Die Winter-Heckenkirsche
Die Winter-Heckenkirsche
Frühe Blütenpracht mit Honigduft
Wenn sich viele andere Gehölze noch im winterlichen Graubraun zeigen, setzt die Winter-Heckenkirsche ihre ganz eigenen Akzente: Ihre kleinen, cremeweißen Blüten öffnen sich bereits ab Januar und verströmen einen honigartigen Duft.
Unter dem Namen Winter-Heckenkirsche ist im Gartenhandel meist Lonicera × purpusii zu finden, eine Kreuzung aus den chinesischen Arten Lonicera fragrantissima und Lonicera standishii. Die reine Art Lonicera fragrantissima ist seltener. Da die Hybride zuverlässiger und meist etwas reicher blüht, gleichzeitig robuster ist und gleichmäßiger wächst, hat sie sich als gärtnerischer Standard etabliert. Sie entstand um 1920 im botanischen Garten in Darmstadt.
Beschreibung der Winter-Heckenkirsche
Die Winter-Heckenkirsche gehört zur Gattung der Heckenkirschen innerhalb der Familie der Geißblattgewächse. Der Kleinstrauch wächst stark verzweigt und überhängend bis auf eine Höhe sowie Breite von 2 bis 3 Metern. In milden Wintern und an geschützten Standorten bleiben die gegenständigen Blätter an den Trieben haften, bis im folgenden Frühjahr das neue Laub austreibt. Bereits vorher zeigen sich die kleinen cremeweißen Blüten, die sich bis April nach und nach öffnen. Der Duft, den diese verströmen, ist nicht nur sehr angenehm für die menschliche Nase, sondern lockt vor allem überwinternde Wildbienen und Hummelköniginnen an, die sich stark am Geruch orientieren. Die Insekten finden reichlich Nektar in den Blüten und bestäuben sie im Gegenzug. Dann gibt es im Frühsommer glänzende rote Beeren, die an kleine Kirschen erinnern und der Pflanzengattung ihren Namen einbrachten.
Winter-Heckenkirsche pflanzen und pflegen
Um den intensiven Duft der Winter-Heckenkirsche genießen zu können, pflanzt man sie am besten am Eingang zum Garten, entlang von Wegen oder am Zaun. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Standort nicht zu sonnig ist und einen humusreichen, eher feuchten Boden hat. Auch eine Pflanzung im größeren Kübel ist geeignet, sodass das Gehölz die Terrasse bereichern kann. Die optimale Pflanzzeit ist das Frühjahr. Nach der Pflanzung ist eine Bodenabdeckung mit Rindenmulch oder halb verrottetem Laub empfehlenswert. Gartenprofis raten, eine Bodenbearbeitung am Wurzelbereich zu vermeiden. Neben Mulch sind Bodendecker eine gute Alternative. Dadurch werden die empfindlichen Feinwurzeln geschützt, Verdunstung verhindert und Unkraut unterdrückt. Zur Unterpflanzung sind flach wurzelnde, konkurrenzarme Arten besonders geeignet. Bei anhaltender Trockenheit muss die Heckenkirsche gewässert werden, um ihre Blühfreudigkeit zu erhalten. Aus demselben Grund sollten alle zwei bis drei Jahre die ältesten Äste aus dem Kronen-Innern in Bodenhöhe geschnitten werden. Gelegentlich wird die Winter-Heckenkirsche von Blattläusen oder Mehltau befallen. Generell sind Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge jedoch kein Problem.
Winter-Heckenkirsche vermehren
Bei Hybriden wie Lonicera × purpusii ist eine Vermehrung über die Samen nicht zweckmäßig, da die Nachkommen meist völlig andere Eigenschaften haben. Dagegen ist die vegetative Vermehrung über Stecklinge im Sommer oder Steckhölzer im Spätherbst sowohl einfach durchzuführen als auch erfolgversprechend. Stecklinge sind halb verholzte Triebabschnitte der Mutterpflanze, die dazu gebracht werden, eigene Wurzeln zu bilden. Dazu werden etwa 10 Zentimeter lange Stücke geschnitten, in ein Anzuchtgefäß mit lockerem Substrat gesteckt und feucht gehalten, bis sie gut eingewurzelt sind. Zu diesem Zeitpunkt sind die Stecklinge bereits an mehreren Stellen ausgetrieben.
Sobald die Jungpflanzen kräftig genug sind, können sie in den Garten ausgepflanzt werden. Steckhölzer sind Sonderformen der Stecklinge: Komplett verholzte, blattlose Triebstücke werden etwa in Bleistiftlänge über und unter einem Augenpaar geschnitten. Ein sogenannter Verwundungsschnitt am unteren Ende fördert die Wurzelbildung. Anschließend wird das Steckholz bis dicht unter dem oberen Augenpaar in die Erde gesteckt. Das kann in einem Topf mit Anzuchterde geschehen, im Anzuchtbeet oder direkt am vorgesehenen Standort der neuen Winter-Heckenkirsche. Allerdings ist bei der Vermehrung über Steckhölzer nicht immer garantiert, dass die Methode funktioniert.