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09.07.2026

Wie essen die Deutschen?

Ergebnisse des Nationalen Ernährungsmonitorings (nemo)

Das Max Rubner-Institut – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI) befragte Ende 2024 etwa 3150 Menschen zwischen 18 und 80 Jahren online zu ihrer Ernährung. Die Ergebnisse der Untersuchung mit dem einprägsamen Namen nemo – Nationales Ernährungsmonitoring – wurden 2025 veröffentlicht.

Die MRI-Wissenschaftler stellten den repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Schulbildung und Bundesland ausgewählten Teilnehmern Fragen zu Ernährungswissen, -verhalten und -gewohnheiten, nachhaltigem Konsum und Einkaufsverhalten.

Was ist „gesunde Ernährung“?

Fast die Hälfte der Befragten bezeichnete die eigene Ernährungsweise als sehr oder eher gesund, 40 Prozent als weder gesund noch ungesund und 12 Prozent als eher nicht oder überhaupt nicht gesund. Im Allgemeinen zeigte sich ein gutes Verständnis dafür, was eine Ernährung „gesund“ oder „ungesund“ macht. Diejenigen, die ihre Ernährungsweise als sehr gesund oder eher gesund einschätzten, machten dies oft am häufigen Verzehr von Obst und Gemüse fest. Andererseits konnte nur etwa ein Viertel aller Teilnehmenden angeben, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse empfiehlt. Täglich sowohl Obst als auch Gemüse verzehren rund 35, entweder Obst oder Gemüse 60 Prozent der Befragten.

Wer die eigene Ernährungsweise als weder gesund noch ungesund bewertete, berichtete, viel Obst und Gemüse zu essen, aber auch das, worauf sie Lust hätten – ob gesund oder ungesund. Teilnehmende, die ihre Ernährung hingegen als eher nicht gesund oder überhaupt nicht gesund einschätzten, gaben häufig an, dass sie zu wenig Obst und Gemüse, aber viel Fleisch, Fertigprodukte und Süßes äßen. Auf die Frage, was sie davon abhalte, sich gesünder zu ernähren, nannte die Hälfte der Befragten als häufigsten Grund „Heißhunger auf ungesunde Lebensmittel“. Zeitmangel (circa 38 Prozent) und „fehlender Wille“ (circa 37 Prozent) wurden danach genannt. Und jeweils ein Drittel fand, dass gesunde Ernährung im Alltag schlecht umsetzbar und zu teuer sei.

7 Prozent essen kein Fleisch

Als Ernährungsform gaben 65 Prozent „Mischkost“ an, 28 Prozent bezeichneten sich als „Flexitarier“, was maximal zwei Portionen Fleisch pro Woche bedeuten würde. Rund 4 Prozent ernähren sich nach eigenen Angaben vegetarisch, 2 Prozent pescetarisch (vegetarisch plus Fisch) und etwa 1 Prozent vegan.

Hier zeigte sich eine leichte Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Der Abgleich dieser Angaben und der tatsächlich verzehrten Lebensmittel, die ebenfalls abgefragt wurden, zeigte, dass etwa 75 Prozent häufiger als zweimal in der Woche Fleisch auf dem Teller haben – und nicht 65 Prozent, wie sich aus der Abfrage der Ernährungsform ergäbe.

Zwei Drittel sind ihrer Meinung nach gesund

Den eigenen Gesundheitszustand stuften etwa zwei Drittel der Befragten als gut bis sehr gut ein. Rund ein Drittel von ihnen hatte laut Body-Mass-Index (BMI) Normalgewicht, etwa zwei Drittel waren übergewichtig oder adipös und knapp 2 Prozent waren untergewichtig. Nur etwa 27 Prozent gaben an, mindestens 150 Minuten pro Woche körperlich aktiv zu sein, was der Empfehlung für wöchentliche körperliche Aktivität der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entspricht.

Das MRI will die Daten der Befragung weiter analysieren und um weitere Themen und Altersgruppen ergänzen, um Aussagen über die Versorgungslage der Bevölkerung treffen zu können. Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sieht in den Ergebnissen schon einmal die „Widersprüchlichkeit zwischen Selbsteinschätzung, Wissen und Handeln beim Thema Ernährung und Gesundheit. Wir alle kennen das: Stress, Heißhunger und die täglichen Herausforderungen lassen uns eventuelle Vorsätze schnell vergessen“. Wichtig sei, ergänzt er, sich bewusst zu werden, was man isst, und sich Zeit dafür zu nehmen.

Quelle: BZfE / MRI

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