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Haus & Garten
12.09.2005

Birnengitterrost – jetzt auch an Früchten

Birnengitterrost im September. Quelle: Peter Boas

In vielen Regionen macht sich der Rostpilz so breit, dass empfohlen wird, dort keine Birnbäume neu anzupflanzen.

Glänzend orangefarbene, kreisrunde Flecken an den Blättern von Birnbaumblättern beunruhigen ab Mai viele Hobbygärtner. Im Spätsommer greift der Verursacher, ein Rostpilz, vielfach auch auf die Früchte über. Vor dem Blattfall im Herbst reißen die inzwischen zu höckerförmigen Körbchen an der Blattunterseite herangewachsenen Sporenlager auf. Die Sporen lassen sich mit Wind und Regen auf ihren Winterwirt - bestimmte anfällige Wacholdersträucher - tragen. Von dort beginnt im Frühjahr wieder die Infektion der Birnbäume. Ein Mittel zur Bekämpfung des Pilzes steht dem Hobbygärtner nicht zur Verfügung. Aber, wenn die Bäume auch vor Schorfbefall geschützt werden müssen – ordnungsgemäß einmal im Jahr - dann trifft es ebenso den Birnengitterrost.

Die Symptome des Birnengitterrosts sind unübersehbar: Erst klein, wachsen sich die orangefarbenen Flecken bis zu einem Durchmesser von einem bis 1,5 Zentimeter aus. Wenn sich mehrere Pilzherde auf einem Blatt befinden, wird es in der Regel abgestoßen. Dadurch sinkt die Photosyntheseleistung des Baums und er wird geschwächt. Neuerdings werden auch die Früchte altbekannter Speisebirnen wie zum Beispiel Clapp’s Liebling befallen.

Ein Pilz – zwei Wirtspflanzen

Bei dem Übeltäter handelt es sich um den pilzlichen Krankheitserreger Gymnosporangium sabinae. Es ist ein wirtswechselnder Pilz, der gleichzeitig Birnbäume und anfällige Wacholderarten befällt. Das sind annähernd die Hälfte aller Zierwacholder, an deren Trieben der Pilz überwintert.

Im Frühjahr brechen erst polsterförmige, dann höher werdende braunschwarze Wintersporenlager hervor. Sie schwellen durch Feuchtigkeit zu gallertartigen, gelbbraunen Zapfen an und entlassen in mehreren Schüben sofort keimfähige Sporen. Das geschieht bis in den Mai hinein. Die Sporen gelangen auf die Birnbäume und infizieren die jungen Blätter. Dort entwickelt sich der Pilz munter weiter und führt zu den typisch orangefarbenen Flecken.

Jetzt im Spätsommer

entwickeln sich auf den Blattunterseiten 3 bis 4 Millimeter hohe warzenähnliche Höcker. In ihnen bilden sich im September wieder Sporen, die dann erneut ausfliegen, um die entsprechenden Wacholder zu infizieren. So schließt sich der Jahresreislauf des Erregers. Dem gitterförmigen Aufreißen der Höcker verdankt der Pilz seinen Namen.

Birnenernte und Zierwacholder betroffen

Mittlerweile hat sich der Birnengitterrost nahezu deutschlandweit ausgebreitet. In Hausgärten ist er fast überall präsent. Bei starkem Befall verlieren die Bäume vorzeitig die Blätter. Die Früchte wachsen kaum noch und verkümmern. Die Ernte fällt dann entsprechend mager aus. Befallene Speisebirnen, wie seit neuestem auch in Hessen zu beobachten, werden wertlos. Damit kann der Pilz die Ernte zunichte machen. Natürlich leidet auch der Wacholder und kann bei starkem Befall absterben.

Anfällige Wacholdersorten vermeiden

Sind infizierte Wacholder und Birnbäume Nachbarn, stecken sie sich immer wieder gegenseitig an. Befallener Wacholder kann nicht geheilt werden, selbst wenn jährlich alle Befallsstellen bis tief ins gesunde Holz ausgeschnitten würden.

Das Roden dieses Gehölzes im eigenen Garten reicht in der Regel nicht aus, um den Teufelskreis zu unterbrechen, da die Pilzsporen bis zu 1 000 Meter weit mit dem Wind verweht werden können. So ist eine der Voraussetzungen, dem Birnengitterrost Einhalt zu gebieten, dass sich in diesem Umkreis kein anfälliger Wachholder als Winterwirt anbietet.

Stark anfällige Wacholder sind:
Juniperus chinensis ’Keteleeri’ ; J. media ’Robusta Green’,’ Pfitzeriana’, ‘’Pf. Aurea’,’ Pf. Compacta’ , J. sabina ‘Blue Danube’,’Tamariscifolia’, J. scopulorum ‘Blue Haven’.

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Maik Baumbach

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