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Umwelt & Verbraucher
22.12.2022

Weihnachtsplätzchen von traditionell bis modern

Lebkuchen gehören zu den Weihnachtsgebäck-Klassikern, ihre Herstellung erfordert aber etwas Geschick und fortgeschrittene Weihnachtsbäcker. Foto: iStock

Zimtsterne, Vanillekipferl und Spritzgebäck versüßen die Feiertage

Weihnachtsplätzchen gehören für viele Menschen zu Weihnachten wie die Ostereier zum Osterfest. Das gemeinsame Backen im Advent bringt die Familie zusammen und ein kleines Geschenktütchen mit Zimtsternen, Vanillekipferl, Ausstecherle, Kokos- oder Nussmakronen ist ein beliebtes Mitbringsel im Advent. Doch woher kommt eigentlich die Tradition des vorweihnachtlichen Backens?

„In der Weihnachtsbäckerei, 
gibt es manche Leckerei,
zwischen Mehl und Milch,
macht so mancher Knilch,
eine riesengroße Kleckerei,
in der Weihnachtsbäckerei,
in der Weihnachtsbäckerei“,

singt schon Rolf Zuckowski in einem bekannten Kinderlied. Weihnachtplätzchen sind eine verbreitete Tradition in der Adventszeit in Deutschland. Gerade durch die vergangenen zwei Jahre, als durch die Corona-Pandemie viele Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, ist dieser Brauch bei vielen Menschen neu belebt worden. Vor allem in Familien mit Kindern ist das gemeinsame „Machen“ mindestens genauso wichtig wie das „Naschen“. Und auch als selbstgemachtes Präsent werden Weihnachtsplätzchen gern an nahestehende Menschen verschenkt, denen man eine Freude machen will.

Nicht nur zum Essen, sondern auch als Baumschmuck

Das Wort „Plätzchen“ stammt übrigens von „Platz“, einem kleinen flachen Kuchen, ab. Egal ob norddeutsche Plätzchen, ostdeutsche Weihnachtskekse, Schweizer Weihnachtsguetzli, britische Biscuits, amerikanische Cookies, schwäbische Breedla oder bayerische Platzerl oder Guatl - schmecken tut das Feingebäck eigentlich immer. Zu Anfang wurde das Weihnachtsgebäck übrigens nicht nur dazu verwendet, um es zu essen, sondern es fand seinen Einsatz auch als Schmuck im Weihnachtsbaum. Auch wenn es heute in Zeiten des vorbeugenden Brandschutzes kaum noch echte Kerzen am Baum gibt, so ist es noch keine 50 Jahre her, dass zu einem ordentlichen Weihnachtsbaum neben den Bienenwachs-Kerzen und Christbaum-Kugeln, auch Holz- und Glasfiguren, Strohsterne und eben selbstgebackene Plätzchen gehörten.

Backen zu Feiertagen gab es schon in der Vorzeit

Schon vor Christi Geburt war das Backen zu Festtagen verbreitet. Beispielsweise haben die Kelten die Wintersonnenwende mit einem süßen Honigbrot gefeiert. Im Christentum geht der Ursprung der Weihnachtsbäckerei ins Mittelalter zurück. Vom gesegneten Brot, das zum Ende der Messe an die Gottesdienstbesucher verteilt wurde, war es nur noch ein kleiner Schritt, bis die Nonnen und Mönche in den Klöstern ihre eigenen Rezepte in der Weihnachtsbäckerei entwickelten und unter anderem der Christstollen und die Lebkuchen entstanden. Der Advent war damals eine Bußezeit, in der auch gefastet wurde, und die Plätzchen gab es dann erst an Weihnachten.

In den Klöstern war auch viel Wissen um Kräuter und Gewürze vorhanden: Die Äbtissin Hildegard von Bingen wusste beispielsweise um die belebende Wirkung vieler Gewürze wie der Muskatnuss in Lebkuchen und Pfeffernüssen. Viele der traditionellen ausgestochenen Plätzchen haben eine Sternform, die an den Stern von Bethlehem erinnern. Einen großen Aufschwung erfuhr die Plätzchenbäckerei dann mit dem „Import“ der britischen Teekultur zum Ende des 19. Jahrhunderts auf das Festland. Lange Jahre zuvor waren Tee- und Kaffeeplätzchen für das gemeine Volk nämlich unerschwinglich, da Kaffee, Tee, Kakao und Zucker sowie die exotischen Gewürze ein Luxus waren, den sich nur die gut betuchte Bürgerschicht leisten konnte.

Heute auch schon im Herbst in den Regalen

Die Vielfalt der Plätzchen ist schier unendlich. Neben den klassischen Ausstecherle, Makronen, Anisplätzchen, Zimtsternen oder Vanillekipferl gehören auch „gemodelte“ Plätzchen wie Springerle und Spekulatius sowie Lebkuchen, Christstollen und Früchtebrot zum Weihnachtsgebäck. Einig ist den meisten von ihnen ein möglichst buttriger Hefe- oder Mürbeteig, damit sie als Dauerbackwaren auch mehrere Wochen haltbar sind. Die Backwaren-Industrie backt die „Weihnachtsplätzchen“ nämlich schon tonnenweise im August und sie sind dann den ganzen Herbst über als „Herbstgebäck“ in den Regalen der Supermärkte zu finden, was von den christlichen Kirchen naturgemäß nicht gern gesehen wird.

Vom Spitzbuben über das Spritzgebäck bis zum Vanillekipferl

Beliebte Plätzchen-Klassiker, die man auch mit Kindern backen kann, sind natürlich Ausstecherle aus gehacktem Mürbeteig, Spritzgebäck aus einem gerührten Mürbteig mit und ohne gemahlene Nüsse, das dann mit der Spritztülle aufs Backblech gespritzt wird, die beliebten Zimtsterne oder auch die Vanillekipferl. Doch der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Heutzutage findet man in Back-Blogs im Internet jede Menge weitere Plätzchen-Rezepte mit ausgefallenen Zutaten, internationale Cookies, Shortbread und Christmas Crumble, vegane Rezepte ohne Ei und Milchprodukte und sogar Plätzchen ohne Zucker sind vertreten. Mit ein paar einfachen Tipps gelingen Plätzchen auch bei Back-Anfängern:

  • Den Teig kalt stellen, gekühlter Teig lässt sich besser verarbeiten.
  • Immer nur kleine Teigstücke verarbeiten, dann muss der Teig nicht so oft ausgerollt und mit Mehl bestäubt werden und wird nicht so trocken.
  • Auf Backpapier-Zuschnitten lassen sich mehrere Plätzchen-Backdurchgänge auf Vorrat vorbereiten.
  • Für den Teig am besten Kristallzucker nehmen, für den Guss besser Puderzucker.
  • Die Deko wie Hagelzucker oder Zuckerperlen auf den noch feuchten Guss geben, damit sie besser haften bleibt. Bei Puderzucker- oder Schokoguss nach dem Backen, bei einem Guss aus Eigelb vor dem Backen.
  • Plätzchen werden am besten in einer gut verschließbaren Plastikdose trocken und dunkel gelagert.

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