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Umwelt & Verbraucher
15.07.2022

Die Ängste der Deutschen

Der Verbrauchermonitor wird zwei Mal im Jahr erhoben. Bild: BfR

Verbrauchermonitor untersucht die Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken

Der vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als Bevölkerungsbefragung durchgeführte Verbrauchermonitor zeigt, dass etwa jeder Zweite von der Sicherheit unserer Lebensmittel überzeugt ist. Ein abgefragtes Risiko ist jedoch weitgehend unbekannt.

Im Frühjahr 2022 wurden vom BfR die Ergebnisse der aktuellen Verbraucherumfrage veröffentlicht. Dafür werden alle sechs Monate etwa 1000 Personen, die in Privathaushalten leben und mindestens 16 Jahre alt sind, telefonisch befragt, welche gesundheitlichen Risiken ihnen bekannt sind und welche sie beunruhigen. Den Ergebnissen zufolge hält trotz ernster Befürchtungen gegenüber bestimmten Nährstoffen die Hälfte der Befragten die in Deutschland erhältlichen Lebensmittel für sicher. 44 Prozent gehen auch davon aus, dass die Lebensmittelsicherheit weiter steigen wird.

Als größte gesundheitliche Risiken werden derzeit Nährstoffe wie Zucker, Fett oder Salz angesehen. Mit großem Abstand rangiert auf Platz 2 eine ungesunde Lebensweise und Ernährung, gefolgt von Risiken durch ungenügende Verbraucherinformationen, unerwünschte Stoffe und Rauchen. 59 Prozent der Befragten geben an, an gesundheitlichen Verbraucherthemen interessiert zu sein, etwa die Hälfte informiert sich sehr häufig über solche Themen. 78 Prozent halten es in diesem Zusammenhang für wichtig, dass der Staat wissenschaftlich gesicherte Informationen zum Gesundheitsschutz bereitstellt.

Wem vertraut man beim Verbraucherschutz?

Das höchste Vertrauen genießen derzeit Verbraucherzentralen und -organisationen (71 Prozent vertrauen ihnen) und die Wissenschaft (69 Prozent). Weniger gut schneiden öffentliche Institutionen wie Behörden und Ministerien sowie Nichtregierungsorganisationen ab (jeweils etwa 30 Prozent). Das Schlusslicht bilden Medien, Politik und Wirtschaft (jeweils unter 20 Prozent).

Erstmals wurde im BfR-Verbrauchermonitor nach Bisphenol A - kurz BPA - gefragt. Die Substanz ist Bestandteil vieler Gegenstände des täglichen Gebrauchs – und ist zum Beispiel in Plastikflaschen, Spielzeug und Konservendosen zu finden. Sie steht wegen ihrer hormonähnlichen Wirkung seit längerem in der Diskussion. Allerdings haben lediglich 29 Prozent der Befragten schon einmal von BPA gehört. Zum Vergleich: das Thema Mikroplastik in Lebensmitteln ist 93 Prozent bekannt. Nur 7 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich gut über Bisphenol A informiert.

Die Broschüre mit den Ergebnissen des Verbrauchermonitors ist auf der BfR-Webseite abrufbar (>> PDF, 500 KB).

Quelle: BfR

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