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Haus & Garten
03.11.2009

So wird der Garten winterfest

Herbstlaub. Quelle: Lars Welters

Kaum wird es draußen kälter, sind Gartenfreunde noch einmal besonders aktiv. Mit der richtigen Pflege geben sie ihren Pflanzen im kommenden Frühjahr einen guten Start. Krankheiten und Schädlingen beugen sie so vor.

Lars Welters und seine Mitarbeiter haben daher im Herbst alle Hände voll zu tun. „Die Pflanzen müssen für den Winter gerüstet sein“, erklärt der Garten- und Landschaftsbaumeister aus dem niederrheinischen Niederkrüchten. Bäume, Sträucher und Hecken müssen gepflanzt oder geschnitten werden, der Rasen bekommt seine Herbstdüngung. Laub kehren, Kübelpflanzen ins Winterquartier oder frostsicher verpacken, Blumenzwiebeln setzen und Wasserleitungen abdrehen nicht vergessen“, rät Welters.

Die Herbstzeit ist Pflanzzeit. Vor allem für Bäume, winterharte Sträucher und Stauden. „Sie bilden im Herbst und im Winter bereits Wurzeln aus und wachsen an. Wenn man den Bäumen den Stress erspart, im Frühjahr gleichzeitig Wurzeln und Blattmasse bilden zu müssen, treiben sie im Frühjahr kräftiger aus“.

Vor dem Frost

Die Zwiebeln der Frühjahrsblüher müssen vor dem ersten Frost in die Erde. Krokusse, Hyazinthen Tulpen und Narzissen brauchen die Winterkälte, um im Frühjahr prächtig austreiben und blühen zu können. Die Zwiebeln sollten von außen trocken und fest sein. Sie dürfen keine faulen Stellen aufweisen. Die Pflanztiefe ist je nach Sorte und Art unterschiedlich. In der Regel finden sich Pflanzanleitungen auf der Verpackung.

Dahlien, Gladiolen und Knollenbegonien vertragen keinen Frost. Diese Zwiebeln und Knollen muss man vor dem Winter aus der Erde holen. Sie lagern am besten in Kisten kühl und trocken, eventuell mit etwas Erde bedeckt.

Empfindliche Kübelpflanzen packen die Experten mit Jute ein. „Folien sind nur geeignet, sofern sie Luft durchlassen. Sonst können sich Pilze bilden“, warnt Welters. Nicht frostharte Kübelpflanzen ziehen ins Winterquartier um. Das muss kühl, frostsicher und für Pflanzen wie Oleander oder Oliven auch hell sein. Engelstrompeten, Geranien oder Fuchsien kommen auch mit weniger Licht in der Garage aus. Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren: Hier helfen Gelbtafeln, zum Beispiel Weiße Fliegen anzulocken. „Ganz wichtig ist das Wässern, denn auch im Winter dürfen die Wurzelballen nicht austrocknen. Es darf jedoch auch keine Staunässe entstehen“, so die Empfehlung. Das gilt auch für die immergrünen Pflanzen, die draußen bleiben können. Das größte Problem von Buchsbäumen oder Rhododendren ist nicht der Frost, sondern die Trockenheit. „Sie können auch im Winter vertrocknen“, sagt Welters. Im vergangenen Winter habe es vor allem Buchsbaum und Kirschlorbeer getroffen. Der Gartenexperte rät daher, die Pflanzen auch nach dem Frost zu wässern.

Die Beete können mit Tannen- oder Fichtenreisig bedeckt werden, um die Pflanzen vor Frost zu schützen.

Der richtige Schnitt

„Bis minus fünf Celsius kann der Gehölzschnitt durchgeführt werden. Er verleiht Kraft für das kommende Frühjahr und fördert die Bildung neuer Triebe“, weiß Welters. Alle Laub abwerfenden Hölzer können im Herbst geschnitten werden. In Regionen mit starkem Schneefall kann man zum Schutz vor Schneebruch die Äste von Sträuchern oder Jungpflanzen zusammenbinden.

Welters rät davon ab, auch die Stauden und Gräser komplett zurück zu schneiden: „Zum einen schützen die Blätter und Halme vor dem Frost. Außerdem haben die reifbedeckten Pflanzen ihren besonderen Reiz. Für den Rückschnitt ist im Frühjahr die beste Zeit“.

Auch die Rosen sollten erst im Frühjahr zurück geschnitten werden. „Tote, abgestorbene und verblühte Teile schneidet man aber heraus. Der Optik zuliebe kann man die Pflanzen schon jetzt ein wenig einkürzen. Wenn man sie zu stark beschneidet drohen Frostschäden“. Dünger brauchen Rosen im Herbst nicht mehr, sonst treiben sie zu früh aus. Rosenlaub muss aus den Beeten entfernt werden, um Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen. Es ist wichtig, die Veredlungsstellen der Rosen vor Frost zu schützen und zu bedecken. Hochstammrosen am besten mit Jute frostsicher einpacken.

Rasen braucht Aufmerksamkeit

Der Rasen bekommt seine Herbstdüngung. „Man verwendet dazu einen Dünger mit wenig Stickstoff“, berichtet Lars Welters. Laub muss entfernt werden, da das Gras darunter faulen kann. Herbstlaub gehört auf den Kompost. Als Winterquartier für Igel und Insekten kann man auch in geschützten Ecken des Gartens Laubhaufen anlegen.

Vor dem Frost empfiehlt sich auch ein letzter Rasenschnitt bis auf eine Schnitthöhe von vier Zentimeter, aber nicht bei Frost! Die frischen Schnittstellen könnten austrocknen. Der gefrorene Rasen verdient Schonung, weil die Eiskristalle die Zellwände schädigen und die Grashalme brechen lassen könnten.

Gartengeräte säubern

Winterfest machen gilt auch für Schaufeln und Harken. Will man anhaftende Schädlinge und Krankheiten nicht im kommenden Frühjahr wieder über den Garten verteilen, ist es gut, Erde und Schmutzreste zu entfernen. „Sehr gerne vergisst man auch den Rasenmäher. Auch er muss gereinigt und gegebenenfalls überholt werden“.

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Maik Baumbach

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