Pilzliche Fruchtkrankheiten am Apfel

01.11.2018 Haus & Garten

Nur makellose Äpfel lagern

Dort, wo in diesem Jahr mit einer guten Apfelernte zu rechnen ist, lohnt es sich besonders, die Wintersorten in geeigneten Räumen für Weihnachten oder über das Jahr hinaus zu lagern. Dabei kommt es darauf an, nur makelloses Obst einzulagern. Äpfel, die schon an der Fruchtschale verdächtige Symptome zeigen, sollten nicht in die Lagerbehältnisse gelangen. Die pilzlichen Fäulniserreger infizieren die Früchte zwar schon während der Vegetationsperiode am Baum, die Fäulen entwickeln sich aber im Lager weiter und können oft gesunde Äpfel anstecken. Das IVA-Magazin gibt Hinweise, wie solche Fäulen zu mindern sind.

Die Monilia-Fruchtfäule zeigt schon vor der Erntezeit braune Faulstellen auf den Äpfeln. Während der Lagerung können sich Monilia -Infektionen sowohl als Polsterschimmel, aber auch als „Schwarzfäule“ äußern. Hierbei verhärtet die Fruchtschale und wird schwarz. Es bilden sich meist keine oder nur wenige Sporenpolster aus. Die Früchte sind innen verfault.

Abhilfe: Da der Erreger über Verletzungen, die durch Hagelschlag, Obstmadenbefall, Wespenfraß, Schorf oder mangelnde Sorgfalt bei der Ernte entstehen, in die Früchte eindringt, sollten diese Ursachen zum Beispiel durch regelmäßigen Schnitt am Baum, eine sachgemäße Schädlings- und Schorfbekämpfung sowie sorgfältige Ernte und Einlagerung  vermieden werden.

Der Lagerschorf ist eine Erscheinungsform des Apfelschorfs. Hier werden die Früchte meist kurz vor der Ernte beziehungsweise Einlagerung vom Apfelschorf-Erreger infiziert. Die Krankheit bricht aber erst im Lager aus. Auf der Fruchtschale erscheinen viele, oft nur stecknadelkopfgroße schwarze, mattglänzende Flecken. Bei relativ hoher Luftfeuchte im Lager können dann große Schäden verursacht werden. Durch ein erhöhtes Verdunsten befallener Früchte schrumpfen diese schneller, was ihre Lagerfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Der Lagerschorf schafft auch Eintrittspforten für andere Erreger von Lagerfäulen.

Abhilfe: Fungizid-Behandlungen der Früchte am Baum bei feuchtem Wetter solange fortführen, wie es die Wartezeiten der Präparate bis zur Ernte ermöglichen.

Die Gloeosporium-Fäule entwickelt sich im Verlauf längerer Lagerung. Wegen des bitteren Geschmacks befallener Früchte wird die Krankheit auch Bitterfäule genannt. Selbst die noch gesund aussehenden Stellen nehmen oft einen bitteren Geschmack an. Bei der Gloeosporium-Fäule zeigen sich auf den Äpfeln mehrere scharf begrenzte, rundliche Faulstellen, die schnell größer werden und tief in das Fruchtfleisch hineinragen. Der pilzliche Erreger dringt oft über Verletzungen und Lentizellen bei regnerischem Herbstwetter oder feuchtem Mikroklima in die Früchte ein. Während die Infektionen schon am Baum erfolgen, bricht die Krankheit erst während der Lagerung aus. Bei hoher Luftfeuchte bilden sich auf den Faulstellen meist weiße, manchmal auch graue bis gelbliche Sporenlager. Die Krankheit infiziert im Lager keine gesunden Früchte.

Abhilfe: Der die Bitterfäule verursachende pilzliche Erreger tritt auch als Rindenerkrankung auf. Deshalb kommt zur Bekämpfung einem sachgemäßen Schnitt bei gleichzeitigem Entfernen kranker und abgestorbener Zweige eine besondere Bedeutung zu. Da die Früchte vor allem bei regnerischem Herbstwetter infiziert werden, sollte man rechtzeitig ernten. Zu spät geerntete Früchte weisen oft einen stärkeren Befall auf.

Bei der Grünfäule (Penicillium-Fäule) werden auf der Fruchtoberfläche braune Stellen sichtbar. Nach Vergrößern der Flecke schrumpft die Fruchtschale und es bildet sich ein anfangs weißliches Pilzmyzel; später entstehen grünlich werdende, stäubende Sporenlager. Das befallene Fruchtgewebe ist wässerig und weich. Die Früchte sind wertlos, weil das noch nicht in Fäulnis übergegangene Fruchtfleisch einen muffigen Geschmack angenommen hat.

Abhilfe: Da sich die Früchte vorwiegend über Wundstellen während des Lagerns infizieren, ist darauf zu achten, dass die Früchte schonend gepflückt und eingelagert werden. Befallene Früchte sollte man sofort entfernen.

Die Botrytis-Fäule bildet auf den Früchten zunächst bräunliche, etwas eingesunkene Faulstellen. Später erscheinen hier meist dichte graue, watteartige Schimmelpolster. Die Infektionen der Früchte können bereits während der Vegetationszeit oder bei der Ernte erfolgt sein. Während der Lagerung kommt es dann zu einer schnellen Krankheitsausbreitung durch Ansteckung gesunder Früchte.

Abhilfe: Während der regelmäßigen Lagerkontrollen sollten alle erkrankten Früchte sofort aussortiert werden, um weitere Verluste zu vermeiden.

Von der Kernhausfäule befallene Früchte zeigen äußerlich zunächst meist keine Schäden. Erst beim Aufschneiden wird das von einer Fäulnis erfasste Kernhaus sichtbar. Die Fäule kann auch weiter auf das Fruchtfleisch übergreifen und so die ganze Frucht zerstören. Bei stärkerem Befall sind dann Symptome an der Kelch- und Stielgrube zu finden. Gefährdet sind vor allem Sorten mit offener und tiefer Kelchgrube, da hierüber die meisten Infektionen erfolgen. Sie können sowohl während der Vegetationsperiode, aber auch bei der Ernte und Lagerung stattfinden. Infektionen finden auch über Stielgruben statt, vor allem, wenn es hier zu Verletzungen gekommen ist. Besonders in regenreichen Jahren ist mit der Fäule zu rechnen. Ursachen sind verschiedene pilzliche Erreger, hauptsächlich aus der Gattung Fusarium, aber auch aus anderen Gattungen wie Alternaria, Botrytis, Penicillium und Phoma.

Abhilfe: Die Früchte müssen vorsichtig geerntet werden, dabei ist das Herausreißen des Fruchtstiels zu vermeiden. Befallene Früchte sind nicht mehr verwertbar, da insbesondere Fusarium und Penicillium Toxine bilden, die gesundheitsschädlich sein können. Bei den regelmäßigen Lagerkontrollen befallene Äpfel aussortieren.

Bei der Rußfleckenkrankheit bekommen die Früchte einen schmutzig-schwarzen, leicht abwischbaren Belag. Der auf der Rinde der Bäume lebende pilzliche Erreger befällt ab Spätsommer die reifenden Früchte. Starker Befall bewirkt einen Wasserverlust und damit ein vorzeitiges Schrumpfen der Früchte.

Abhilfe: Die betroffenen Früchte sind weniger für eine Lagerung geeignet. Man kann den Pilzbelag abwischen und die Äpfel möglichst bald verbrauchen.

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