© BMLEH
16.06.2026

Essen ist zu gut für die Tonne

Lebensmittelabfälle in Zahlen

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hält auf dem von ihm initiierten Portal zugutfuerdietonne.de zahlreiche Informationen bereit, unter anderem Zahlen, wie viele Lebensmittel jedes Jahr weggeworfen werden. Aber auch Hinweise, was jeder dagegen tun kann.

Quellen und Mengen von Lebensmittelabfällen zu bestimmen, wird zum einen von der EU gefordert und liefert zum anderen viele nützliche Informationen. Darum führt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums regelmäßig Untersuchungen dazu durch. Denn nur wenn bekannt ist, wo und weshalb Lebensmittel weggeworfen werden, können Maßnahmen zur Senkung der Verluste ergriffen werden.

Lebensmittelabfälle nach Sektoren

Die aktuellsten, auf dem Portal veröffentlichten Zahlen für Deutschland stammen aus dem Jahr 2022. In diesem Jahr wurden rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Dazu zählen neben Speiseresten oder nicht verkauften Lebensmitteln auch nicht essbare Bestandteile wie Nuss- und Obstschalen, Strünke oder Kaffeesatz. Hinzu kommen weitere Lebensmittelverluste entlang der Produktions- und Lebensmittelkette. Mit knapp 60 Prozent gehen die meisten Verluste auf das Konto der Privathaushalte, gefolgt von der Außer-Haus-Verpflegung mit 18 Prozent, der Verarbeitung mit 15 Prozent, dem Handel mit 7 Prozent und der Primärproduktion mit 2 Prozent. Die letzte Zahl, wird auf dem Portal erläutert, sei deswegen so gering, weil überschüssige und verdorbene Lebensmittel in der Landwirtschaft häufig betriebsintern verwertet werden.

Lebensmittelabfälle in Privathaushalten im Fokus

6,3 Millionen Tonnen Lebensmittel, das macht 74,5 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung, werden also alljährlich in privaten Haushalten nicht gegessen, sondern weggeworfen. Wegen dieser beachtlichen Menge hat das Bundeslandwirtschaftsministerium bei der GfK eine weitere Studie in Auftrag gegeben, die diese Abfälle vertieft untersucht. Dafür haben über 6000 Haushalte zwei Wochen lang Tagebuch darüber geführt, welche Lebensmittel in welchen Mengen weggeworfen wurden. Dabei kam heraus, dass weggeworfenes Obst und Gemüse über ein Drittel der Abfälle ausmachen, am zweithäufigsten landen zubereitete Speisen im Müll, gefolgt von Brot und Backwaren.

Einmal die Fläche von Berlin

Nun nimmt das weggeworfene Brot zwar nur Platz drei ein, dennoch reden wir hier über eine Menge von 9,7 Kilogramm Brot und Backwaren – pro Person und Jahr. Wenn man jetzt denkt, 10 Kilogramm wären nicht so viel, sollte man sich folgende Zahlen vergegenwärtigen: Für ein Kilogramm Brot werden rund 670 Gramm Mehl benötigt, das aus etwa 840 Gramm Brotgetreide hergestellt wird. Mit 10 Kilogramm Brot und Backwaren wirft also jeder und jede von uns 8,1 Kilogramm Getreide in den Müll. Multipliziert man die Zahl mit über 83 Millionen Deutschen, kommt man auf etwa 680 000 Tonnen Brotgetreide, die auf einer Fläche etwa so groß wie Berlin erzeugt werden. Jährlich wandert also der Ertrag von 94 000 Hektar Anbaufläche in die Mülleimer.

Nun hat das Portal „Zu gut für die Tonne!“ nicht nur diese erschreckende Information ermittelt, sondern hält auch Tipps bereit, wie den Abfällen beizukommen wäre. Diese reichen von der richtigen Lagerung von Brot bis zur Verwertung alt gewordener Brotreste: www.zugutfuerdietonne.de/blog/schwerpunkt/brot-retten-mit-praktischen-tipps.

Quelle: Zu gut für die Tonne!

Weitere Beiträge