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Haus & Garten
10.12.2021

Wahl zur „Giftpflanze des Jahres 2022“

Die diesjährigen Nominierten im Überblick. Foto: Helge Masch

Bis 15. Dezember 2021 abstimmen

Auch in diesem Jahr hat der Sondergarten Wandsbek wieder fünf giftige Vertreter aus den Kategorien ein- beziehungsweise zweijährige Pflanzen, Nahrungspflanzen, Gehölze, Stauden sowie Zimmer- und Kübelpflanzen als „Giftpflanze des Jahres“ nominiert. Noch bis zum 15. Dezember können alle Interessierten ihr Votum abgeben und den Gewinner für das Jahr 2022 küren. Zur Wahl stehen diesmal Enzianstrauch, Dickmännchen, Bilsenkraut, Kartoffel und Lebensbaum.

Kategorie „Zimmer-/Kübelpflanze“: Enzianstrauch

Der Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii) stammt aus Südamerika und ist hierzulande als pflegeleichte Kübelpflanze sehr beliebt. Die alternativen Bezeichnungen Kartoffelblume und Blauer Kartoffelstrauch weisen schon auf die Verwandtschaft zur Kartoffel hin. Wie diese gehört der Enzianstrauch zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und wird auch Blauer Nachtschatten genannt. Die Pflanze ist sehr stark giftig. Sie enthält in Blättern, Blüten und Früchten den Giftstoff Solanin.

Kategorie „Stauden“: Dickmännchen

Das aus Japan stammende Dickmännchen (Pachysandra terminalis) ist ein winterharter Bodendecker, der auch Japanischer Ysander genannt wird. Die Pflanze gehört zur Familie der Buchsbaumgewächse und enthält wie ihre Verwandten in allen Teilen giftige Alkaloide. Vor allem die roten Beeren können verlockend sein, weshalb empfohlen wird, Dickmännchen durch einen ungefährlichen Bodendecker auszutauschen, wenn Kinder im Haus sind. Aber auch für Haustiere kann die Pflanze gefährlich sein.

Kategorie „Einjährige Pflanze“: Schwarzes Bilsenkraut

Auch das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Alle Pflanzenteile sind sehr stark giftig, besonders aber Samen und Wurzel. Als Ruderalpflanze findet man das Kraut auf Brachflächen, an Wegen und Mauern, wenn der Boden sehr stickstoffhaltig ist. Zwar wächst das Schwarze Bilsenkraut in ganz Europa, ist aber recht selten. Seine Giftstoffe sind dieselben wie bei Tollkirsche und Stechapfel. Bereits 15 Samenkörner können für Kinder tödlich sein. Eine der eiförmigen Früchte enthält etwa 200 Samenkörner.

Kategorie „Nahrungspflanzen“: Kartoffel

Als Nachtschattengewächs enthält auch die Kartoffelpflanze (Solanum tuberosum) giftige Alkaloide, die sogenannten Solanine. Sie sind in allen Pflanzenteilen enthalten, jedoch in unterschiedlicher Konzentration: Der Solaningehalt nimmt von Keimen über Blüten und Früchten bis zu den Blättern ab. Die niedrigste Giftkonzentration hat die Kartoffelknolle. Bedenklich wird der Solaningehalt aber erst, wenn sie lange gelagert wurde und grüne Stellen oder sogenannte „Augen“ hat, also schon keimt. Wenn die betreffenden Stellen jedoch großzügig herausgeschnitten und die Kartoffeln gekocht werden, ist der Genuss völlig unbedenklich.

Kategorie „Gehölze“: Lebensbaum

Der Lebensbaum ist auch unter seinem botanischen Namen Thuja bekannt. Holz, Zweige und Zapfen des Gehölzes aus der Familie der Zypressengewächse sind durch Bitter- und Gerbstoffe sowie das charakteristische Thujon sehr stark giftig. Dies gilt, wie bei den meisten Giftpflanzen, für den Fall, dass Teile des Lebensbaums verzehrt werden. Aber auch beim Schneiden einer Thuja-Hecke ist Vorsicht geboten: Der austretende Pflanzensaft kann starke Hautreaktionen hervorrufen. Daher werden für diese Gartenarbeit sowohl Handschuhe als auch langärmelige Kleidung sowie eventuell ein Gesichtsschutz empfohlen.

Hier geht’s zur Abstimmung

Bei der Wahl der Giftpflanze des Jahres geht es darum, auf heimische Giftpflanzen aufmerksam zu machen und zugleich einen bewussten Umgang mit ihnen zu fördern. Wer sich noch an der Wahl zur „Giftpflanze des Jahres 2022“ beteiligen möchte, kann seine Stimme bis zum 15. Dezember auf der Webseite des Sondergartens Wandsbek abgeben. Das Ergebnis der Abstimmung wird am 16. Dezember 2021 bekannt gegeben.

Das waren die Gewinner der letzten Jahre:

2021: Der Schlafmohn
2020: Die Tollkirsche
2019: Der Aronstab
2018: Der Rizinus
2017: Das Tränende Herz
2016: Kalifornischer Mohn
2015: Der Rittersporn
2014: Das Maiglöckchen
2013: Der Kirschlorbeer
2012: Der Goldregen

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