Hautkontakt vermeiden

14.02.2008 Haus & Garten

Herkulesstaude ist Giftpflanze des Jahres 2008 in der Wahl des Botanischen Sondergartens Wandsbek

Die riesigen Blütendoldenteller der Herkulesstaude sind ein beliebter Nahrungsplatz für unzählige Insekten, Menschen drohen dagegen schwere Hautschädigungen. Dafür reicht schon ein leichter Hautkontakt mit den Blättern der imposanten Pflanze und anschließende Sonneneinstrahlung. Auf den richtigen Umgang mit Giftpflanzen will der Botanische Sondergarten Wandsbek mit der Wahl der Giftpflanze des Jahres aufmerksam machen. Er empfiehlt nachdrücklich, die Herkulesstaude nicht im Garten oder in der Natur anzupflanzen. Vorhandene Gewächse sollten sorgfältig entfernt werden. Dazu ist Schutzkleidung erforderlich.

Von April bis Juni weisen die gefiederten Blätter den höchsten Gehalt an gefährlichen photosensibilisierenden** Substanzen auf, auch auf ihren Oberflächen. Die höchsten Konzentrationen dieser Furanocumarine*** finden sich in den Früchten der Pflanzen. Bei Hautkontakt rufen sie allergische Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen und Blasenbildung hervor, aber auch Verätzungen und Narben.

Was ist zu tun?

Beim Anblick einer Herkulesstaude lautet die Devise: Abstand halten! Im Garten sollte man sie vor dem Blühen unterhalb des untersten Blattansatzes an der Pfahlwurzel abhacken. Aber Vorsicht! Beim Abschlagen der Stängel kann Pflanzensaft heraustropfen. Gelangt er auf die Haut, sind schwere Entzündungen die Folge. Das kann auch durch die Kleidung hindurch und ohne Sonneneinstrahlung passieren. Deshalb ist Schutzkleidung unerlässlich. Im Frühsommer sind die Pflanzen etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch. In diesem Stadium (Experten sprechen vom Rosettenstadium) kann die Riesenstaude mit einem blattaktiven Herbizid bekämpft werden.

Zur Pflanze

Die Herkulesstaude Heracleum mantegazzianum ist auch als Riesenbärenklau bekannt. Sie wird weit über drei Meter hoch, entwickelt zehn Zentimeter dicke Stängel und 50 Zentimeter breite Blütendolden, die bis September blühen. Ihre Heimat ist der Kaukasus. Von dort wurde sie 1890 wegen ihres stattlichen Wuchses als Zierpflanze in große Gartenanlagen Europas geholt.

* www.botanischer-sondergarten.hamburg.de
** Photosensibilisierend: lichtempfindlich machend.
*** Furanocumarine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Der Pflanze dienen sie zur Abwehr schädigender Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze.