Schwarzrost-Comeback in Deutschland

13.05.2014 Forschung & Technik

Gefährliche Getreidekrankheit erstmals 2013 wieder aufgetreten

Der Weizenschwarzrost schlägt zurück: Nachdem der Pilz seit Jahrzehnten besiegt schien, kehrte er 2013 nach Deutschland zurück. Während Schwarzrost an Roggen seit Jahren in Deutschland heimisch ist und die derzeit angebauten Roggensorten durch die Bank anfällig reagieren, stellte der Pilz an Weizen in Deutschland kein Problem dar. Bis 2013. Jetzt wurde nach Angaben des Julius Kühn-Instituts (JKI) eher überraschend der Weizen befallen. Puccinia graminis, so der wissenschaftliche Name des Erregers, bildet vor allem an den Getreidehalmen rotbraune Pusteln, die später schwarz werden. Befallene Pflanzenteile vertrocknen und sterben ab.

Züchtung verstärken

Zwei Rassen des Pilzes mit den Namen TKKTC und TKTTC, waren maßgeblich für die Epidemie verantwortlich, beide hoch virulent. TKKTC und TKTTC kamen in 83 Prozent der untersuchten Proben vor. Diese Erreger gehören weder zu der seit langem bekannten und weltweit gefürchteten Rasse Ug99 (TTKSK) noch zu deren Abkömmlingen. Aber auch sie stellen die Resistenzforschung vor große Herausforderungen. 

Denn auch mit Pilzbekämpfungsmitteln war den Erregern nicht beizukommen, weil sie den Weizen erst nach dem letztmöglichen Anwendungstermin für Fungizide infiziert haben. „Neue resistente Sorten wären deshalb ein guter Ansatz, die Schwarzrostpilze zu bekämpfen“, so Dr. Kerstin Flath vom JKI. Nach Ihrer Meinung deutet nämlich alles darauf hin, dass Schwarzrost-Epidemien in Deutschland künftig häufiger auftreten werden. Gründe dafür seien höhere Frühsommertemperaturen und milde Winter, die das Überleben der Sporen ermöglichten.

Bisher haben die Pflanzenforscher die 15 meist angebauten deutschen Weizensorten mit den in 2013 gewonnenen Weizenschwarzrostrassen an Sämlingen im Labor getestet. Nur zwei zeigten sich einigermaßen unempfindlich. Derzeit werden alle in Deutschland zugelassenen Weizensorten auf dem JKI-Versuchsfeld in Berlin-Dahlem geprüft. Die Ergebnisse dieses großen Feldversuchs sollen bis zum Herbst weitere Informationen liefern. 

Nicht in Sicherheit wiegen

Schwarzrost war bereits im vorigen Jahrhundert ein hochbrisantes Thema. Vor allem in den USA und in Ostafrika führten verheerende Epidemien zu Missernten. Das US-Landwirtschaftsministerium ordnete daher die Ausrottung der Berberitze an, die dem Rost als Zwischenwirt dient. Gleichzeitig wurde viel Geld in die Züchtung resistenter Sorten investiert. Die Maßnahmen schienen erfolgreich zu sein. 

Auch Braun- und Gelbrost sind für Landwirte eine Herausforderung. Letztgenannter trat im Frühjahr 2014 beispielsweise im Rheinland und in der Pfalz ungewöhnlich stark an anfälligen Sorten auf. Werden geeignete Pflanzenschutzmittel rechtzeitig eingesetzt, halten sich die Schäden aber in Grenzen.

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