7. März ist Tag der gesunden Ernährung
Eine antientzündliche Ernährung kann die Therapie von Autoimmunerkrankungen unterstützen.
7. März ist Tag der gesunden Ernährung
Im Fokus: Autoimmunerkrankungen
Zentrales Thema des diesjährigen Tags der gesunden Ernährung sind Autoimmunerkrankungen. Weil dabei Entzündungsprozesse häufig eine Rolle spielen, geht es vor allem um die Frage, wie eine anti-entzündliche Ernährung aussehen kann.
Der „Tag der gesunden Ernährung“ wird zum 29. Mal vom Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) veranstaltet. Ziel ist, einen Zusammenhang zur gesunden Ernährung im Alltag der Menschen herzustellen und diesem wichtigen Lebensbereich besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Rund um den 7. März gibt es bundesweit sowie in Belgien, Österreich und der Schweiz besondere Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema.
Was sind Autoimmunerkrankungen?
Bei Autoimmunerkrankungen handelt es sich um Fehlregulationen des Immunsystems. Statt Krankheitserreger wie Viren und Bakterien zu bekämpfen, richtet sich das Abwehrsystem gegen körpereigene Strukturen. Bei der sogenannten Hashimoto-Thyreoditis, einer der häufigsten Autoimmunerkrankungen, richtet sich das Immunsystem gegen Bestandteile der Schilddrüsenzellen, sodass es mit der Zeit zu einer Unterfunktion des Organs kommt. Ein weiteres Beispiel ist die Multiple Sklerose. Hier zerstört das Immunsystem die isolierende Hüllschicht der Nervenzellen im zentralen Nervensystem, sodass die Weiterleitung von Nervenimpulsen gestört ist. Bei der rheumatoiden Arthritis richtet sich die fehlgeleitete Immunantwort vor allem gegen Bestandteile der Gelenkinnenhaut. Durch die chronische Entzündung kommt es langfristig zur Zerstörung von Knorpel und Knochen. Insgesamt sind derzeit mehr als 80 Autoimmunerkrankungen bekannt.
Welche Ursachen haben Autoimmunerkrankungen?
Die Ursachen für Autoimmunerkrankungen sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen aber davon aus, dass genetische Faktoren in Kombination mit Auslösern wie Stress oder Virusinfektionen sowie der persönliche Lebensstil wichtige Rollen spielen. In Deutschland leiden rund 9 Prozent der Bevölkerung an einer Autoimmunerkrankung. Und die Häufigkeit nimmt zu: Im Zeitraum von 2012 bis 2022 stiegen die Zahlen um 22 Prozent. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
Die Rolle der Ernährung bei Autoimmunerkrankungen
Die Behandlung von Autoimmunerkrankungen zielt häufig darauf ab, die fehlgeleitete Immunreaktion durch sogenannte Immunsuppressiva abzuschwächen. Diese Medikamente können die Krankheit nicht heilen, sondern lediglich dazu beitragen, sie langfristig zu kontrollieren und Schübe zu reduzieren. Neben der immunsuppressiven Therapie spielen insbesondere ernährungsmedizinische Aspekte eine Rolle. Denn die Ernährungsweise kann Einfluss auf den Verlauf und die Symptome von Autoimmunerkrankungen haben und die Wirkung von Medikamenten verbessern. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können bestimmte Nahrungsmittel die Beschwerden verstärken. Eine individuell angepasste Ernährung dient daher dazu, zusätzliche Reizungen zu vermeiden und die entzündete Darmschleimhaut zu schonen. Während akuter Entzündungsschübe kann beispielsweise eine ballaststoffarme, leicht verdauliche Kost sinnvoll sein. Bei der Zöliakie ist die Ernährung sogar entscheidend für die Therapie: Betroffene müssen lebenslang eine strikt glutenfreie Ernährung einhalten, da dieser Eiweißbestandteil in bestimmten Getreidearten Entzündungsprozesse im Darm auslöst.
So sieht eine antientzündliche Ernährung aus
Eine anti-entzündliche Ernährung orientiert sich an einem überwiegend pflanzenbasierten, abwechslungsreichen Speiseplan mit einem hohen Anteil an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigen pflanzlichen Ölen. Besonders Omega 3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Sie stecken zum Beispiel in fettem Seefisch, in Pflanzenölen wie Raps- und Leinöl sowie in Walnüssen und Leinsamen. Gleichzeitig empfehlen Ernährungsfachkräfte, stark verarbeitete Produkte, zugesetzten Zucker und gesättigte Fettsäuren zu reduzieren, da diese Lebensmittel entzündliche Prozesse im Körper begünstigen können.