Was hat meine Pflanze, welcher Schädling ist das?

30.03.2017 Haus & Garten

Diagnose von Krankheiten und Schädlingen im Garten und bei Zimmerpflanzen

Der Salat im Garten wurde angenagt, die Tomaten haben gelbe Flecken auf den Blättern und auf der Rose krabbeln kleine Tierchen – als Garten- und Zierpflanzenbesitzer ist man oft überfordert, wohin man sich mit diesen Fragen wenden kann und was beim Beschreiben und Einsenden an die fachkundige Stelle zu beachten ist.

Wenn die Zimmerpflanze kränkelt oder offensichtlich kleine Mitbewohner hat, die watteähnliche Gespinste anlegen oder die Blätter klebrig machen, ist das ärgerlich. Zum einen, weil es nicht schön aussieht, zum anderen weil sich die Nachbarpflanzen auch anstecken könnten. Im Gemüsegarten können Schädlinge oder Virus- und Bakterienkrankheiten die Qualität beeinflussen und das Gemüse ungenießbar machen. Um die erkrankten Pflanzen effektiv zu behandeln und zukünftigen Befall vorzubeugen, muss der Gärtner die Krankheit eindeutig diagnostizieren können.

Vielfältige Hilfe, verschiedene Institutionen

Während der professionelle Landwirt oder Gärtner sachkundig im Pflanzenschutz ist, ist der Laie oft überfordert. Doch auch für Laien gibt es Stellen, an die sie sich wenden können. Je nach Bundesland kann sich der Hobbygärtner an ein Landwirtschaftsamt (zum Beispiel Baden-Württemberg, Bayern), eine Gartenakademie (zum Beispiel Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen) oder an die Pflanzenschutzdienste der Landwirtschaftskammern (zum Beispiel Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen) wenden. So bietet etwa der Pflanzenschutzdienst Bonn eine Untersuchung auf freilebende, gallen- oder zystenbildende sowie holzschädigende Nematoden (Fadenwürmer) an. Dazu muss der Einsender den Zeitpunkt der Entnahme vermerken (der Herbst eignet sich besser als das Frühjahr) und Angaben zur Entnahmestelle machen. Die Bodenprobe muss eine Mischprobe aus mindestens 30 Einstichen bis 30 Zentimeter Tiefe sein und mindestens 1 Kilogramm wiegen. Neben den Behörden bieten auch viele Pflanzenschutz-Unternehmen auf ihren Internetseiten Hilfe bei der Diagnose von Krankheiten und dem Erkennen von Unkräutern an. Schrittweise wird der Verbraucher durch die Datenbank geführt, die vorliegende Krankheit oder der Schädling immer weiter eingegrenzt. Steht die Diagnose fest, werden Produktempfehlungen gegeben.

Vorgeschichte ausführlich beschreiben

Wichtig beim Verschicken von Pflanzenproben mit Schädlingen ist das Begleitschreiben. Es muss die Kontaktdaten des Absenders inklusive Telefonnummer und E-Mail-Adresse enthalten, damit er schnell benachrichtigt werden kann. Weiterhin muss die Probe Informationen zur Vorgeschichte enthalten: Um welche Pflanze handelt es sich? Wie hoch ist der Schaden? Wann wurde er festgestellt? Wie war das Wetter bzw. wie sind die Standortbedingungen bei den Zimmerpflanzen (Raumtemperatur, Lichtverhältnisse, Gieß- und Düngegewohnheiten)? Wann sind die Schädlinge zum ersten Mal aufgefallen? Welche Maßnahmen (Umtopfen, Rückschnitt, Pflanzenschutz) wurden bisher durchgeführt, was hat geholfen/nicht geholfen?

Das richtige Verschicken

An frischen und großen Pflanzenteilen geht das Bestimmen einfacher als an kleinen Schnipseln. Ganze Zweige erleichtern dem Fachmann das Bestimmen ebenfalls. Es sollte jeweils eine Probe mit leichtem, mittlerem und starkem Befall eingeschickt werden. Nimmt man nur eine Probe mit starkem Befall, dann könnten daran bereits Folgeschäden aufgetreten sein, was das Bestimmen der ursprünglichen Krankheitsursache erschwert. Bei Topfpflanzen kann der Wurzelballen ausgetopft und fotografiert werden. Die geschädigten Pflanzenteile oder Wurzeln mit den vermuteten Schädlingen sollten am besten in einer feuchten Zeitung oder Küchenpapier eingeschlagen werden, um sie frisch zu halten. Danach verpackt man sie am besten in einen Folienbeutel. Den Beutel sollte man gut verschließen, damit die Schädlinge nicht entkommen können. Auch Erde und Substrate sollten zur Untersuchung auf Bodenlebewesen und an Wurzeln saugenden Nematoden in reißfeste Folienbeutel verpackt werden. Wenn die Tiere lebend versendet werden sollen, dann müssen sie in ihren Behältnissen einen Unterschlupf haben.

Schädlinge nicht beschädigen

Wichtig ist, dass die Schädlinge beim Absammeln nicht beschädigt werden; weichhäutige Insekten oder Milben sammelt man am besten mit einer Pinzette oder einem Pinsel. Es sollten stets mehrere Tiere und wenn möglich mehrere Entwicklungsstadien eingeschickt werden. Blattläuse sollten am besten komplett mit einem befallenen Pflanzenteil eingesendet werden. Von Pflanzen direkt abgesammelte Tiere werden am sichersten in kleinen Plastikgefäßen oder bruchsicheren Röhrchen verschickt. Für den Versand nimmt man am besten einen wattierten Briefumschlag, Wichtig ist, dass der Brief oder das Päckchen ausreichend frankiert wird.

Kleine Insekten wie Fliegen, Larven und Engerlinge können gut in Alkohol eingelegt werden, größere Insekten wie Käfer sollten besser getrocknet werden. Das Abtöten geschieht am Einfachsten im Tiefkühlfach. Auch Motten zum Beispiel sollten trocken versendet werden, da so die für die Bestimmung wichtigen Flügelschuppen und Flügelzeichnungen besser erhalten bleiben. Sind all diese Empfehlungen beherzigt, kann der Fachmann hoffentlich schnell den Schädling oder die Krankheit identifizieren und Maßnahmen empfehlen.