Produkten in Deutschland ein? Welche Themen halten sie für wichtig? Was ist ihnen eher unbekannt? Bei der letzten Umfrage im vergangenen Jahr zeigte sich bei den offen gestellten Fragen eine beständige öffentliche Meinung. Auf die Frage „Was sind Ihrer Meinung nach die größten gesundheitlichen Risiken, wenn es um das alltägliche Leben geht, etwa um Lebensmittel, Körperpflegemittel, Kleidung oder Spielzeug?“ werden am häufigsten unerwünschte Stoffe (etwa „Chemie“ oder „Schadstoffe“) genannt, gefolgt von Kunststoffen, Zusatzstoffen in Lebensmitteln, bestimmten Nährstoffen wie Fett, Zucker oder Salz sowie eine ungesunde Ernährung und Lebensweise.
Weitgehend unverändert sind auch die Antworten auf die Frage: „Wie sehr sind Sie persönlich über die folgenden gesundheitlichen Verbraucherthemen beunruhigt?“ Bei den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten führt das Thema „Mikroplastik in Lebensmitteln“, gefolgt von „Antibiotikaresistenzen und „Reste von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln“.
Es zeigte sich, dass über 80 Prozent der Befragten sehr interessiert an gesundheitlichen Verbraucherthemen sind und das Bereitstellen wissenschaftlich gesicherter Informationen für die relevanteste staatliche Maßnahme im Verbraucherschutz halten. In Deutschland erhältliche Produkte halten über drei Viertel der Befragten für sicher.
Rohmilch wird nicht als Risiko gesehen
Erstmalig wurde bei der Umfrage 2025 die Wahrnehmung von Rohmilch abgefragt. Sie erfreut sich einer gewissen Beliebtheit, birgt jedoch gesundheitliche Risiken. Um eine Lebensmittelinfektion zu vermeiden, sollte sie vor dem Trinken abgekocht werden. Die Frage nach dem gesundheitlichen Risiko ergab, dass zwei Drittel bereits davon gehört haben, aber nur 10 Prozent zeigten sich beunruhigt. Damit ist Rohmilch das Thema mit der geringsten Besorgnis unter den abgefragten Risiken. Dazu sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel: „Die gesundheitlichen Risiken von Rohmilch werden unterschätzt. Sie kann Krankheitskeime übertragen. Besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Schwangere oder ältere und kranke Personen sollten grundsätzlich auf nicht abgekochte Rohmilch verzichten.“ Doch auch für gesunde Erwachsene bestehe beim Konsum nicht abgekochter Rohmilch ein erhöhtes Risiko einer je nach Erreger leichteren bis schweren Lebensmittelinfektion.
Abgefragt wurde erstmals auch der Kenntnisstand zu einer möglichen Überversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Die Daten zeigen, dass sich 26 Prozent über eine Überversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen für ausreichend informiert halten. Das Monitoring im Jahr 2024 hatte ergeben, dass sich 37 Prozent der Befragten gut über eine Unterversorgung informiert fühlen.
Quelle: BfR