© Heinrich Beltz
29.05.2026

Zieräpfel: Schön anzusehen und gut für die Natur

Blütenpracht und bunte Früchte schmücken den Garten und sind eine wertvolle Nahrungsquelle

Wem der Aufwand für die Verarbeitung der reichen Ernte von Tafel-Apfelbäumen zu hoch ist, kann trotzdem Äpfelbäume pflanzen: Zieräpfel.

Apfelbäume gehören mit ihren rosaweißen Blüten und den gelben, roten oder grünen Früchten zu den schönsten Obstgehölzen. Allerdings scheuen sich manche Gartenfreunde vor dem Aufwand, der mit der Pflege der Bäume und der Verarbeitung der reichen Ernte zusammenhängen. Für sie bietet sich eine interessante Alternative: Zieräpfel, die nur kleine Früchte tragen, bei denen die Ernte zum großen Teil dankbaren Vögeln überlassen werden kann. Die abgefallenen Zieräpfel werden gern von Igeln angenommen, und was die Tiere übriglassen, kann leicht zusammengerecht und über den Kompost oder die Biotonne entsorgt werden.

Zieräpfel stammen übrigens nicht vom heimischen Holzapfel (Malus sylvestris) ab, sondern wie die Tafeläpfel von verwandten Arten, meist aus Asien. Wer auf jeden Fall heimische Pflanzen möchte, kann als Alternative den Weißdorn wählen, der zur gleichen Zeit reichlich weiß blüht und im Herbst rote Früchte ansetzt, allerdings etwas krankheitsempfindlicher ist und dessen Zweige mit Dornen besetzt sind. Zieräpfel sind recht pflegeleicht, denn abgesehen vom Entfernen störender Zweige lässt man sie normalerweise frei wachsen und schneidet sie nicht. Viele Sorten wachsen ähnlich stark wie Tafeläpfel und können an günstigen Standorten etwa 6 bis 8 Meter hoch und breit werden.

Die meisten Zierapfelsorten haben grünes Laub und blühen zartrosa bis weiß, es gibt aber auch Sorten mit rotem Austrieb und dunkelrosa bis roten Blüten. Alle Zierapfelbäume sind Insektenmagneten und werden zur Blütezeit im April/Mai stark von Bienen sowie anderen Bestäubern besucht. Und ihr Pollen eignet sich hervorragend zur Befruchtung von Tafeläpfeln, sodass auch im Erwerbsobstbau häufig Zieräpfel als Bestäuber in die Plantagen gepflanzt werden.

Die Empfindlichkeit gegenüber Schaderregern ist meist etwas geringer als die der Tafeläpfel. Manchen Schädlingen wie dem Apfelwickler sind die Früchte zu klein, und viele andere Insekten richten keinen nennenswerten Schaden an. Die größten Schäden können der Apfelschorf (Venturia inaequalis) und der Echte Mehltau (Podosphaera leucotricha) verursachen. Beide Pilzkrankheiten können zu Laubfall führen und die Früchte schädigen, sodass der Zierwert der Pflanzen leidet. Die Empfindlichkeit der verschiedenen Sorten ist allerdings sehr unterschiedlich, und die meisten von ihnen sind recht widerstandsfähig, sodass sie wenig Gesundheitsprobleme haben. Krankheitsempfindliche Sorten wie 'John Downie' 'Profusion' oder 'Eleyi' sind kaum noch im Handel.

Zieräpfel enthalten zwar genau wie Tafeläpfel geringe Mengen des Gifts Amygdalin, aber in nicht zu großen Mengen können die Früchte durchaus verzehrt werden. Je nach Sorte ist der Geschmack unterschiedlich, manche schmecken ähnlich wie Tafeläpfel und lassen sich gut in der Küche verarbeiten, aber andere sind sehr sauer oder bitter. Besonders die kleineren, festeren Früchte lassen sich auch gut für floristische Zwecke nutzen.

Das Sortiment an Zierapfelsorten ist sehr groß. Viele Sorten haben grünes Laub, rosaweiße Blüten und tragen im Herbst orangerot gefärbte Früchte. Zu ihnen gehören die Sorten 'Professor Sprenger' sowie 'Evereste', die besonders schnittverträglich ist, sodass sie sich sogar zum Formschnitt eignet. Malus toringo ziert sein charakteristisches, dreilappiges Laub. Die Sorte 'Red Sentinel' trägt besonders attraktive, leuchtend rote Früchte, die oft bis Weihnachten am Baum hängen. 'Butterball' hat orangegelbe und 'Golden Hornet' kleine, reingelbe Früchte.

Malus sargenitii 'Tina' ist ein besonders schwachwüchsiger Zierapfel, der nur etwa 1 bis 1,5 Meter hoch wird, mit rosaweißen Blüten, grünem Laub und kleinen, roten Früchten. Die Sorte ist ebenfalls recht widerstandsfähig. Sorten mit rotem Laubaustrieb, dunkelrosa bis roten Blüten und kleinen, roten Früchten sind beispielsweise 'Liset', 'Dark Rosalyn' sowie Malus toringo 'Scarlett'. Neben den aufrecht wachsenden Sorten gibt es auch bei Zieräpfeln sogenannte Trauerformen mit hängendem Wuchs. Dazu gehören die rotlaubige Sorte 'Royal Beauty' sowie die grünlaubige 'Red Jade', die rote Früchte trägt.

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