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Umwelt & Verbraucher
27.05.2022

Cascara – Aufgussgetränk aus Kaffeekirschen

Cascara ist ein anregendes Aufgussgetränk, das heiß und kalt schmeckt. Foto: iStock

Kaffeekirsche als neuartiges Lebensmittel zugelassen

Seit Anfang Februar 2022 dürfen die Pulpe der Kaffeekirsche und der Aufguss daraus als Lebensmittel vermarktet werden. Die Zulassung erteilte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die gemäß der Novel Food-Verordnung prüfen muss, ob neuartige Produkte sicher für Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa sind.

Die Kaffeekirsche wurde zwar als neuartige Zutat in den Katalog der EFSA aufgenommen, neu ist sie aber eigentlich nicht. Denn die getrocknete Kaffeekirsche wird in Kaffeeanbauländern schon lange für die Zubereitung eines belebenden Aufgussgetränks verwendet. Wobei Kaffeekirsche eigentlich verkehrt ist. Denn Cascara heißt so viel wie „Schale“ oder „Hülle“, und so handelt es sich bei der Kaffeekirsche eigentlich um das Fruchtfleisch, das direkt unter der Fruchthaut liegt. Die Kaffeebohnen, die Kerne der Kaffeekirsche, werden von mehreren Schichten umhüllt: Von der Silber- und der Pergamenthaut sowie von einer Pektinschicht, erst dann folgt die sogenannte Pulpe, die außen von der eigentlichen „Schale“ geschützt wird.

Was ist Novel Food?

Neuartige Lebensmittel (Novel Food) sind alle Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 noch nicht in nennenswertem Umfang in der Europäischen Union für den menschlichen Verzehr verwendet wurden und die in mindestens eine der in der Novel Food-Verordnung genannten Kategorien fallen. Im Falle der Kaffeekirsche sind dies Lebensmittel, die aus Pflanzenteilen bestehen. Die Novel Food-Verordnung sagt auch, dass das Inverkehrbringen von traditionellen Lebensmitteln aus Drittländern erleichtert werden sollte, wenn die bisherige Verwendungsgeschichte als sicheres Lebensmittel in einem Drittland nachgewiesen ist. Da dies der Fall ist, konnte die Zulassung für die Kaffeekirsche nach einem vereinfachten Anmeldeverfahren erteilt werden. Laut Lebensmittelverband werden dann Bezeichnungen wie „Pulpe der Kaffeekirsche“, „Cascara (Pulpe der Kaffeekirsche)“, „Aufguss aus der Pulpe der Kaffeekirsche“ oder „getrockneter Aufguss aus der Pulpe der Kaffeekirsche“ als Bezeichnung auf der Verpackung stehen.

Nebenprodukt der Kaffeeproduktion

Bei der Verarbeitung der Kaffeekirschen für die Kaffeeproduktion werden die nasse und die trockene Aufbereitung unterschieden. Während bei der nassen Methode die Kaffeekirschen mithilfe von Wasser direkt nach der Ernte von der Pulpe getrennt werden, werden die Früchte beim trockenen Verfahren mehrere Wochen in der Sonne getrocknet. Dabei müssen die Kaffeekirschen ständig gewendet werden, solange, bis das Fruchtfleisch von der Bohne getrennt werden kann. Die beim nassen Verfahren abgetrennte Pulpe wird extra für die Herstellung von Cascara getrocknet, während sie früher zum Beispiel als Dünger, Tierfutter oder Brennmaterial verwendet wurde. Durch die Vermarktung dieses Nebenprodukts können Kaffeebauern nun ein zusätzliches Einkommen generieren.

Zubereitung und Genuss von Cascara

Die Zubereitung von Cascara ist einfach: Etwa fünf Esslöffel getrocknete Kaffeekirschen-Pulpe mit heißem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Da die Brühzeit nicht so penibel einzuhalten ist wie beispielsweise bei schwarzem oder grünem Tee, können die Kaffeekirschenschalen einfach in der Kanne verbleiben. Je länger die Ziehzeit, desto süßer und intensiver wird der Geschmack. Insgesamt werden für das Getränk fruchtig-süße Aromen beschrieben, die je nach Sorte variieren können. Daher eignet sich Cascara auch optimal als Basis für Eistee, Limonade oder Mixgetränke. Genau wie Kaffee hat der Kaffeekirschen-Aufguss eine belebende Wirkung. Denn auch in der Pulpe steckt viel Koffein. Dieses bildet die Pflanze, um sich vor Insekten zu schützen. Außerdem enthält die Kaffeekirsche noch weitere der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die vielfältige Wirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. So liefert das koffeinhaltige Aufgussgetränk zum Beispiel reichlich Polyphenole, die antioxidativ wirken, also unsere Zellen vor freien Radikalen schützen.

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